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Chaos in Sotschi scheint vorprogrammiert

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Nur drei von 20 Hotels fertig  

Chaos in Sotschi scheint vorprogrammiert

01.02.2014, 13:48 Uhr | sid

Chaos in Sotschi scheint vorprogrammiert. In Krasnaja Poljana in der Bergregion im Sotschi wird noch kräftig gebaut. (Quelle: dpa)

In Krasnaja Poljana in der Bergregion im Sotschi wird noch kräftig gebaut. (Quelle: dpa)

Sotschi steht bis zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele am Freitag noch ein gewaltiger Kraftakt bevor. Eine Vielzahl der Hotelzimmer und Unterkünfte befindet sich kurz vor dem Auftakt des teuersten Prestigeprojekts in der russischen Geschichte noch immer im Bau.

Vor allem in der Bergregion scheint durch die Mängel, von denen auch das dortige Olympische Dorf betroffen ist, das Chaos vorprogrammiert. Große Probleme gab es in Teilen des aus dem Boden gestampften Bergareals rund 40 Kilometer von Sotschi entfernt schon an diesem Wochenende.

Journalisten aus aller Welt wurde - wenn überhaupt - erst nach stundenlanger Warterei ein Zimmer in den Wohnkomplexen zugewiesen, da die von ihnen gebuchten nicht bezugsfertig waren. Kevan Gosper, dem australischen IOC-Mitglied und Vorsitzenden der Medienkommission, platzte in einer Sitzung mit internationalen Nachrichtenagenturen der Kragen, als er erfuhr, dass in der Bergregion erst drei der 20 Hotelkomplexe komplett fertiggestellt sind.

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Bach: Nur der letzte Schliff fehlt noch

An höchster Stelle verbreitet man derweil demonstrativ Zuversicht. "Es wird in den kommenden Tagen noch den letzten Schliff geben, aber das ist ja nicht neu", sagte ein gut gelaunter IOC-Präsident Thomas Bach bei seiner Ankunft am Schwarzen Meer: "Insgesamt kann man sagen: Sotschi ist bereit."

Das deutsche Team ist von den Problemen bislang nicht betroffen. Allerdings sind die ersten Athleten, die nach Sotschi gereist waren, auch im Olympischen Dorf im "Coastal Cluster" direkt an der Küste untergebracht. Die ersten Freestyler checkten derweil in den Bergen ein. "Es gibt bislang keine Probleme", sagte DOSB-Pressesprecher Christian Klaue, "auch wenn hier und da noch der Feinschliff fehlt".

Fehlender Feinschliff trat in zahlreichen Journalistenunterkünften in vielfältiger Form zutage, auch in der Talregion: offene Kabelstränge, die in Zimmern aus der Wand ragten, Baustaub auf hastig installiertem Interieur, fehlende Einrichtungsgegenstände oder vom Bau verdreckte, schlecht verlegte Teppichböden. Zu allem Überfluss versank die Stadt und vor allem die zahlreichen Baustellen nach Dauerregen auch noch im Schlamm.

"Wenn alle Besucher überleben, ist das ein großer Erfolg"

Russland hat knapp 40 Milliarden Euro in die teuersten Spiele der olympischen Geschichte investiert. Tausende Gastarbeiter hatten die Bettenburgen in der Olympiastadt hochgezogen, wegen ihrer miserablen Behandlung waren die russischen Organisatoren weltweit in die Kritik geraten. "Ich halte das Risiko, das die Bauwerke darstellen, für größer als die terroristische Bedrohung", hatte der russische Regimekritiker Boris Nemzow gesagt: "Wenn alle Besucher überleben, ist das ein großer Erfolg. Dies ist kein Scherz."

Auch IOC-Mitglied Gianfranco Kasper gab sich kritisch. "Wie baut man in so kurzer Zeit 25.000 bis 30.000 Hotelbetten auf?", fragte der Schweizer: "Wenn's Probleme gibt, wenn es ein Loch in der Wand hat - naja, Farbe drüber, das merkt man im Moment nicht. Aber spätestens in zehn Jahren, da wird man diese Geschwindigkeit, diesen Druck natürlich spüren."

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