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Loch will bergauf zu Gold: "Looping in der Achterbahn"

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Olympia 2014  

Loch will bergauf zu Gold: "Looping in der Achterbahn"

04.02.2014, 13:01 Uhr | dpa

Loch will bergauf zu Gold: "Looping in der Achterbahn". Felix Loch gefallen die Steigungen im Eiskanal am besten.

Felix Loch gefallen die Steigungen im Eiskanal am besten. Foto: Kay Nietfeld. (Quelle: dpa)

Krasnaja Poljana (dpa) - Drei Bergauf-Passagen - und dennoch fast Tempo 140! Trotz der bewusst eingebauten Steigungsstrecken geht es für die Rodler auf der Olympia-Bahn von Sotschi rasant zu Gold.

"Es ist eine ganz eigene Bahn. Man kann sie mit keiner anderen vergleichen", beschreibt Olympiasieger Felix Loch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa die ungewöhnliche Eisrinne.

Vor allem die Kompression im unteren Teil hat es dem 24-Jährigen angetan: "Das hat man auf keiner Bahn der Welt so extrem. Es ist wie ein Looping in der Achterbahn, da drückt es einen mit 140 km/h ganz schön rein", schwärmte Loch nach der ersten Trainingsfahrt am Dienstag mit einem Strahlen im Gesicht.

Vor den Wettbewerbsfahrten ging es für ihn erstmal vom Damenstart und noch nicht im Rennoutfit los - im Gedanken kann er sich die erhoffte Fahrt zu Gold mit drei Schlüsselstellen schon abrufen: Auf geht's! Auf den ersten Metern geht es erst einmal mächtig bergab. "Der Start ist so steil, wie er steil sein darf", betont Loch. Für die als starke Starter bekannten deutschen Männer sei dies aber kein Problem: "Die Startbahn am Königssee etwa ist ähnlich."

Bis zur ersten Kurve komme keine Hektik auf, erklärt Loch. Zudem sei die Rechtskurve "keine große Kunst", auch in Kurve zwei "passiert relativ wenig", erläutert der viermalige Weltmeister. Nach einer Geraden folgt die erste Linkskurve: "Hier muss man, um optimal herauszukommen, den Schlitten ab der Mitte stärker herauslenken."

Doch nun wird es schon ernst. Kurve fünf ist für den Olympiasieger die alles entscheidende Stelle auf dem Weg zu Gold. Die ersten zwei Drittel geht es hier bergab, dann noch in der Kurve aufwärts. "Hier wird das Rennen auf jeden Fall entschieden. Wenn man hier einen Fehler macht, kann man eigentlich direkt absteigen", sagt Loch. Denn nach Kurve fünf folgt eine lange Bergauf-Gerade. "Da macht man sicher ein bis zwei Höhenmeter. Wenn man vorher einen Fehler gehabt hat, verliert man viel zu viel Zeit", erklärt der Berchtesgadener.

Bis zum ersten Drittel der Kurve sechs reicht die Bergauf-Fahrt. "Hier rutscht man leicht. Hier muss man etwas Gefühl beweisen", sagt Loch zu dieser Linkskurve. Kurve sieben ist dann eine Rechtskurve: "Das ist fast eine Art Spitzbogen. Man lässt seinen Schlitten am Anfang reinlaufen, um ihn dann von der Mitte an herauszulenken."

Die nächste Gerade weist mächtig Gefälle auf, es geht "ordentlich bergab." Kein Problem, zumal die nächste Kurve die weltbesten Rodler eher kalt lässt. "Kurve acht ist eher ein Knick in der Bande", berichtet Loch lachend. "Wir fahren da kerzengerade durch."

Anders sieht es in der nächsten Linkskurve aus, die zwei Druckpunkte aufweist. "Hier sollte man keine Welle fahren", mahnt Loch. "Und zum Ende hin sollte man genügend Höhe mitbringen." Direkt dahinter folgt Kurve zehn: "Eine ewig lange Rechtskurve mit drei Druckpunkten, die zum Ende hin wieder bergauf führt."

Bis zur Einfahrt Kurve elf reicht diese Bergauf-Strecke. "Man muss erst sehr, sehr weit oben in dieser Linkskurve fahren und muss den Schlitten dann von der Mitte an herunterziehen", erklärt der 24-Jährige. "Im letzten Drittel muss man schon stark lenken." Die Ausfahrt aus der Kurve ist in den Augen Lochs die zweite Schlüsselstelle, hier muss man einfach treffen. Denn danach geht es mächtig bergab: Es folgen eine Gerade sowie zwei laut Loch zu vernachlässigende Kurven. "Die gibt es eigentlich gar nicht."

Dafür aber Kurve 14. "In dieser Linkskurve muss man den Schlitten wieder bis oben unter die Bretter fahren, um dann von der Mitte an ordentlich herauszulenken." Bis zur nächsten Rechtskurve folgt die dritte Bergauf-Passage: "Das sind bestimmt fünf Höhenmeter", sagt Loch zum erneuten Tempo-Drossler. Mit den Bergauf-Strecken soll eine maßlose Tempojagd wie bei Olympia 2010 in Vancouver, als der Georgier Nodar Kumaritaschwili zu Tode stürzte, verhindert werden.

Im Übergang zu Kurve 15 sieht Loch die letzte Schlüsselstelle der Olympia-Bahn. "In dieser Rechtskurve muss man den Anfahrtspunkt ganz genau treffen. Da kann man kaum lenken." Mittig sollte die Einfahrt in die nächste Gerade erfolgen. Nun noch zwei weitere, allerdings eher unbedeutende Kurven, dann ist es geschafft. "Das Ziel ist da - und jetzt schaue ich auf die Zeit."

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