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Olympia 2014: Architektonisch gibt sich Sotschi bunt

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Olympia 2014  

Architektonisch gibt sich Olympia bunt

07.02.2014, 15:31 Uhr | dpa

Olympia 2014: Architektonisch gibt sich Sotschi bunt. Das Olympiastadion "Fischt" thront über Sotschi.

Das Olympiastadion "Fischt" thront über Sotschi. Foto: Jens Büttner. (Quelle: dpa)

Sotschi (dpa) - Wie Schmucksteine funkeln die Eisarenen und Stadien im Olympiapark am Schwarzen Meer. Auf dem weitläufigen Areal an der Schwarzmeerküste liegt das Fischt-Stadion gleich einem Schneehügel, überragend in den kreisrund angeordneten Bauten für Olympia 2014.

In der Mitte eine Springbrunnenanlage, in der Wasserfontänen im Spiel des Lichtes zu russischer Klassik tanzen. Leuchtdioden auf den Dächern und an den Fassaden der Arenen bieten Besuchern vor allem im nächtlichen Anflug mit dem Flugzeug schillernde Glanzpunkte.

Hier am Meer mit den vielen extra gepflanzten Palmen will sich Russland futuristisch und ultramodern zeigen. Die luftige und helle, bisweilen etwas kühle Architektur erinnert an die Sommerfrische des Ferienortes. Dagegen in dem zu dieser Jahreszeit schneereichen Gebirge der Kontrast mit gemütlichen Berghütten. Dort liegt auch der 2867 Meter hohe Fischt-Berg mit seinem vereisten Gipfel - er hat dem Stadion für die Eröffnungs- und Schlussfeier am Meer den Namen gegeben und ist von hier aus zu sehen.

In die Bergregion von Krasnaja Poljana führen eine neue Bahntrasse sowie eine 48 Kilometer lange Straße mit zwölf Tunnels, von denen der längste vier Kilometer misst. Im Gebirge erinnern Chalets und Hotelburgen an Alpen-Architektur - damit will die neue Wintersportregion der Schweiz und Österreich Konkurrenz machen.

Vize-Regierungschef Dmitri Kosak betont, dass für 37,5 Milliarden Euro im Grunde eine völlig neue Stadt erbaut worden sei. Sotschi steht wie kein anderes Projekt symbolhaft für das nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wieder vor Selbstbewusstsein strotzende Riesenreich.

Kritiker hingegen sprechen von Gigantismus. "Es ist klar, dass das Projekt selbst wie die ganze Idee, in den Subtropen Winterspiele zu organisieren, die Schöpfung eines überspannten Geistes und Größenwahns sind", sagt Lilija Schewzowa vom Carnegie Center in Moskau.

Wo jetzt der Olympia-Park mit den glanzvollen Eisarenen steht, sei vorher ein Sumpfgebiet und keine normale Umgebung zum Leben gewesen, schwärmt der Chefarchitekt Oleg Chartschenko von der staatlichen Baufirma Olympstroy. Er räumt ein, dass es - wie von Umweltschützern oft kritisiert - massive Einschnitte in die waldreiche Natur gegeben habe. Aber es sei etwas Großes für die Zukunft Russlands entstanden.

"Die Leute haben in Baracken gehaust, manche ohne Genehmigung, sie haben an der Küste Reparaturwerkstätten betrieben", sagt Chartschenko. Der Küstenstreifen sei jetzt gereinigt - und Sotschi auch dank eines neuen Flughafens bereit, erstmals das ganze Jahr Touristen zu empfangen. Die Stadien sollen im Anschluss an die Spiele nachhaltig genutzt werden, verspricht der Architekt.

Aus dem Eislaufstadion Schajba etwa werde ein Kinder- und Jugendsportzentrum, aus dem Medienkomplex ein Vergnügungstempel. Der Olympiapark wird in den nächsten sieben Jahren für Formel-1-Rennen genutzt. In Sotschi sei so etwas wie die dritte Hauptstadt Russlands - nach St. Petersburg und Moskau - entstanden, kommentierte die russische Zeitung "Wedomosti". Schon jetzt erledigt Putin einen großen Teil seiner Amtsgeschäfte in seiner Schwarzmeerresidenz.

Wie ein Zar im Stil von Peter dem Großen, der St. Petersburg gründete, erbaue Putin ein neues Russland, schwärmen Staatsmedien. In der Touristenmetropole am Finnischen Meerbusen wurde Putin geboren, als sie zeitweilig Leningrad hieß, und habe nun ein Zentrum im Süden des Riesenreichs geschaffen. Schon jetzt ließen sich im milden Sotschi-Klima Funktionäre nieder, bauten Staatskonzerne Sanatorien, wie der Experte Leonid Dawydow dem Blatt "Wedomosti" sagt.

Und was denken die Athleten? "Es wird viel gelästert, dass die Spiele unheimlich viel Geld kosten. Was wir hier erleben, diese tollen Sportstätten, das kostet nun mal alles Geld", sagt Eisschnellläuferin Claudia Pechstein. Die erfolgreichste deutsche Wintersportlerin der Olympia-Geschichte betont, dass sie keine schlechten Erfahrungen gemacht habe. "Putin will besondere Spiele. Und allein mit diesen Bauten hat er sich ein Denkmal gesetzt", sagt die 41-Jährige.

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