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Sportpolitik  

Hörmann: "Es bedarf der einen oder anderen Korrektur"

03.12.2013, 16:34 Uhr | dpa

Hörmann: "Es bedarf der einen oder anderen Korrektur". Alfons Hörmann ist der Kandidat auf das Amt des DOSB-Präsidenten.

Alfons Hörmann ist der Kandidat auf das Amt des DOSB-Präsidenten. Foto: Angelika Warmuth. (Quelle: dpa)

Düsseldorf (dpa) - DOSB-Präsidentschaftskandidat Alfons Hörmann will den Deutschen Olympischen Sportbund modernisieren und als Nachfolger von Thomas Bach bei Themen wie Doping neu positionieren.

"Nach sieben Jahren bedarf es der einen oder anderen Korrektur", sagte Hörmann vor der DOSB-Mitgliederversammlung am Samstag in Wiesbaden in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Der 53 Jahre alte Unternehmer sieht die Hinterlassenschaft der siebenjährigen Amtszeit von Bach, der zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) aufgestiegen ist, als gutes Erbe und Hypothek. Mit der Fusion von Deutschen Sportbund und Nationalen Olympischen Komitee habe Bach "Außergewöhnliches geleistet", sagte Hörmann. Eine Fusion bündele eine gewisse Zeit lang, doch dann beginne der Zeitpunkt, an dem man zu einem gewissen Normalzustand kommt: "Die nüchterne Feststellung ist: Der DOSB muss sich nun neue Gedanken über Struktur und Aufstellung machen."

Beim Thema Doping strebt er eine Kurskorrektur des DOSB an und steht einem diskutierten Anti-Doping-Gesetz in Deutschland offen gegenüber. "Wenn wir von einer Prioritätenliste sprechen, gehört Doping zu den drei Topthemen der nächsten zwölf Monate", kündigte Hörmann an, der seit 2005 Präsident des Deutschen Skiverbandes. "Es muss uns gelingen, bei diesem Thema aus der Defensive herauszufinden. Wir laufen Gefahr, dass der Sport an dieser Stelle an gesellschaftlicher Akzeptanz verliert." Und wenn ein Anti-Doping-Gesetz dazu beitragen könne, "ein anderes Bild in der Öffentlichkeit zu schaffen, würde ich mich dafür einsetzen".

Auch in der Kontroverse um den Umgang mit der brisanten Studie "Doping in Deutschland seit 1950 bis heute" hat Hörmann eine klare Position: "Wer A sagt, muss auch B sagen." Man sei das Thema mit gutem Grund angegangen. "Deshalb ist es für mich logisch, dass man mit größtmöglicher Transparenz die Dinge auch kommunizieren und diskutieren muss", sagte er. "Da kann man keine halbe Sachen machen."

Das Scheitern der Münchner Winterspiele-Bewerbung für 2018 war für den langjährigen Skiverbands-Chef ein "herber Rückschlag", der aber auch etwas Gute habe. "Ich sehe nicht nur die Schattenseiten der Olympia-Ablehnung. Jetzt können wir die volle Konzentration auch auf andere Projekte und Vorhaben richten", meinte Hörmann. In naher Zukunft hält er eine neue Sommer- oder Winterspiele-Bewerbung nicht für realistisch. Es müsse aber "ein grundsätzliches Ziel bleiben, das größte Sportfest der Welt auszurichten". Da brauche es vielleicht noch ein, zwei Jahre des intensiven Diskutierens. "Ich sehe es mit Zuversicht, aber das Thema steht auf der Prioritätenliste aktuell nicht mehr ganz oben", befand er.

Vorsichtig ist er mit einer Prognose über das Abschneiden bei den Olympischen Winterspielen im Februar in Sotschi. "Die Medaillenzahl von Vancouver zu halten, ist ein sehr ehrgeiziges Ziel - und ich wäre mit weiteren Forderungen sehr vorsichtig", warnte Hörmann. "Wenn wir eine ähnliche Medaillenzahl wie in Vancouver erreichen würden, wäre es in jeder Hinsicht ein toller Erfolg."

Die Furcht, dass mit einem DOSB-Chef, der aus dem Wintersport kommt, die Sommersportarten ins Hintertreffen geraten könnten, hält er für absurd. "Ich weiß, was ich als DOSB-Präsident zu tun habe", erklärte Hörmann. Da wird es nicht Winter oder Sommer, kein Nord, Süd, Ost oder West geben. Ich habe nie Klientelpolitik betrieben."

Ein laufendes Kartellrechtsverfahren hat aus Sicht des DOSB-Präsidiums keine Auswirkungen auf Hörmanns Kandidatur. Das Kartellamt hatte laut einem Spiegel-Bericht 2008 mehreren Firmen aus der Tondachziegelbranche, darunter auch der Creaton AG mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Hörmann, "wettbewerbsbeschränkende Absprachen" vorgeworfen und die Unternehmen auf insgesamt 188 Millionen Euro verklagt. Wie der DOSB mitteilte, "besteht lediglich der Verdacht einer Ordnungswidrigkeit wegen eines Vorgangs, der mehr als sieben Jahre zurückliegt und seitdem öffentlich bekannt ist."

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