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Wladimir Putin vor Sotschi 2014: Russland hält sich an Olympische Charta

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Olympia 2014  

Terror & Wetter - Warum es viel Wirbel um Sotschi gibt

07.02.2014, 12:28 Uhr | dpa

Wladimir Putin vor Sotschi 2014: Russland hält sich an Olympische Charta. Der russische Präsident Wladimir Putin hofft auf einen großen Erfolg der Winterspiele.

Der russische Präsident Wladimir Putin hofft auf einen großen Erfolg der Winterspiele. Foto: Anatoly Maltsew. (Quelle: dpa)

Sotschi (dpa) - Russland zieht als Gastgeber von Olympia 2014 in Sotschi alle Register - aber auch international jede Menge Kritik auf sich.

Im Blickpunkt steht dabei nicht nur die Lage der Menschenrechte, sondern auch die von mächtigen Oligarchen und korrupten Beamten geprägte Wirtschaft. Einige Fragen und Antworten um das Prestigeprojekt von Kremlchef Wladimir Putin:

Warum sind diese Spiele für das größte Land der Erde so wichtig?

Mit der in sieben Jahren völlig neu entstandenen Infrastruktur hat Russland erstmals wieder ein vollwertiges Wintersportzentrum mit Wettkampfanlagen. Auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte Russlands Bewerbung unterstützt. Der Grund, wie IOC-Chef Thomas Bach erklärt: Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor gut 20 Jahren stand die stolze Wintersportnation auf einmal ohne ein solches Zentrum da. Viele Wettkämpfe musste Russland im Ausland austragen. Für Sotschi verspricht der Wetterdienst bisher auch Schneesicherheit.

Immer wieder ist von "Putins Spielen" die Rede - läuft für den Gastgeber alles wie geplant?

Als "Herr der Ringe" bei Olympia hält "Zar" Putin Hof und will der Welt ein neues Russland vorführen. In einem Interview behauptete er, dass die Spiele in Sotschi seine Idee gewesen seien. Doch die Pläne oder Visionen, im Kaukasusgebirge ein Wintersportgebiet für Olympia zu errichten, gehen in tiefste Sowjetzeiten zurück. Nur hat die Rohstoffmacht erst unter Putin wieder zu internationaler und finanzieller Stärke gefunden, um die Kosten von 37,5 Milliarden Euro ausgeben zu können. Russlands Führung betont, dass alles fertig sei.

Es gab und gibt extreme Sicherheitsbedenken - wie sicher ist Sotschi 2014?

Die Organisatoren beteuern, dass alles getan worden sei für "sichere Spiele". Das betonte auch Vize-Regierungschef Dmitri Kosak am Donnerstag erneut, als die USA vor möglichem Sprengstoff warnten, den Terroristen in Zahnpastatuben nach Sotschi schmuggeln könnten. Putin, der selbst einmal den berüchtigten Inlandsgeheimdienst FSB leitete, gilt als Meister in Sicherheitsfragen. Nach seinen Angaben haben Geheimdienstler, darunter aus dem Bundeskriminalamt, in Sotschi einen Stab gegründet, um allen Terrorhinweisen nachzugehen.

Zahlreiche westliche Staats- und Regierungschefs verzichten auf einen Sotschi-Besuch - droht Putin eine "Ein-Mann-Show"?

Die russischen Gastgeber betonen, dass anders als 1980 - bei den Sommerspielen in Moskau - Boykottdebatten diesmal ins Leere liefen. Allerdings kommen viele westliche Staatenlenker wie US-Präsident Barack Obama oder Bundespräsident Joachim Gauck nicht. Der Kreml brüstet sich dennoch, dass allein zur Eröffnungsfeier an diesem Freitag mehr als 40 Staats- und Regierungschefs ans Schwarze Meer kämen. Putin wird mit seinen Kollegen etwa aus China, der Ukraine und Weißrussland feiern. Viele Gäste kommen aus Ländern, die Menschenrechtler als Diktaturen oder Halbdiktaturen anprangern.

Von den teuersten Spielen aller Zeiten ist die Rede - wieso?

Russland hat so viel Geld wie noch nie ein Olympia-Ort ausgegeben - und zwar 37,5 Milliarden Euro. Die reinen Organisationskosten, das betonten die Veranstalter, seien nicht höher gewesen als bei anderen Spielen. Weil aber für die ersten Winterspiele unter Palmen in den Subtropen alle Sportanlagen neu gebaut werden mussten, schnellten die Kosten in die Höhe. Experten führen dies vor allem auf die in Russland verbreitete Korruption zurück. Die Organisation Transparency International sieht das Riesenreich auf Platz 127 mit einer Liste von 177 Ländern.

Korruption war nicht der einzige Kritikpunkt - was sonst noch?

Offiziell weisen die Funktionäre die Vorwürfe der Korruption zurück und fordern Beweise dafür, dass sie Olympia nur organisiert hätten, um sich zu bereichern. Umweltaktivisten sowie führende Oppositionelle wie Alexej Nawalny und der frühere Vize-Regierungschef Boris Nemzow kritisieren auch eine beispiellose Naturzerstörung im Nationalpark Kaukasus. Menschenrechtler monieren unter anderem, dass zwangsumgesiedelte Bürger nicht ausreichend oder gar nicht entschädigt worden seien. Ein großes Thema war die Ausbeutung von Gastarbeitern aus Zentralasien.

Im Fokus standen immer wieder die Rechte von Homosexuellen bei Olympia - hat sich Russland hier bewegt?

Präsident Putin hat mehrfach betont, dass Russland sich an die Olympische Charta halte und niemanden wegen seiner "geschlechtlichen Orientierung" ausgrenzen werde. Dass Intoleranz gegenüber Homosexuellen aber ein Problem ist, zeigte der Auftritt von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in Sotschi, der unerwartet deutlich vor Homophobie warnte. Streitpunkt ist vor allem ein Gesetz zum Verbot von "Homo-Propaganda". Strafbar macht sich demnach, wer über Homosexualität positiv in Gegenwart von Minderjährigen spricht. Menschenrechtler beklagen, dass Funktionäre und Prominente vor allem in den Staatsmedien offen hetzen würden gegen Homosexuelle.

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