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Sportpolitik  

IOC testet 350 Dopingproben von Turin 2006 nach

22.11.2013, 19:37 Uhr | dpa

IOC testet 350 Dopingproben von Turin 2006 nach. 350 Dopingproben von den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 werden nachgetestet.

350 Dopingproben von den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 werden nachgetestet. Foto: Oliver Berg. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Bei weiteren Nachtests von den Dopingproben der Olympischen Winterspielen 2006 in Turin sollen Tests von knapp 200 Sportlern analysiert werden.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) nehme bei den 350 Dopingproben vor allem Athleten und Disziplinen mit hohem Betrugsrisiko unter die Lupe, sagte der Mediziner Richard Budgett der Nachrichtenagentur AP. Trotz der hohen Kosten von rund 500 000 Dollar sei es aber dennoch möglich, dass keine positiven Proben aufgedeckt werden.

"Ich wäre nicht überrascht, wenn es viel, viel weniger ist als manche spekulieren, trotz der neuen Methode", sagte Budgett. "Wir erwarten nicht unbedingt, positive Ergebnisse zu bekommen." Das IOC setzt bei den nachträglichen Analysen auch die neue Anabolika-Nachweismethode ein. Durch ausgefeiltere Messverfahren soll ein Nachweis von anabolen Mitteln rückwirkend bis zu einem halben Jahr möglich sein.

"Die Nachtests sind so gezielt wie möglich", sagte Budgett. "Wir sind mehr an Medaillengewinnern als an anderen interessiert, aber wir gucken auch nach Mustern von vorherigen Tests." Bei den Winterspielen in Turin wurde nur die russische Biathletin Olga Pilewa nach ihrem Silbermedaillengewinn des Dopings überführt.

Die Proben stammen laut Budgett von etwas weniger als 200 Sportlern. "Es gibt Disziplinen wie Biathlon und Langlauf mit einer langen Geschichte des Missbrauchs von EPO und anderen Substanzen und Sportarten wie Curling, die nicht eine solche Geschichte haben", meinte Budgett.

Mit den Ergebnissen ist bis zum Ende des Jahres zu rechnen. Das ganze Verfahren der Nachtests inklusive der Sanktionen soll bis zum 7. Februar, dem Eröffnungstag der Sotschi-Spiele, abgeschlossen sein. Die neuen Nachweismethoden waren in den Doping-Kontrolleinrichtungen in Köln und Moskau entwickelt worden. Die Doping-Proben von Olympischen Spielen werden acht Jahre lang eingefroren.

Bereits 2010 waren Proben der Winterspiele 2010 gezielt auf das Blutdopingmittel CERA und Insulin untersucht worden, im März 2013 hatte das IOC erneut Nachtests angeordnet.

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