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Sotschi 2014: Hartes Los, aber Pechstein bleibt cool

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Olympia  

Hartes Los, aber Pechstein bleibt cool

08.02.2014, 18:51 Uhr | dpa

Sotschi 2014: Hartes Los, aber Pechstein bleibt cool. Claudia Pechstein muss als erste der Favoritinnen auf das Eis.

Claudia Pechstein muss als erste der Favoritinnen auf das Eis. Foto: Vincent Jannink. (Quelle: dpa)

Sotschi (dpa) - Die olympische Eröffnungs-Show genoss Claudia Pechstein noch relaxt auf der Couch vor dem Fernseher im olympischen Dorf. Doch die Auslosung für die 3000 Meter nahm sie dann doch nicht mehr ganz so entspannt zur Kenntnis.

Die 41 Jahre alte Berlinerin muss schon im viertletzten Paar vor allen Favoritinnen laufen und hat mit der Norwegerin Ida Njaatun nicht gerade eine Top-Gegnerin zugelost bekommen. "Ich nehme es, wie es kommt. Ich habe auch dafür einen Plan", sagte Pechstein und spielte auf den Sieg des Niederländers Sven Kramer an: "Bei den Männern haben wir gesehen, wie man auch von vorn ein Rennen gestalten kann."

Erst nach ihr läuft Olympiasiegerin Martina Sablikova aus Tschechien, im vorletzten Paar Weltmeisterin Ireen Wüst aus den Niederlanden. Damit können sich beide Favoritinnen an Pechsteins Vorgaben orientieren - bei gleichwertigen Gegnern oft ein unschätzbarer Vorteil.

Gleich im Auftaktrennen der Eisschnellläuferinnen geht es am Sonntag um sehr viel. "Ich fühle mich definitiv weit besser als bei der EM vor vier Wochen in Hamar. Ich schaue nur auf mich und nicht auf die Konkurrenz", meinte Pechstein, die am Samstag ihr letztes Training absolvierte. Die 41-Jährige hofft auf ihre zehnte Olympia-Medaille.

Unmittelbar vor dem ersten Startschuss ließ sich von den Stars niemand mehr in die Karten schauen. Die Pokerspielchen auf dem Eis haben längst begonnen. "Die Betreuer der anderen Teams kennen meine Rundenzeiten im Training manchmal besser als mein eigener Coach", meinte Pechstein mit einem Schmunzeln. Die neunmalige Weltmeisterin Wüst nahm indes kein Blatt vor den Mund: "Für mich zählt nur eins: Gold", meinte sie nach dem Samstag-Training.

Ungeachtet der Favoritenstellung der Turin-Olympiasiegerin kann Pechstein in Sotschi Geschichte schreiben. In ihrem 13. Olympia-Rennen könnte die Berlinerin mehrere Bestmarken knacken - und als erste Athletin bei sechs Spielen eine Medaille gewinnen. Zudem würde sie Eiskunstläuferin Ethel Muckelt als älteste Medaillengewinnerin bei Olympischen Winterspielen in einer Einzel-Disziplin ablösen. Die Britin war bei ihrem dritten Platz 1924 in Chamonix 38 Jahre und 243 Tage alt.

Mit ihren sechs Olympia-Teilnahmen hat Pechstein bereits zur Österreicherin Emese Hunyady aufgeschlossen, die zwischen 1984 und 2002 ebenfalls sechsmal dabei war. Auch die Zeitspanne von 22 Jahren zwischen zwei Olympia-Medaillen - ihr Debüt gab sie 1992 mit Bronze über 5000 Meter - hat bisher noch nie ein Athlet geschafft. "Es macht mich stolz, dass ich in diesem Alter noch solche Leistungen bringen kann", meinte Pechstein. Ihr Lebensgefährte Matthias Große sah es ähnlich: "Eigentlich ist für eine fast 42-Jährige alles andere als ein letzter Platz schon ein Erfolg."

Sollte ihr sogar ein überraschender Gold-Coup über Wüst und Sablikova gelingen, wäre sie auch noch die älteste Winter-Olympiasiegerin der 90-jährigen Historie. Zehn Olympia-Medaillen gewannen in der Vergangenheit bisher nur die Langläuferinnen Stefania Belmondo aus Italien (1992-2002) und Raissa Smetanina aus der Sowjetunion (1976-1992). Erfolgreichste Eisschnellläuferin bei Olympia ist hingegen immer noch Lidija Skoblikowa, die am Freitagabend bei der Eröffnungsfeier die olympische Flagge in die Fischt-Arena trug. Die Russin hatte 1960 und 1964 gleich sechs Goldmedaillen geholt.

Neben Pechstein und ihrer Trainingsgefährtin Bente Kraus geht für das deutsche Team auch ihre Rivalin Stephanie Beckert in der Adler-Arena an den Start. Doch die Erfurter Olympia-Zweite von 2010 hat in der ersten Startgruppe wohl keine Chance, das Kunststück von Vancouver zu wiederholen. "Über 3000 Meter kommt sie nach wie vor schwer in Tritt und wird daher den Fokus auf die 5000 Meter legen", kündigte Cheftrainer Markus Eicher an.

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