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"Wintermärchen" mit Panne: Lob und Kritik für Eröffnung

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Olympia  

"Wintermärchen" mit Panne: Lob und Kritik für Eröffnung

08.02.2014, 15:54 Uhr | dpa

"Wintermärchen" mit Panne: Lob und Kritik für Eröffnung. Präsident Wladimir Putin hat die Eröffnungszeremonie gefallen.

Präsident Wladimir Putin hat die Eröffnungszeremonie gefallen. Foto: Aleksey Nikolskyi/Ria Novosti Po. (Quelle: dpa)

Sotschi (dpa) - Wladimir Putins Reaktion fiel eher nüchtern aus. Der Kremlchef sei "dankbar und zufrieden" mit der knapp dreistündigen Eröffnungsfeier der XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi, teilte das lokale Organisationskomitee SOCOG mit.

Die weltweiten Reaktionen waren eher gemischt. "Eine Zurschaustellung von Macht", kritisierte das spanische Blatt "El Mundo". Der russische "Sport Express" feierte die an vielen Stellen unterkühlte Show als "Wintermärchen", und Österreichs "Kronen Zeitung" schrieb von: "Pannen, Prunk und Pathos."

In Deutschland verfolgten fast neun Millionen Zuschauer das Spektakel vor dem Bildschirm. Damit war die Show dem Branchendienst "Meedia" zufolge die erfolgreichste Winter-Olympia-Eröffnung seit Lillehammer 1994. Im deutschen Fernsehen war auch die technische Panne unmittelbar nach Beginn der Gala zu sehen, als eine riesige künstliche Schneeflocke nicht wie geplant zu einem der fünf olympischen Ringe aufging.

Dem russischen TV-Publikum wurde die Panne vorenthalten. Das Staatsfernsehen strahlte die Zeremonie zeitverzögert aus und spielte stattdessen eine Szene aus einer Probe ein, in der sich der Ring öffnete. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) reagierte gelassen. Es sei jedem überlassen, Elemente in eine Übertragung zu schneiden. "Ich sehe nicht, was das Problem ist", sagte IOC-Sprecher Mark Adams. Auf jeden Fall war es kein lupenreiner Auftakt für die "Putin-Spiele".

Auch der überraschende Tadel von IOC-Präsident Thomas Bach vor einem weltweiten Milliardenpublikum kann Putin nicht gefallen haben. Der deutsche Ober-Olympier verurteilte Diskriminierung jeder Art und kritisierte damit direkt das russischen Anti-Homosexuellen-Gesetz, das seit Monaten international Empörung auslöst. Zudem forderte Bach Politiker auf, ihre "Meinungsunterschiede in einem friedlichen, direkten Dialog zu adressieren und nicht auf dem Rücken dieser Athleten".

Putin zeigte sich ungerührt. Um 22.26 Uhr Ortszeit (19.26 Uhr MEZ) gab Russlands Staatsoberhaupt mit den Worten "Ich erkläre die XXII. Olympischen Winterspiele von Sotschi für eröffnet" das Startsignal. 27 Minuten später entzündeten die dreimalige Paarlauf-Olympiasiegerin Irina Rodnina und der legendäre Eishockey-Torwart Wladislaw Tretjak gemeinsam das olympische Feuer.

Echte Stimmung kam nur bei wenigen Showteilen auf - etwa bei den Auftritten von Operndiva Anna Netrebko oder Ballet-Superstar Swetlana Sacharowa. Auch das von Bobpilot Alexander Subkow geleitete Heimteam wurde beim Einmarsch gefeiert. Im Rahmenprogramm trat das ehemalige Pop-Duo Tatu ("Not Gonna Get Us") auf, dessen Lesben-Symbolik nicht nur in Russland für Wirbel gesorgt hatte.

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), sprach trotzdem von einem "Gänsehautmoment". Die Einschätzungen der Athleten auf die Feier vor 40 000 Zuschauern fielen unterschiedlich aus. Für die deutsche Fahnenträgerin Maria Höfl-Riesch war der Abend "von den Emotionen her unbeschreiblich", Skispringer Severin Freund fand das Ganze einfach "okay". Zum Auftakt des ersten Weltfests des Wintersports in Russland wollte der Funke am Ufer des Schwarzen Meers nicht bei allen überspringen. Auch der vom Stadiondach rieselnde Schnee sorgte vor 40 000 Zuschauern eher für unterkühlte Atmosphäre. Der dreimalige Rodel-Olympiasieger Georg Hackl, der die Riesen-Party im Kufenstüberl am Fernseher verfolgte, sagte: "Eine riesige Show. Eben der erwartete russische Gigantismus."

Auch in der Presse stieß die Feier auf ein geteiltes Echo. "Putin brauchte niemandem zu Show zu stehlen: Diese teuerste olympische Show, die die Welt je gesehen hat, war seine Show", schrieb die Londoner Zeitung "Daily Telegraph". Die "New York Times" meinte: "Nach siebenjähriger Vorbereitung ... war die Nachricht dieser übertriebenen Eröffnung schlicht: Auf eine große Art und Weise ist Russland wieder da - als wenn es keine Zweifel gäbe." Die russische Zeitung "Sport Express" brachte es auf den Punkt: "Die Spiele, auf die wir so lange warteten, haben begonnen. Unsere. Winter. Märchen."

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