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Von der Tartanbahn in den Eiskanal  

Olympia-Nominierung von Lolo Jones sorgt für Wirbel

27.01.2014, 17:12 Uhr | sid

Olympia-Nominierung von Lolo Jones sorgt für Wirbel  . Olympia-Teilnehmerin Lolo Jones vom US-Bob-Team posiert bei einem Pressetermin in Park City, Utah. (Quelle: Reuters)

Olympia-Teilnehmerin Lolo Jones vom US-Bob-Team posiert bei einem Pressetermin in Park City, Utah. (Quelle: Reuters)

Die Olympia-Nominierung der exzentrischen US-Anschieberin Lolo Jones sorgt in der Bob-Szene für reichlich Wirbel. Selbst einige US-Athleten vermuten eher marketingrelevante als sportliche Gründe hinter der Entscheidung.

Jones, die als Hürdenläuferin bei den Sommerspielen in London den vierten Platz belegt hatte, sorgt in ihrer Heimat seit Jahren mit skandalträchtigen Geschichten für viel Aufsehen. "Ich hätte härter daran arbeiten sollen, mehr Twitter-Follower zu bekommen als Muskeln", sagte US-Anschieberin Emily Azevedo der Zeitung "USA Today" in Anspielung auf Jones' ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis in sozialen Netzwerken.

Konkurrentin Eberling: hinter Nominierung steckt Kalkül

Azevedo und Katie Eberling hatten bei der Olympia-Nominierung gegenüber Jones den Kürzeren gezogen. "Ich habe das Gefühl, dass dahinter in diesem Jahr eine ganz bestimmte Absicht steckte", sagte Eberling, die Jones dafür aber nicht die Schuld gab. "Sie hat sich ja nicht selbst nominiert."

US-Verband: Jones ist eine "großartige Athletin"

Der US-Verband wies die Anschuldigungen, man habe die in den Medien sehr präsente Jones nicht vordergründig nach sportlichen Aspekten gewählt, weit von sich. Jones sei eine "großartige Athletin", die aus Sicht des Verbandes die "bessere Anschieberin für Olympia" sei, sagte Verbands-Generaldirektor Darrin Steele.

Auch der TV-Sender NBC, der nach dem verletzungsbedingten Startverzicht von "Speed Queen" Lindsey Vonn auf der Suche nach heimischen Olympia-Athleten mit Vermarktungspotenzial ist, betonte, man habe keinerlei Einfluss auf die Entscheidung genommen. "Absolut lächerlich" seien solche Behauptungen, sagte NBC-Produktionsleiter Jim Bell.

Jones gilt als Skandalnudel

Die 31-jährige Jones, die nach eigenen Angaben noch Jungfrau ist ("Ich will mich für meinen Mann aufheben"), polarisiert wie wohl keine Anschieberin vor ihr. Seit ihrem Wechsel von der Tartanbahn in den Eiskanal liefert die frühere Hallen-Weltmeisterin zuverlässig einen Skandal nach dem anderen.

Vor allem ihr vor einem Jahr ins Internet gestelltes Sechs-Sekunden-Video sorgte für helle Aufregung. Jones präsentierte darin einen Scheck des Verbandes in Höhe von 741,84 Dollar, eine Art Aufwandsentschädigung für ihre Premieren-Saison, und lästerte: "Sieben Monate für eine Saison im Bob?! Für eine gesamte Saison?! Das ist alles?!". Für Vierer-Olympiasieger Steven Holcomb war das "ein Schlag ins Gesicht" für jeden anderen Bob-Athleten.

Bar-Schlägerei mit Tochter von Ex-Bobfahrer

Im Sommer machte Jones mit einer angeblichen Bar-Schlägerei Schlagzeilen, bei der sie sich mit der Stieftochter des früheren Bobfahrers Tony Carlino geprügelt haben soll. Der US-Verband drückte aber erneut ein Auge zu und verzichtete auf eine Strafe.

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