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German Masters ohne Snooker-Duo O'Sullivan & Lee

28.01.2014, 12:28 Uhr | dpa

German Masters ohne Snooker-Duo O'Sullivan & Lee. Stephen Lee war lange gesperrt worden.

Stephen Lee war lange gesperrt worden. Foto: David Davies. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Wenn von Mittwoch bis Sonntag die Snooker-Stars in Berlin gastieren, fehlen die zurzeit schlagzeilenträchtigsten Gestalten der populären Billard-Variante.

Der englische Ausnahmekönner und Exzentriker Ronnie O'Sullivan, im Vorjahr zum fünften Mal Weltmeister geworden, verpatzte die Qualifikation für das German Masters und muss zuschauen. Dasselbe gilt für seinen Landsmann Stephen Lee, allerdings aus einem ganz anderen Grund: Der schwergewichtige Weltklassemann ist vom Weltverband gesperrt worden, weil er reihenweise Spiele verschoben haben soll.

O'Sullivan und Lee sind seit Anfang der 90-er Jahre Konkurrenten auf der Tour, haben an den großen Tischen in den engen Hallen für viel Spektakel gesorgt. Auch im schwierigsten Moment für den Snooker-Sport seit fast einem Jahrzehnt waren beide im Herbst vergangenen Jahres mittendrin: Lee, indem er für rekordverdächtige zwölf Jahre gesperrt wurde, und O'Sullivan, indem er anschließend öffentlich monierte, Lee sei nicht der einzige Betrüger unter den Spitzenakteuren. Belegen konnte er seine Behauptung nicht, trotzdem steht sie seither nebulös im Raum.

Vor allem im Snooker-Mekka Großbritannien sorgte Lees Verurteilung in Kombination mit O'Sullivans Unterstellung für Empörung. Seit Peter Francisco (1995) und Quinten Hann (2006) war kein Profi mehr des Wettbetrugs überführt worden. Ex-Weltmeister John Higgins wurde 2011 für ein halbes Jahr gesperrt, weil er es versäumt hatte, den Weltverband über ein angebliches Manipulationsangebot von verdeckten Reportern zu unterrichten. Zudem soll der stets besonnen auftretende Schotte den Eindruck erweckt haben, Ergebnisse absprechen zu wollen.

Der englische Boulevard nahm die neuaufflammende Betrügerdebatte um Lee dankbar auf, der Weltverband reagierte mit hastigen Verbesserungsvorschlägen. Die Zusammenarbeit mit Wettanbietern soll ausgebaut werden, um Auffälligkeiten schneller zu entdecken und den Betrug zu erschweren. Ob das etwas nützt?

"Letztlich hat der Fall zumindest dafür gesorgt, dass das Thema Manipulation auf die Tagesordnung gekommen ist", sagt Rolf Kalb, deutscher Snooker-Guru und Kommentator beim TV-Sender Eurosport. "Der Betrug scheint zur menschlichen Natur zu gehören, auch wenn das natürlich ein schwacher Trost ist", urteilt Kalb, der bei den German Masters in Berlin neben seinem Job als Fernsehmann auch noch den des Hallensprechers ausübt. "Ein Generalverdacht gegen alle Spieler wäre nicht fair, aber man muss versuchen, den Betrügern auf die Spur zu kommen und ihr Entdeckungsrisiko zu groß zu machen", betont er.

Lee kamen die Ermittler auch auf die Schliche, weil sich ein Komplize reichlich dumm anstellte. Er soll sich nach einem verschobenen Match den Wettgewinn abgeholt haben und prompt in die nächste Bankfiliale gestürmt sein, um ein Teil des Geldes auf das Konto von Lees Frau zu überweisen. Kein kluger Zug: Die Indizien sprachen derart klar gegen den früheren Weltranglisten-Fünften, dass ihn das britische Sportgericht schuldig sprach - auch wenn Lee sich als "komplett unschuldig" bezeichnet.

Am Donnerstag, also während der German Masters in Berlin, steht der 39-Jährige während der Berufungsverhandlung wieder vor dem Sportgericht. In Berlin muss dann allerdings auch O'Sullivan seinen Mitstreitern zusehen: Der Vielfach-Millionär verlor Ende des vergangenen Jahres in der Qualifikationsrunde für Berlin gegen einen unbekannten Thailänder.

"Es wird spekuliert, dass Ronnie nicht mit vollem Einsatz ins Spiel gegangen ist", sagt Kalb. Dass O'Sullivan auch mit 38 Jahren noch immer der bestechendste aller Snookerspieler ist, bewies er erst in der Vorwoche mit seinem Sieg beim Masters in London, einem der wichtigen Turniere in der Saison. Nach Deutschland reisen will die schillernde Figur jetzt trotzdem, um mit seinem Namen Zuschauer anzulocken und den Verkauf seines neuen Buches anzukurbeln: "Running - Die Autobiografie" erschien vor zwei Wochen auf Deutsch.

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