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Biedermann bei Rückkehr Vorlauf-Schnellster

22.11.2013, 11:12 Uhr | dpa

Biedermann bei Rückkehr Vorlauf-Schnellster. Paul Biedermann schaut nach seinem Vorlauf zur Anzeigetafel.

Paul Biedermann schaut nach seinem Vorlauf zur Anzeigetafel. Foto: Bernd Thissen. (Quelle: dpa)

Wuppertal (dpa) - Für Paul Biedermann waren Vorläufe bei nationalen Kurzbahn-Titelkämpfen bislang allenfalls eine Pflichtübung - diesmal nicht. In 1:45,10 Minuten lag der Weltmeister dann über 200 Meter Freistil vor der nationalen Konkurrenz.

Nach neunmonatiger Wettkampfpause bekannte der Weltrekordler in Wuppertal grinsend: "Ich kann wohl sagen, dass ich noch nie vor einer deutschen Meisterschaft so aufgeregt war wie jetzt."

Zwar hatte Biedermann zuvor betont, er habe keine Ziele und Erwartungen, im Vorlauf hielt der Wettkampftyp dann aber Robin Backhaus auf der Bahn neben ihn im Schlussspurt um 17 Hundertstelsekunden auf Distanz. "Ich wusste ja gar nicht was ich konnte, also musste irgendwie versuchen so schnell zu schwimmen wie es jetzt momentan ging", erklärte der 27-Jährige, nachdem er in der Schwimmoper viele Autogrammwünsche erfüllt hatte.

Um zweieinhalb Sekunden war Biedermann schneller als bei seinem Comeback vor zwei Wochen bei den sächsischen Meisterschaften in Riesa. Es war nicht mehr, aber auch nicht weniger als der nächste Schritt auf dem Weg zurück zu alter Stärke. "Jetzt bin einfach gespannt aufs Finale, was denn noch möglich ist. Ich bin froh, dass ich meinen ersten Start heil hinter mich gebracht habe."

Im Finale wollen die Berliner Robin Backhaus (1:45,27) und Tim Wallburger (1:45,38) Biedermann den Titel ebenso entreißen wie bereits 2010 der diesmal fehlende Markus Deibler. Beide hoffen auf die Norm für die EM Mitte Dezember im dänischen Herning von 1:45,00 Minuten. Die spielt für Biedermann keine Rolle, er hatte bereits vergangene Woche eine mögliche Teilnahme ausgeschlossen und will nach Wuppertal mit der Vorbereitung auf die Langbahn-EM im Berlin 2014 fortfahren.

Die Weltjahresbestzeit von Frankreichs Olympiasieger Yannick Agnel (1:41,26) hätte Biedermann vielleicht früher im Kopf gehabt, nun hat er erstmal andere Prioritäten. "Ich hoffe, ich komme jetzt wieder in die Wettkampfroutine rein, das hilft mir ein bisschen. Für mich zählen jetzt diese kleinen Schritte, um einfach zu wissen, wo stehe ich." Nach den 400 Metern Freistil ist Biedermann vielleicht klüger. "Ich weiß Sonntagabend mehr, jetzt schon erste Schlüsse ziehen wäre zu verfrüht." Auf die Frage, ob er in einer so langen Pause auch Vorläufe vermissen könnte, antwortete er lachend: "Nicht vermissen, aber verlernen."

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