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Fußball-Wettskandal: Verteidigung will Insider hören

22.01.2014, 12:09 Uhr | dpa

Fußball-Wettskandal: Verteidigung will Insider hören. Durch Manipulation sind Sportwetten in Verruf geraten.

Durch Manipulation sind Sportwetten in Verruf geraten. Foto: Karl-Josef Hildenbrand. (Quelle: dpa)

Bochum (dpa) - Jetzt könnte es doch noch richtig spannend werden: Im zweiten Prozess gegen den Fußball-Wettpaten Ante Sapina sollen erstmals zwei chinesische Mitarbeiter eines Londoner Wettvermittlers vernommen werden. Das zumindest hat die Verteidigung beantragt.

Ob es dazu kommen wird, ist allerdings offen. Noch haben die Bochumer Richter nicht entschieden. Es deutet aber schon jetzt alles darauf hin, dass der Prozess in die Verlängerung geht.

Die Zeugen sollen absolute Insider mit besten Kontakten zu Wettanbietern in Asien sein. Mit ihrer Hilfe will die Verteidigung den Vorwurf bandenmäßiger Strukturen erschüttern. Der Vorstoß steht allerdings auf wackligen Beinen. Selbst wenn die Richter dem Antrag stattgeben, ist noch lange nicht klar, ob die Zeugen wirklich nach Deutschland kommen und aussagen werden.

Ursprünglich hatten die Richter das Verfahren im Januar abschließen wollen. Diese Planung scheint nun nicht mehr aufzugehen. An den kommenden beiden Verhandlungstagen soll noch einmal Detailarbeit geleistet werden. Die Richter wollen die polizeilichen Aussagen von Sapina zu einer ganzen Serie von Fußballspielen durchgehen, die 2008 und 2009 Manipulationsangriffen der Wettmafia ausgesetzt waren. Dabei rückt möglicherweise auch noch einmal die WM-Qualifikation zwischen Liechtenstein und Finnland (1:1) vom 9. September 2009 in den Mittelpunkt.

Im Kern geht es immer um die Rolle, die Sapina nach seiner Festnahme Ende 2009 gespielt hat. Hat der 37-jährige Berliner wirklich schonungslos ausgepackt? Dann müsste er im neuen Prozess wohl als Kronzeuge angesehen werden, was auch zu einer milderen Strafe führen könnte. Im ersten Prozess war Sapina zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Dieses Urteil war später vom Bundesgerichtshof gekippt worden.

Friedhelm Althans, der damalige Leiter der Bochumer Ermittlungskommission "Flankengott", hatte die Aufklärungshilfe Sapinas bei seiner Zeugenvernehmung zum Prozessauftakt allerdings heruntergespielt. "Es konnten nur in wenigen Fällen unbekannte Tatverdächtige identifiziert werden", hatte er den Richtern erklärt. Zwei andere Ermittlungsbeamte sahen das bei späteren Vernehmungen etwas anders. Sie tendierten durchaus zu einer Aufklärungshilfe des 37-Jährigen.

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