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Putin macht "Sotschi-Arbeitern" Dampf für Olympia 

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Jahreswechsel  

Putin macht "Sotschi-Arbeitern" Dampf für Olympia 

26.12.2013, 09:23 Uhr | dpa

Putin macht "Sotschi-Arbeitern" Dampf für Olympia . Die Arbeiter auf den Baustellen in Sotschi haben noch viel zu tun.

Die Arbeiter auf den Baustellen in Sotschi haben noch viel zu tun. Foto: Sergei Ilnitsky. (Quelle: dpa)

Sotschi (dpa) - Das Olympiastadion Fischt in Sotschi am Schwarzen Meer ist auch wenige Wochen vor dem Start der ersten Winterspiele unter Palmen nicht reif für die Eröffnung.

Sogar Kremlchef Wladimir Putin, der mit diesem größten Sportereignis der jüngeren russischen Geschichte vor der Welt glänzen will, muss zittern. "Es ist viel getan, aber bis zur Vollkommenheit ist es noch weit", sagt er. Er warnt davor, auf der Zielgeraden jetzt nachzulassen für diese mit 37,5 Milliarden Euro teuerste Winterolympiade. Sie kostet fünfmal so viel wie anfangs geplant. Start ist der 7. Februar 2014.

"Vor uns liegen die Neujahrsferien. Aber für Sie fängt das Neue Jahr erst am letzten Tag der Paralympischen Spiele am 18. März an", donnert Putin mit Blick auf die Armee von 100 000 Arbeitern. Die Schlussetappe sei immer die schwierigste. Befremdet äußert sich Putin darüber, dass das eigens für die Eröffnungs- und Schlusszeremonie gebaute Fischt-Stadion immer noch nicht fertig sei. Die restliche Ausrüstung müsse noch montiert werden. Die Arena mit den 45 000 Plätzen sollte dem Staatsfernsehen schon längst für die Eröffnungsproben bereitstehen. Aber Fehlanzeige.

Der Kreml lächelte immer wieder Probleme und Kritik weg, doch die Nervosität bei den Organisatoren ist spürbar. Investoren beklagen, dass sie von Putin verdonnert worden seien, die Sportanlagen mit Krediten zu finanzieren. Die Wirtschaftszeitung "Wedomosti" schildert, wie die zur Finanzierung gedrängten Oligarchen jammern, dass sich das alles nicht rechne. Nach den Spielen würden zudem Tausende neue Wohnungen, die extra für Sportler und Medienvertreter gebaut wurden, frei. Ein Kollaps des Immobilienmarktes drohe.

Doch die russischen Funktionäre bleiben hart. Es gehe hier schließlich um ein Prestigeprojekt. Putin fordert von den Reichsten der Reichen Opfer für das Weltereignis, das Russlands Ansehen international aufmotzen soll. Dass Menschenrechtler immer wieder Zwangsumsiedlungen, sklavenähnliche Verhältnisse für die Gastarbeiter und Korruptionsskandale beklagen, beachten die Offiziellen und auch die Staatsmedien dagegen kaum.

Kritiker prangerten zudem eine beispiellose Umweltzerstörung an sowie die insgesamt zunehmende Einschränkung persönlicher Freiheiten beim Gastgeber. Ein Reizthema ist und bleibt hier das Verbot, öffentlich in Gegenwart von Kindern lebensbejahend über Homosexualität zu reden. Darauf stehen Geldstrafen. Auf einzelne Aufrufe, wegen homophober Politik im Riesenreich die Winterspiele zu boykottieren, reagiert Russland entsetzt.

Trotzdem versprühen die Organisatoren bei jeder Gelegenheit Euphorie. Der Chef des Staatskonzerns Olimpstroi, Sergej Gaplikow, betont, dass 297 olympische Objekte komplett seien, bei 89 sei es so, dass sie fast fertig seien. Die gesamte Infrastruktur - am Schwarzen Meer die Eisarenen, 45 Kilometer weiter in der Bergregion Krasnaja Poljana die Wintersportanlagen - ist neu entstanden.

Sotschi sei das "Schaufenster für ein modernes Russland", tönt der Chef des Organisationskomitees, Dmitri Tschernyschenko. "Die Stadt ist zugänglich, Tickets und Hotels gibt es." Tschernyschenko gibt auch eine Schneegarantie. Tausende Tonnen gehorteten Schnees sowie Schneekanonen stünden bereit. Trotzdem sprechen Experten von einem Risiko. Angesichts des subtropischen Klimas könnte das winterliche Ringe-Spektakel das wärmste der Geschichte werden. Doch der Kreml zeigt sich stolz, aus der ehemals als Russische Riviera bekannten Region nun einen Kurort für das gesamte Jahr gemacht zu haben.

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