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Medaillenjagd in Sotschi 2014: Vorgaben für deutsche Sportler zu hoch?

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Olympia 2014  

Medaillenjagd: Vorgaben für deutsche Sportler zu hoch?

07.02.2014, 10:57 Uhr | dpa

Medaillenjagd in Sotschi 2014: Vorgaben für deutsche Sportler zu hoch?. Der deutsche Chef de Mission, Michael Vesper, erwartet viel von den deutschen Athleten.

Der deutsche Chef de Mission, Michael Vesper, erwartet viel von den deutschen Athleten. Foto: Daniel Karmann. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - "30 Medaillen plus eine": Diese scheinbar einfache Formel hat DOSB-Generaldirektor Michael Vesper den deutschen Athleten mit auf den Weg zu Olympia 2014 nach Sotschi gegeben.

Zehn Gold-, 13 Silber- und sieben Bronzemedaillen waren es in Vancouver 2010, bei Olympia an der Schwarzmeerküste soll dieses Ergebnis möglichst getoppt werden. Der mit den Fachverbänden für Sotschi ermittelte Zielkorridor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) liegt zwischen 27 und 42 Medaillen. Solche Vorgaben aus Deutschland, misslungene Generalproben im Weltcup und der Erwartungsdruck einer ganzen Nation lasten auf den Athleten. Zerbrechen sie an diesem Druck? Fragen und Antworten zur Medaillenjagd in Sotschi:

Wie realistisch sind die Vorgaben des DOSB ?

Die Ziele sind sehr ambitioniert, sagen Sportwissenschaftler. "Die Forderung ist sicherlich etwas hoch gegriffen. 30 ist eher das Optimum", sagt Linda Schücker, Sportpsychologin an der Uni Münster. DOSB-Spitzenfunktionär Vesper selbst gab im dpa-Interview zu, 30 plus eine Medaille zu erreichen wäre "ein Riesenerfolg" - auch weil andere Nationen aufgeholt hätten. Unmöglich zu erreichen sei das Ziel aber nicht, findet etwa der Leiter des Instituts für Wintersport in Garmisch-Partenkirchen, Professor Dirk Heering. "Realistisch ist das auf jeden Fall."

Wo steht Deutschland im Vergleich mit anderen Nationen?

"Platz vier oder fünf, vielleicht auch die drei" ist für die Deutschen möglich, sagt Heering. Als Favoriten im Medaillenspiegel sieht er aber andere: "Die Norweger dominieren den nordischen Sport, die US-Amerikaner sind in fast allen Sportarten breit aufgestellt."

Wen sehen die Wettbüros vorn?

Geht es nach den Buchmachern, wird Norwegen um die Stars Northug, Svendsen und Fahnenträger Svindal die Medaillenwertung am Ende mit dem meisten Gold anführen. Den Wettquoten zufolge wird die USA aber wie in Vancouver 2010 die meisten Medaillen gewinnen. Im Medaillenspiegel liegt am Ende diejenige Nation vorn, die nicht am meisten Edelmetall, sondern am häufigsten Gold gewonnen hat.

Könnten die deutschen Sportler an den Zielvorgaben verzweifeln?

"Es heißt ja nicht, dass Druck nur negativ ist. Manche Leute können damit super umgehen", sagt Psychologin Schücker. Jeder Sportler schaue zuerst auf sich selbst und nicht auf den Medaillenspiegel. Oft bräuchten gestandene Sportler diesen Druck sogar, um über sich hinauswachsen zu können, so Schücker.

Wen setzen die Vorgaben besonders unter Druck?

Die Jungen und Unerfahrenen. Sie könnten in Ausnahmefällen ihre Entspanntheit verlieren, wenn sie unerwartet auf Medaillenkurs sind, sagt Schücker. "Wenn jemand plötzlich Medaillenkandidat ist, was er selbst vorher gar nicht für möglich hielt, dann setzt so eine Forderung noch mehr unter Druck." Pauschalisieren lasse sich das aber nicht, sagt auch Sportwissenschaftler Heering: "Der eine Debütant ist nervös, ein anderer geht ganz befreit daran und denkt: Er hat eh noch zwei, drei Olympische Spiele."

Welche Rolle spielen Stars wie Claudia Pechstein, Maria Höfl -Riesch oder Felix Neureuther? Stehen junge Athleten in ihrem Schatten?

Im Gegenteil. Die Stars könnten mit ihrer Präsenz Druck von der Mannschaft nehmen - und Debütanten möglicherweise zu Höchstleistungen treiben, sagt Schücker. "Wenn ein paar Leistungsträger dabei sind, nimmt das die Verantwortung von den Jüngeren weg. Junge Athleten wollen nicht im Schatten zurückbleiben, sondern fühlen sich dadurch auch angespornt." Ähnlich sieht das Sportwissenschaftler Heering: "Wenn ich mit solchen Weltspitze-Athleten trainiere und wenn ich merke, dass ich da dran bin, dann ist das absolut motivierend."

Welche Auswirkungen haben verpatzte Generalproben im Weltcup für Olympia?

Am Wochenende vor Olympia gab es für manche Medaillenhoffnung nur durchschnittliche Platzierungen: Maria Höfl-Riesch kam beim letzten Weltcup-Slalom vor Olympia nur auf Platz 23, Snowboard-Weltmeisterin Isabella Laböck schied bei ihrer Generalprobe im Viertelfinale aus. Während unerfahrene Sportler daran verzweifeln könnten, zögen erfahrene Athleten Stärke aus solchen Niederlagen, glaubt Schücker. "Manche gehen jetzt nach dem Motto dran: Wenn die Generalprobe nicht klappt, dann klappt es erst recht im Wettkampf."

Winterzeit ist Krankheitszeit. Ein Faktor?

"Wenn eine Grippe im Training dazwischen kommt wie bei Viktoria Rebensburg, dann ist das schwierig", sagt Heering. Der letzte Weltcup-Riesenslalom fiel für die lange wegen einer Lungenentzündung pausierende Skifahrerin wegen schlechten Wetters aus. Verrückt machen sollte sie sich vor dem Start deshalb aber nicht, so Heering. "Egal wie stark ein Athlet darauf hintrainiert hat: Es spielen so viele Faktoren eine Rolle, etwa wenn an dem Tag schlechte Sicht oder der Schnee zu hart ist. Da gehört auch ein bissl Glück dazu."

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