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Hertha feiert 61,2-Millionen-Investition: "Meilenstein"

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Fußball  

Hertha feiert 61,2-Millionen-Investition: "Meilenstein"

31.01.2014, 18:20 Uhr | dpa

Hertha feiert 61,2-Millionen-Investition: "Meilenstein". Herthas Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller bei der Pressekonferenz zum US-Investor.

Herthas Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller bei der Pressekonferenz zum US-Investor. Foto: Oliver Mehlis. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Fußball-Bundesligist Hertha BSC, den bisher Verbindlichkeiten von rund 37 Millionen Euro arg zu schaffen machten, feierte einen 61,2-Millionen-Euro-Deal mit dem US-Finanzinvestor KKR als "bahnbrechende Vereinbarung für die Zukunft" des Clubs.

Das Grinsen wollten die Berliner Verantwortlichen gar nicht erst verbergen. "Die finanzielle Verfassung ist ab heute nicht mehr zu vergleichen mit der, die wir gestern hatten", verkündete Vereins-Präsident Werner Gegenbauer stolz. Mit der Vereinbarung sei "ein Meilenstein für Hertha BSC gesetzt", ergänzte der Clubchef.

Die Kohlberg Kravis Roberts (KKR) erwirbt mit rund 21 Millionen Euro nach Vereins-Angaben 9,7 Prozent der Hertha BSC GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Dazu investiert die US-Beteiligungsgesellschaft rund 40 Millionen Euro in "andere Komponenten", erklärte Herthas Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller, ohne diesen Teil näher erläutern zu wollen. Aus der Laufzeit der Investitionen von mindestens sieben Jahre ergebe sich vor allem eine "langfristige Planungssicherheit", ergänzte Schiller. Zuerst hatte "Spiegel online" über den Deal berichtet.

Mit dem Geld des Investors will Hertha zunächst "sämtliche Verbindlichkeiten tilgen", berichtete der Finanzchef des Erstliga-Aufsteigers mit einem Lächeln im Gesicht. Ausgeschlossen ist die Fan-Anleihe, die noch bis 2016 läuft. Zudem sollen Rechte zurückgekauft werden, die der Verein in den vergangenen Jahren veräußert hatte, etwa im Catering. "Mit dem heutigen Tag haben wir uns ungleich mehr Spielräume erarbeitet", betonte Manager Michael Preetz und sprach von einem "Quantensprung" sowie einem "historische Tag" für Hertha.

Zugleich machte Preetz aber deutlich, "dass sich unsere Strategie überhaupt nicht ändert. Wir werden weiter mit viel Augenmaß die Mannschaft verbessern und weiterentwickeln." Der Manager setzt vor allem auf die Kostenersparnis, die sich besonders auch aus der Kredittilgung ergibt. Dass nun sofort goldene Zeiten anbrechen und Hertha etwa die großen deutschen oder gar internationalen Clubs herausfordern will und kann, wies der einstige Torjäger weit zurück. "Es braucht niemand zu glauben, dass wir im Sommer in der Lage sein werden, Transfers in astronomischen Größen zu tätigen", unterstrich Preetz.

Vielmehr gehe es um Wettbewerbsfähigkeit hinter den Branchenführern. Konsolidierung stehe weiter im Vordergrund, meinte Preetz, der zur Feier des Tages nur einen kleinen mutigen Ausblick formulierte: "Natürlich muss es irgendwann für Hertha BSC möglich sein, das eine oder andere mehr zu machen auf dem Transfermarkt."

Das Private-Equity-Unternehmen KKR hatte nach eigenen Angaben im September 2013 Anlagen im Wert von 90,2 Milliarden Dollar (66,8 Milliarden Euro) verwaltet. Bei Hertha hat KKR die Möglichkeit, seinen Anteil auf 33,3 Prozent aufzustocken. Der New Yorker Finanzinvestor gehört zu den ältesten, größten und umtriebigsten Firmenjägern der Welt. Der dickste Brocken war 1989 der US-amerikanische Lebensmittel- und Zigarettenhersteller RJR Nabisco, den KKR für 25 Milliarden Dollar schluckte. Zwei Journalisten verewigten den wochenlangen Kampf im Buch "Barbarians at the Gate", zu deutsch "Barbaren am Tor".

Hertha hat keine Bedenken und sieht gute Renditechancen für die KKR. "Die zentrale Perspektive ist Wachstum. Wenn Hertha BSC an Wert gewinnt, gewinnt auch der Partner", sagte Herthas Finanzchef Schiller. Die Marke Hertha als deutscher Hauptstadtclub werde an Wert gewinnen: "Durch Zufluss der Mittel können wir diesen Prozess beschleunigen." Der Investor werde nicht werben. Ein Vertreter von KKR sitzt neu im Hertha-Aufsichtsrat. Die Geschäftsführung aber bleibe "völlig frei in wirtschaftlichen und sportlichen Entscheidungen", ergänzte Schiller.

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