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Olympia 2014: Neues Doping-Wundermittel - IOC-Präsident Thomas Bach bleibt gelassen

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Russlands Neues Doping-Wundermittel  

IOC-Präsident Thomas Bach bleibt cool und setzt auf die WADA

03.02.2014, 14:39 Uhr | sid

Olympia 2014: Neues Doping-Wundermittel - IOC-Präsident Thomas Bach bleibt gelassen. IOC-Präsident Thomas Bach macht sich keine großen Sorgen über das neue "Wundermittel" aus Russland.  (Quelle: dpa/Kombo: dpa/ap)

IOC-Präsident Thomas Bach macht sich keine großen Sorgen über das neue "Wundermittel" aus Russland. (Quelle: Kombo: dpa/ap/dpa)

IOC-Präsident Thomas Bach hat sich in die Debatte um das neue Dopingmittel "Full Size MGF" eingeschaltet und die Entdeckung des sogenannten "Wundermittels" mit Gelassenheit zur Kenntnis genommen. "Ich habe von dem Fall gehört und habe volles Vertrauen in die WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur, Anm. d. Red.). Der Fall liegt in ihrer Verantwortung, und ich habe keinen Zweifel, dass die WADA dieser gerecht werden wird", sagte Bach in Sotschi.

Auf die Frage, ob es ein Problem darstelle, dass dieser Fall ausgerechnet im olympischen Gastgeberland Russland seinen Ursprung hat, antwortete Bach: "Nein, aber das muss auch die WADA beurteilen. Ich denke, dass sie die ersten Schritte bereits unternommen hat."

NADA-Vorstand warnt: "Können Proben einfrieren"

Dies bestätigte auch Lars Mortsiefer, Vorstand der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA), am Rande des Sport-Business-Kongress SpoBis in Düsseldorf. "Wir bemühen uns mit der WADA, so schnell wie möglich Nachweisverfahren für dieses Mittel zu entwickeln." Der Jurist bestätigte, dass das Dopingmittel MGF bereits seit vielen Jahren bekannt und auch auf der Verbotsliste aufgeführt sei.

Bei dem nun aufgetauchten "Full Size MGF" soll es sich allerdings um eine völlig neue Variante handeln. Mortsiefer warnte Sportler davor, auf diese Substanz zurückzugreifen. "Es ist wichtig zu wissen, dass wir die Proben, die wir nehmen, auch einfrieren können. Wir können dann im Nachgang, wenn valide Testverfahren da sind, die Doper überführen, die diese Substanz eingenommen haben."

Dopinglabor bestätigt hohe Wirksamkeit von "Full Size MGF"

Bei Undercover-Recherchen im Umfeld der Russischen Akademie der Wissenschaften war einem Reporter-Team des WDR in Moskau ein neuartiger sogenannter Wachstumsfaktor angeboten worden. Dabei handelte es sich um ein synthetisch hergestelltes Molekül zum Muskelaufbau. Die hohe Wirksamkeit des Mittels, das ein "renommierter russischer Forscher" in einem mit versteckter Kamera gedrehten Verkaufsgespräch "Full Size MGF" nannte, bestätigte das Dopinglabor.

Entwickelt wurde die Essenz einer körpereigenen Substanz demnach in einer Moskauer Forschungseinrichtung im staatlichen Auftrag.

Trotz allen Entsetzens überraschte es nicht, dass ausgerechnet ein Wissenschaftler aus dem Olympia-Gastgeberland das neue Mittel auf den Markt angeboten hatte. Schon oft war Russland in der Vergangenheit im Anti-Doping-Kampf unrühmlich aufgefallen, erst in der vergangenen Woche hatte es zwei positive Proben im Biathlon gegeben.

Verschleierung von positiven Proben in Russland

Auch für die Winterspiele am Schwarzen Meer werden nur wenig Erfolge im Kampf gegen dopende Athleten erwartet. Das IOC will den Betrügern zwar mit einer Rekordzahl an Tests (2453) zu Leibe rücken, aber nach Einschätzung vieler Fachleute hinken die aktuellen Kontrollmechanismen den neuesten Trends verbotener Substanzen gewaltig hinterher. "Wer sich in Sotschi ertappen lässt, ist entweder ein Hasardeur, der seine allerletzte Chance ergreift, oder bescheuert", sagte der Heidelberger Molekularbiologe Werner Franke.

Der Wissenschaftler prangerte vor allem die Verschleierung von positiven Proben in Russland an. "Ich halte das System der Sowjetunion und das seiner Nachfolge-Staaten für korrupt", so Franke. Ein gutes Beispiel für die Vertuschungskünste der Russen seien die Olympischen Spiele 1980 in Moskau gewesen. Damals habe es zunächst offiziell keinen Dopingfall gegeben. Als die Proben später zwecks Erstellung einer Doktorarbeit nach Köln geschickt wurden, traute man dort seinen Augen nicht. "Da hat man gesehen: Die Moskauer Proben waren voll mit unerlaubten Mitteln", schilderte Franke.

"60 Prozent aller Olympia-Teilnehmer" werden gedopt sein

"Es wird in Sotschi nicht viele Dopingfälle geben. Ich rechne mit einem, zwei, mehr nicht", sagte unterdessen der Mainzer Sportmediziner Perikles Simon. Im Gespräch mit t-online.de schätzte er allerdings auch, dass "bis zu 60 Prozent aller Olympia-Teilnehmer" gedopt sein würden, "quer durch alle Sportarten." (Das vollständige Interview mit Perikles Simon lesen Sie hier)

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