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Erste Trends: Bürger lehnen Olympia-Bewerbung ab

10.11.2013, 19:03 Uhr | dpa

Erste Trends: Bürger lehnen Olympia-Bewerbung ab. Eine Frau wirft in München ihren Stimmzettel ein.

Eine Frau wirft in München ihren Stimmzettel ein. Foto: Peter Kneffel. (Quelle: dpa)

München (dpa) - Nach Auszählung der ersten Stimmen bei den vier Bürgerentscheiden über eine Münchner Bewerbung für die Winterspiele 2022 zeichnet sich eine Ablehnung ab.

In Garmisch-Partenkirchen, in München sowie im Landkreis Traunstein signalisierten am Sonntagabend die ersten Ergebnisse eine Niederlage für die Olympia-Befürworter. Rund 1,3 Millionen Menschen waren zur Abstimmung über eine zweite Bewerbung Münchens um die Winterspiele nach der Niederlage für 2018 aufgerufen.

Nach der freiwilligen Vorgabe von Politik und Sport wäre das oberbayerische Olympia-Projekt bereits bei einem negativen Abstimmungsergebnis geplatzt. Insgesamt waren rund 1,3 Millionen Menschen stimmberechtigt, über eine Million davon allein in München.

Bis kurz vor Wahlende hatten in der Landeshauptstadt knapp 30 Prozent abgestimmt. In Garmisch-Partenkirchen gab es nur gut 20 000 Wahlberechtigte. "Man weiß nie, wie gut die Mobilisierung bei den Menschen funktioniert", sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) bei der Abgabe seiner Stimme im Wahllokal. Das Rennen galt bis zuletzt als völlig offen.

Befürworter und Gegner einer zweiten Winterspiel-Kandidatur von München nach der gescheiterten Bewerbung für Olympia 2018 hatten sich in den vergangenen Wochen einen intensiven Meinungsstreit geliefert. Ude beschwor immer wieder die seiner Meinung nach einzigartige Chance, dass München als erste Stadt überhaupt ein halbes Jahrhundert nach den Sommerspielen 1972 auch Gastgeber von Winter-Olympia werden könnte.

Das sportliche Konzept wurde gegenüber der ersten gescheiterten Bewerbung für die Winterspiele 2018 modifiziert. Neu hinzu käme als vierter Wettkampfort Ruhpolding, wo um Medaillen im Biathlon und Skilanglauf gekämpft würde. Damit würde sich der Neubau von Wettkampfstätten verringern. Die Kosten der Spiele wurden mit 3,3 Milliarden Euro veranschlagt, die Bewerbungskampagne mit 29 Millionen Euro. Die Gegner führten als Hauptargumente gegen ein bayerisches Wintermärchen die Eingriffe in die sensible Natur der Alpenregion, "Knebelverträge" mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und eine von ihnen befürchtete Kostenexplosion an.

Kurz vor den vier Bürgerentscheiden hatte sich der Deutsche Alpenverein (DAV) am Samstag auf seiner Hauptversammlung in Ulm mit großer Mehrheit gegen Winterspiele 2022 ausgesprochen. Begründet wurde das mit den nötigen Eingriffen in die Natur. Präsident Josef Klenner sprach von einer "sehr klaren Entscheidung" und einer "sehr deutlichen Positionierung" des Alpenvereins, der auch dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) angehört. Die übrigen DOSB-Mitgliedsorganisationen hatten einmütig für die Olympia-Bewerbung gestimmt.

Die Bewerbungsfrist für die Winterspiele 2022 beim IOC läuft am Donnerstag ab. Bei der ersten Bewerbung für 2018 hatte München deutlich gegen das südkoreanische Pyeongchang verloren. Als mögliche Konkurrenten für Olympia in neun Jahren haben sich bislang Oslo, Peking, Krakau, Almaty in Kasachstan und das ukrainische Lwiw formiert. Das IOC entscheidet über den Ausrichter der Winterspiele 2022 am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias.

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