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WM 2022: Zahir Belounis nach Rückkehr von Katar-Alptraum erlöst

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Fußball  

Rückkehr: Belounis von Katar-Alptraum erlöst

29.11.2013, 15:16 Uhr | dpa

WM 2022: Zahir Belounis nach Rückkehr von Katar-Alptraum erlöst. Zahir Belounis war nach seiner Ankunft in Paris ein gefragter Gesprächspartner.

Zahir Belounis war nach seiner Ankunft in Paris ein gefragter Gesprächspartner. Foto: Thomas Samson. (Quelle: dpa)

Paris (dpa) - Die erste Nacht für Zahir Belounis nach der Heimkehr vom Katar-Alptraum war sehr kurz. Schließlich versammelte sich die ganze Familie, nachdem der Fußballprofi am Donnerstagabend auf dem Flughafen Charles de Gaulle in Paris wieder französischen Boden betreten hatte.

Damit endete für den 33-Jährigen die persönliche Leidensgeschichte von 17 Monaten, nicht aber sein Kampf gegen die Verhältnisse im Land des umstrittenen WM-Gastgebers von 2022. "Sie haben einen Teil von mir zerstört, aber es ist noch nicht vorbei", kündigte Belounis an.

Das Gesicht des französischen Durchschnitts-Fußballers mit algerischen Wurzeln stand in den letzten Wochen stellvertretend für die heftig kritisierten Arbeitsbedingungen von 1,3 Millionen Gastarbeitern im kleinen Emirat. Weil Belounis seinen Arbeitgeber, den Zweitligisten Al-Jaish, wegen ausbleibender Gehaltszahlungen verklagt hatte, traf ihn das sogenannte Kafala-System mit voller Härte. Das umstrittene Gesetz legt die Verantwortung für Gastarbeiter in die Hände der Firmen, die sie beschäftigen. Unter anderem müssen die Arbeiter ihre Pässe abgeben und dürfen das Land ohne Einwilligung ihres Arbeitgebers nicht wieder verlassen.

So teilte Belounis dieses Schicksal vieler Wanderarbeiter auf den Baustellen des aufstrebenden Golfstaates. Er war eigenen Angabe zufolge seinem Arbeitgeber ausgeliefert, ohne Erlaubnis auf die Rückkehr in seine Heimat. "Die Qual, die Zahir und seine Familie wegen der schlechten Gesetze erfahren haben, darf sich niemals wiederholen", sagte Sharan Burrow, Generalsekretärin des Internationalen Gewerkschaftsbundes ITUC, und ergänzte: "Leider gibt es in Katar viele Arbeitnehmer, die keine Stimme haben. Die Verantwortlichen in Katar sollten ihre Gesetze reformieren und die Bedingungen der Internationalen Arbeitsorganisation respektieren."

Burrow und ihre Organisation kämpfen seit Jahren gegen die Arbeitsbedingungen in Katar an. Zuletzt hatten die englische Zeitung "Guardian" und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International alarmierende Berichte veröffentlicht. Von menschenunwürdigen Zuständen auf den Baustellen und 44 getöteten nepalesischen Gastarbeitern allein im Sommer war da die Rede.

Wie es weitergeht, weiß Belounis noch nicht. Seine Frau Johanna sagte, sie wolle endlich wieder ein normales Leben führen. Von einigen englischen Premier-League-Clubs hat ihr Mann die Zusage erhalten, mittrainieren zu dürfen.

Ein derartiges Angebot von Paris St. Germain dürfte er hingegen wohl nicht bekommen. Dessen Präsident Nasser Al-Khelaifi, ein Vertrauter des Emir, will von menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in seiner Heimat genauso wenig wie von Bestechungsvorwürfen im Zuge der Vergabe der Fußball-WM 2022 etwas wissen. "Es trifft mich sehr, wenn ich solche Verdächtigungen höre. Dabei kann ich definitiv versichern, dass es bei uns keine Menschenrechtsverletzungen gibt. Die Gesetze in unserem Land sind sehr streng. Wir Katarer sind ein herzliches Volk, das so etwas nie geschehen lassen würde", erklärte Al-Khelaifi im Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Demnach gebe es auch keine Verbindungen zwischen dem millionenschweren Investment im französischen Fußball und der WM-Vergabe nach Katar. Diese Gerüchte seien falsch. Wenige Tage vor der WM-Vergabe war es im Élysée-Palast zum Abendessen des damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy mit UEFA-Präsident Michel Platini gekommen. Mit am Tisch saß auch der Emir von Katar. Platini, der für Katar stimmte, hatte das Abendessen in der Vergangenheit nicht bestritten, wohl aber, dass es ein Abkommen gegeben habe.

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