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Olympia 2014: Armin Zöggeler steht vor seinem letzten Rennen

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Olympia 2014  

Zöggeler: So eine Karriere "niemals zu träumen gewagt"

05.02.2014, 17:26 Uhr | dpa

Olympia 2014: Armin Zöggeler steht vor seinem letzten Rennen. Der Italiener Armin Zöggeler könnte als erster Sportler bei sechs Winterspielen hintereinander Edelmetall holen.

Der Italiener Armin Zöggeler könnte als erster Sportler bei sechs Winterspielen hintereinander Edelmetall holen. Foto: Tobias Hase. (Quelle: dpa)

Krasnaja Poljana (dpa) - 20 Jahre nach dem ersten Medaillen-Gewinn bei Olympia geht Rodel-Ikone Armin Zöggeler bei den Winterspielen in Sotschi wahrscheinlich das letzte Rennen seiner Karriere an.

"Man weiß ja nie, was kommt", schränkt der 40 Jahre alte Südtiroler in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa ein. "Aber die Wahrscheinlichkeit ist wirklich sehr, sehr groß, dass es das letzte Rennen sein wird", sagt der zweimalige Olympiasieger, der bei der Eröffnung von Olympia 2014 als Fahnenträger das italienische Team anführt. Der Einzel-Wettbewerb der Männer findet am Samstag und Sonntag statt.

Als Junge ist Armin Zöggeler einst mit dem Schlitten zur Schule gefahren. So fing alles an. Hätten Sie jemals gedacht, dass es so eine unglaubliche Karriere mit zwei Olympiasiegen werden würde?

Armin Zöggeler: Nein, sicher nicht! Dass die Karriere so lange anhält, dass überhaupt so eine Karriere herauskommt, das hätte ich niemals zu träumen gewagt. Das ist schon ein Wahnsinn, das muss man schon sagen. Und das macht mich irgendwie schon ein bisschen stolz.

Fünfmal waren Sie bisher bei Olympia, jedes Mal haben Sie Edelmetall eingefahren. Wie groß sehen Sie in Sotschi Ihre Chancen, als erster Sportler überhaupt bei sechs Winterspielen hintereinander eine Olympia-Medaille zu holen?

Zöggeler: Mit dieser Thematik beschäftige ich mich erst, wenn es soweit kommen sollte. Ich weiß, dass es schwierig wird. Es sind einfach nur drei Plätze auf dem Podium frei. Ich versuche, mich so gut wie möglich auf das Rennen vorzubereiten. Aber es gibt eine ganze Menge starke Fahrer, allen voran Olympiasieger Felix Loch. Ich bin mittendrin, stelle mich hinten an und versuche, mich nach vorne zu arbeiten.

Einen Tag vor Ihrem Wettkampf werden Sie das italienische Team als Fahnenträger anführen. Was bedeutet das Ihnen?

Zöggeler: Nur wenigen Sportlern wird diese Ehrung zuteil. Es gibt ja viel mehr Olympiasieger als Fahnenträger. Aber da schon am nächsten Tag meine ersten beiden Läufe anstehen, möchte ich dabei so wenig Zeit wie möglich verlieren.

Und nach dem letzten Rennen in Sotschi verabschiedet sich die Rodel-Ikone Armin Zöggeler mit einem Servus?

Zöggeler: Ich werde auf meinen Körper hören, was mein Gefühl sagt. Man weiß ja nie, was kommt. Wenn man mir vor zehn Jahren gesagt hätte, dass ich mit 40 Jahren noch fahre, hätte ich ihm vielleicht einen Vogel gezeigt. Deshalb sage ich nicht: Fertig! Schluss! Das wird das letzte Rennen! Dies kann ich definitiv erst mit einem gewissen Abstand nach Sotschi sagen.

Das heißt, Sie haben noch nicht endgültig über Ihre sportliche Zukunft entschieden?

Zöggeler: Die Wahrscheinlichkeit ist wirklich sehr, sehr groß, dass es das letzte Rennen sein wird. Ich stelle mich schon darauf ein, dass es so sein wird. Und es soll auch so sein: Es war eine sehr lange und eine sehr schöne Zeit. Und es ist sicherlich ein guter Zeitpunkt, um definitiv aufzuhören. Es wird wahrscheinlich das letzte Rennen sein.

Verspüren Sie bei dem Gedanken an das Karriereende Wehmut?

Zöggeler: Ich lasse es noch nicht ganz an mich ran, dass jetzt möglicherweise wirklich Schluss ist. Ich lasse es auf mich zukommen und schaue, was Olympia bringt. Aber natürlich war es schon eine lange Zeit für mich im Rodel-Zirkus.

Genau genommen ein Vierteljahrhundert. Vor 25 Jahren haben Sie Ihren ersten Weltcup-Auftritt gehabt. Wie hat sich Ihr Sport seitdem verändert?

Zöggeler: Es hat sich wahnsinnig viel verändert. Vor allem die Professionalität hat eindeutig zugenommen. Und die Athletik: Als ich 1989 angefangen habe, waren die ersten drei oder fünf Fahrer athletisch einigermaßen gut. Heute weiß jeder, worauf es ankommt, weiß jeder, dass man am Start einigermaßen mitkommen muss. Wenn man sich anschaut, wie man vor 25 Jahren gestartet ist, dann ist das ein großer Unterschied zu heute.

Wie wird das Leben von Armin Zöggeler nach dem Ende seiner sportlichen Karriere aussehen?

Zöggeler: Dies kann ich nicht beantworten, weil ich es nicht weiß. Ich bin seit 25 Jahren im Rodel-Zirkus. Ich bin jeden Winter dabei gewesen und somit jeden Winter von zu Hause weg gewesen. Ich kann es also definitiv nicht beantworten, wie es sein wird. Aber ich freue mich natürlich sehr auf meine Familie: Das ist der springende Punkt.

Was werden Sie zukünftig machen? Wie sehen Ihre Pläne aus?

Zöggeler: Ich kann nicht nur auf dem Sofa sitzen. Das ist nicht mein Charakter. Ich habe für meine Zukunft schon das eine oder andere im Kopf, was ich aber noch nicht öffentlich sagen möchte. Ich konzentriere mich jetzt auf Olympia. Danach habe ich ein bisschen Abstand, kann ein bisschen runterkommen, um genau zu verstehen, wo es mich dann definitiv hintreibt. Ob ich dem Rodel-Sport erhalten bleibe, ob ich in die Privatwirtschaft gehe oder bei den Carabinieri bleibe. Ich habe für mich schon irgendwie eine Antwort, aber ich möchte einfach Abstand haben, um zu verstehen, wo es mich hinzieht.

Werden Sie etwas vermissen im Rodel-Sport?

Zöggeler: Auch das weiß ich noch nicht. Erst wenn ich nicht mehr im Rodel-Sport sein werde, kann ich das beantworten. Aber klar ist: Das Schöne ist, dass man den Rodel-Sport fast schon wie eine große Familie sehen kann. Es gibt im Großen und Ganzen keine Reibereien. Alle verhalten sich wirklich gut und vernünftig.

Mit Dominik Fischnaller steht möglicherweise Ihr Nachfolger im italienischen Team schon bereit. Sind Sie froh, dass bei ihrem Abgang damit keine zu große Lücke entsteht?

Zöggeler: Das stimmt mich zuversichtlich, dass es weitergeht. Auch nach mir. Es geht immer weiter. Wir haben jetzt ganz gute junge Athleten. Das ist gut so. Es geht nach dem Papst auch immer weiter, weil auch wieder ein neuer kommt. Es geht immer weiter.

ZUR PERSON: Armin Zöggeler (40) gehört seit 20 Jahren zur absoluten Weltspitze im Rodel-Sport. Der Südtiroler begann seine Laufbahn im populären Naturbahnsport, wechselte mit 14 Jahren aber auf die Kunsteisbahn. 2002 und 2006 wurde der Italiener Olympiasieger, zudem gewann er bei drei weiteren Winterspielen Edelmetall. In Sotschi hofft der Vater von zwei Kindern auf seine sechste Olympia-Medaille.

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