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Fußball  

Torlinien-Technik: Zwanziger rügt abwartende Haltung

26.11.2013, 20:01 Uhr | dpa

Torlinien-Technik: Zwanziger rügt abwartende Haltung. Theo Zwanziger, Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees, ist ein Anhänger der Torlinien-Technik.

Theo Zwanziger, Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees, ist ein Anhänger der Torlinien-Technik. Foto: Steffen Schmidt. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht die abwartende Haltung des deutschen Fußballs bei der Einführung der Torlinien-Technologie kritisch.

"Ich bin davon ausgegangen, als der Weltverband FIFA die Torlinien-Technik erlaubt hat, dass es in Deutschland schnell umgesetzt wird. Die Engländer haben es gemacht", sagte der 68-Jährige am Dienstagabend auf einer Veranstaltung in Berlin. "Wenn die Technik bei der WM eingesetzt wird, kann sie auch in der Bundesliga eingeführt werden."

Früher hätten ihn Trainer wie Felix Magath bedrängt, technische Hilfsmittel im Fußball zuzulassen. Jetzt, da die Vereine selbst in der Verantwortung seien, "ist ein Konsens schwierig", bemerkte Zwanziger. Es sei ein "beliebtes Spiel: Immer sind die anderen daran schuld, wenn etwas nicht geklappt hat." Früher habe es immer geheißen: "Die Funktionäre sind unfähig, Neuerungen durchzusetzen".

Das Mitglied des FIFA-Exekutivkomitee ist ein Anhänger der Torlinien-Technik. "Wenn man den Schiedsrichter mit der Hinzuziehung der Technik helfen kann, sollte man dies tun", sagte Zwanziger. Die Torlinien-Technik von der deutschen Firma GoalControl wird im nächsten Jahr erstmals bei einer WM zum Einsatz kommen.

Die Deutsche Fußball Liga hatte dagegen beschlossen, frühestens zur Saison 2015/2016 über eine Einführung zu entscheiden. In der englischen Premier League werden bereits technische Hilfsmittel eingesetzt, um strittige Torszenen aufzulösen.

Zudem kritisierte Zwanziger die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar scharf. "Ich konnte diese Entscheidung niemals verstehen. Das ist einer der größten Fehler, die es jemals im Sport gegeben hat", sagte Zwanziger. Zu Problemen wie der großen Hitze und der kleinen Fläche des Landes komme die kritische Lage der Arbeiter hinzu. "Wir müssen jetzt Druck machen, dass diejenigen, die für die Arbeitnehmer zuständig sind, schärfer beobachtet werden", forderte Zwanziger. Der 68-Jährige ist Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees.

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