Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport >

Die olympische Agenda von Thomas Bach

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Sportpolitik  

Die olympische Agenda von Thomas Bach

10.12.2013, 08:28 Uhr | dpa

Die olympische Agenda von Thomas Bach. Thomas Bach hat Russlands Präsident Putin die Unterstützung des IOC zugesichert.

Thomas Bach hat Russlands Präsident Putin die Unterstützung des IOC zugesichert. Foto: Alexander Zemlianichenko. (Quelle: dpa)

Lausanne (dpa) - Die Entscheidung von Bundespräsident Joachim Gauck gegen eine Reise zu den Olympischen Winterspielen nach Sotschi platzte mitten in die finalen Vorbereitungen von Thomas Bach auf seine erste Sitzung mit der IOC-Exekutive.

Der neue Präsident will im Hauptquartier Château de Vidy in Lausanne seinem Kabinett ein Diskussionspapier zu seinem Projekt "olympische Agenda 2020" mit 70 anonymen Vorschlägen zur kompletten Neuausrichtung der Ringe-Organisation präsentieren.

Er bekomme sehr viel Unterstützung für seine geplanten Veränderungen, sagte der 59-Jährige in einer Zwischenbilanz nach den ersten drei Monaten im Amt. Sein Aufruf zu Offenheit und Dialog sei angekommen. "Die Bereitschaft für Reformen ist spürbar", erklärte Bach in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa.

"Man muss nur sehen, wie es dann ist, wenn es zu den harten Entscheidungen kommt. Das wird die nicht einfache Aufgabe der nächsten Monate sein." Nach dem Meeting in Lausanne geht er mit seinen Kollegen von der Exekutive drei Tage lang in Montreux in Klausur. Zu besprechen gibt es genug. Groß bewerten wollte Bach Gaucks Entscheidung nicht. "Die Einladung von Staatsoberhäuptern bei Olympischen Spielen erfolgt ausschließlich durch die Gastgeberländer. Schon deshalb verbietet sich jeder Kommentar des IOC", sagte er.

Dabei deckte Gaucks Verzicht auf einen Besuch der politisch belasteten Winterspiele vom 7. bis 23.2. im russischen Sotschi, die ganze Problematik der traditionellen Olympia-Vergabe auf. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) ist aus Expansionsgier Abhängigkeiten mit Geld und Macht eingegangen und hat seinen eigentlichen Kernauftrag vernachlässigt, Spiele für Athleten auszurichten.

Bach selbst hatte unmittelbar nach seinem Sieg im Präsidenten-Wahlkampf am 10. September in Buenos Aires mit Wladimir Putin telefoniert und ihm die Unterstützung des IOC zugesichert. Der Kremlchef möchte sein Prestige-Projekt an der russischen Schwarzmeerküste auf keinen Fall gefährdet sehen. Immer wieder muss Bach die problembeladenen Sotschi-Spiele verteidigen. Die Prozedur, die zu diesem Szenario führte, will der Jurist aus Tauberbischofsheim jetzt verändern.

Auch seine fünf Gegner aus dem Präsidentenwahlkampf forderte er auf, sich um die Reformen zu bemühen. "Alle fünf hatte ich zu einem individuellen Gespräch nach Lausanne eingeladen und sie dann gebeten, mir ihre wichtigsten Ideen aus dem Wahlkampf zusammenzufassen", erzählte Bach. "Diese Ideen sind dann auch in das Diskussionspapier für die Sitzung der Exekutive eingeflossen. Alle Ideen sind ohne Autor festgehalten, damit sich alle auf die Sachdiskussion konzentrieren können."

Zentrale Punkte des angedachten Wandels sind eine Überarbeitung des Bewerbungsprozesses mit mehr Mitspracherecht für die Kandidatenstädte, eine Modernisierung des olympischen Programms, ein Mentalitätswandel im Kampf gegen Doping und eine stärkere Einbindung der Jugend. Die Jugendspiele könnten als Experimentierfeld für neue Sportarten dienen.

Bach deutete zudem die Gründung einer Nachhaltigkeits-Kommission an und wollte auch nicht ausschließen, die lange umstrittenen Besuche der jeweiligen Kandidatenstädte durch die IOC-Mitglieder vor der Vergabe Olympischer Spiele wieder zu erlauben: "Wenn es Sinn macht, diesen Schritt zu gehen, werden wir ihn gehen. Wenn nicht, dann nicht. Ich möchte der Diskussion nicht vorgreifen. Zunächst müssen die Bewerbungskriterien und das Verfahren reformiert werden."

Nebenbei versucht Bach, das IOC für einen Austausch mit hochrangigen Vertretern aus Politik, Kultur und Wirtschaft zu öffnen. Ende Januar plant Bach eine Reise zum Weltwirtschaftsforum in Davos.

Und Sotschi? "Ich bin der vollen Überzeugung, dass wir ausgezeichnete Spiele in Sotschi erleben werden. Die Athleten werden beste Bedingungen haben, ein olympisches Dorf mit großartiges Qualität und Sportstätten mit hoher Funktionalität", dozierte der IOC-Chef. Er habe sich ein Zimmer im olympischen Dorf reservieren lassen, betonte er.

Doch kein Wort der Kritik von ihm an Menschenrechtsverletzungen, der Kostenexplosion oder dem Anti-Homosexuellen-Gesetz der russischen Regierung. Bei der Vollversammlung kurz vor der Eröffnungsfeier in Sotschi ist für die Debatte um die IOC-Zukunft übrigens ein ganzer Tag vorgesehen. Danach werden Kommissionen und Arbeitsgruppen Empfehlungen vorschlagen, die bis Ende 2014 abgesegnet werden und in ein Strategiepapier einfließen sollen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal