Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport >

Kritik an Katar auf vielen Ebenen - Fragen & Antworten

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Fußball  

Kritik an Katar auf vielen Ebenen - Fragen & Antworten

18.11.2013, 14:50 Uhr | dpa

Kritik an Katar auf vielen Ebenen - Fragen & Antworten. Die Bedingungen für viele Arbeiter in Katar sind hart.

Die Bedingungen für viele Arbeiter in Katar sind hart. Foto: Amnesty International. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Seit der Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar am 2. Dezember 2010 reißt die Kritik an dem Turnier nicht ab. Der Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International über die schlechten Bedingungen für Gastarbeiter setzt die FIFA weiter unter Druck.

Eine Aberkennung der Gastgeberrolle ist aber weiterhin unrealistisch. Fragen & Antworten:

Warum ist die WM in Katar so umstritten?

Nach der überraschenden Vergabe der WM 2022 an Katar kam es schnell zu Berichten über angebliche Bestechung von FIFA-Funktionären und politischer Einflussnahme. Einen Beweis für Korruption gibt es bis heute aber nicht. Problematisch für den Fußball ist die extreme Hitze in Katar. Eine Verlegung in die Wintermonate wird mittlerweile auch von der FIFA gewünscht, stößt aber auf Widerstand aus den europäischen Topligen. Auch die Bundesliga müsste ihren Spielrhythmus komplett umstellen. Dritter großer Kritikpunkt sind die nun auch von Amnesty International dokumentierten Menschenrechtsverletzungen und miserablen Bedingungen für die Arbeitskräfte auf den Baustellen.

Wieso nimmt die FIFA Katar die WM nicht einfach wieder weg?

Mit der Vergabe an Katar hat die FIFA rechtsgültige Verträge mit dem Emirat geschlossen. Eine Aberkennung hätte rechtlich wie finanziell kaum absehbare Konsequenzen. Die WM ist die einzige maßgebliche Einnahmequelle des Weltverbandes. Obwohl milliardenschwer würde eine Neuvergabe auch ökonomisch für die FIFA ins Gewicht fallen. Und nicht weniger maßgeblich: Ein unglaublicher Imageschaden würde die Reputation des Weltverbandes erschüttern. Handelnde Figuren wie Präsident Blatter oder auch sein möglicher Nachfolger Michel Platini wären in ihren Ämtern kaum noch zu halten.

Was könnte dennoch zu einer Aberkennung führen?

Die FIFA hat klargemacht: Nur bei einem Beweis für Bestechung im Vorfeld der WM-Vergabe hätte man eine rechtliche Handhabe für eine Aberkennung der Gastgeberrolle. FIFA-Chefermittler Michael Garcia reist derzeit durch alle Länder, die sich um die WM 2018 und WM 2022 beworben haben, um Beweise zu sichern. Sein schon für September angekündigter Bericht soll nun im April 2014 vorliegen. Bei der Vergabe stimmten 14 von 22 Mitgliedern des FIFA-Exekutivkomitees für Katar - darunter UEFA-Präsident Michel Platini.

Könnte eine andere Institution oder Organisation die WM in Katar verhindern?

Nein. Die WM ist eine FIFA-Veranstaltung. Auch das Internationale Olympische Komitee hat keine Handhabe. Nur großer politischer Druck könnte die FIFA oder Katar in die Knie zwingen. Dies ist jedoch kaum zu erwarten. Im Gegenteil: Viele Länder versprechen sich einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen mit Katar und der gesamten Golfregion. Die WM ist ein perfektes Vehikel. Ein Beispiel: Kurz vor der WM-Vergabe speiste Frankreichs damaliger Präsident Nicolas Sarkozy mit dem Emir von Katar und UEFA-Boss Michel Platini im Elysée Palast.

Wie geht Katar mit der internationalen Kritik um?

Die Problematik wird am Golf offenbar erkannt. Ob aus Einsicht oder eher politischer Notwendigkeit wurden Reformen des Arbeitsrechts angekündigt. Als unmittelbare Reaktion auf den Amnesty-Report berichtete die offizielle Nachrichtenagentur QNA am Montag außerdem, dass internationale Rechtsanwälte beauftragt worden seien, die Lage zu prüfen. Wie ernst es den Kataris wirklich ist, kann nur die Zukunft zeigen.

Was tun deutsche Fußball-Funktionäre und wie weit reicht ihre Macht?

Franz Beckenbauer war bei der WM-Vergabe als Mitglied des Exekutivkomitees stimmberechtigt, votierte aber nicht für Katar. Die Kritik kann der "Kaiser" allerdings nicht verstehen. Sein Nachfolger im FIFA-Amt Theo Zwanziger gilt hingegen als großer Katar-Gegner und dürfte hinter den Kulissen Lobby-Arbeit betreiben. Öffentlich opponierten kürzlich DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Ligapräsident Reinhard Rauball ungewöhnlich massiv. Rauball vertritt die Proficlubs und wird zumindest bei der Terminfrage Einfluss nehmen können. Niersbach ist als DFB-Chef auch international gut vernetzt, aber mit Katar-Freund Platini auch freundschaftlich verbunden.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Straßenlaterne rettet Leben 
Junge Frau hat das Glück ihres Lebens

An einer Kreuzung stoßen zwei Autos zusammen. Ein Peugeot verliert die Kontrolle, rast auf den Bürgersteig zu. Eine Straßenlaterne rettet einer jungen Passantin das Leben. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal