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Olympia  

Harting setzt sich für Pechstein als Fahnenträgerin ein

22.01.2014, 15:04 Uhr | dpa

Harting setzt sich für Pechstein als Fahnenträgerin ein. Während der Abschlussfeier der Winterspiele in Turin trug Claudia Pechstein die deutsche Fahne schon einmal.

Während der Abschlussfeier der Winterspiele in Turin trug Claudia Pechstein die deutsche Fahne schon einmal. Foto: Matthias Schrader. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Diskus-Olympiasieger Robert Harting hat sich rund zwei Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Sotschi für Claudia Pechstein als Fahnenträgerin des deutschen Teams eingesetzt.

"Ich finde es prima, dass sich DOSB-Präsident Alfons Hörmann für die Rückkehr Pechsteins in die Sportförderung stark macht. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ein weiterer wäre es, wenn man Claudia bei Olympia die Fahne tragen lassen würde", sagte der "Sportler des Jahres" der Deutschen Presse-Agentur.

Pechstein hatte bereits 2006 zur Schlussfeier der Winterspiele in Turin die deutsche Flagge getragen. "Sie ist die älteste Athletin im Team, zum sechsten Mal bei Olympia dabei und die erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin. Sie hat es verdient. Es wäre ein Zeichen der Wiedergutmachung für erlittenes Unrecht", fand Harting.

Pechstein war 2009 zwei Jahre wegen erhöhter Retikulozytenwerte gesperrt worden und hatte 2010 die Spiele verpasst. Inzwischen haben Experten eine vom Vater geerbte Blutanomalie als Grund für ihre abnormen Werte ausgemacht. Der Weltverband bestreitet die Diagnosen.

Der neue DOSB-Präsident Hörmann hatte sich mit Pechstein getroffen und danach öffentlich für die Wiederaufnahme der 41 Jahre alten Athletin in die Sportförderung der Bundespolizei ausgesprochen. Bei den Fahnenträgern sieht er sich der Neutralität verpflichtet. "Generell bin ich mit einem Fahnenträger aus einer Eis-Sportart ebenso glücklich wie mit einem aus dem Skisport", sagte er der "Sport Bild". Bei Pechstein müsse man zwei Dinge trennen: "Erstens: Wie empfindet man das Thema fachlich, sachlich und menschlich? Zweitens: Wie bewertet man es sportpolitisch?"

Der Fall sei insgesamt "medizinisch und juristisch einer der komplexesten Fälle der gesamten Sportgeschichte. Auch hier hat immer die Unschuldsvermutung zu gelten. Dieses Urteil hat das CAS gesprochen. Claudia Pechstein empfindet dieses Urteil als falsch. Moralisch unterstütze ich jeden Athleten, gegen Unrecht zu kämpfen. Aber als Sportorganisation sind wir gehalten, zurückhaltend zu sein", sagte Hörmann.

Der DOSB-Chef gab bekannt, dass der Fahnenträger oder die Fahnenträgerin am 5. Februar mit der Teamleitung in Sotschi festgelegt werde. "Es geht dabei um Leistung und Erfahrung. Aber es geht auch darum, wer das deutsche Team am besten repräsentiert", sagte er. Von ihm werde es dazu "keine persönlichen Festlegungen geben, zumal ich als ehemaliger Präsident des Deutschen Skiverbandes besonders zur Neutralität verpflichtet bin."

Hörmann würde die Fortsetzung von Pechsteins Karriere nach Sotschi begrüßen. "Es klingt vielleicht hart, aber der größte Rückschlag für die DESG, die in der Vergangenheit goldene Zeiten erlebt hat, wäre es wohl, wenn Claudia Pechstein nach Olympia ihre Karriere beenden würde." Es sei derzeit nicht erkennbar, wer diese Lücke auch nur annähernd schließen könnte.

Harting hatte seinen Vorschlag auch mit der derzeitigen Schieflage im Anti-Dopingkampf begründet: "Jeder sollte sich vor Augen führen, dass ein Lance Armstrong Millionen damit verdient hat, dass er Doping zugab. Eine Claudia Pechstein verlor ihr gesamtes Vermögen, weil sie ihre Unschuld juristisch beweisen musste. Kurz: Der eine verdient schuldig Geld, die andere verliert unschuldig alles. Das ist pervers."

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