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Olympia 2014: Notizen von den Olympischen Winterspielen in Sotschi

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Olympia 2014  

Notizen von den Olympischen Winterspielen in Sotschi

09.02.2014, 17:25 Uhr | dpa

Olympia 2014: Notizen von den Olympischen Winterspielen in Sotschi. Für die Soldaten der russischen Armee wurden extra "Sportbars" eröffnet.

Für die Soldaten der russischen Armee wurden extra "Sportbars" eröffnet. Foto: Filip Singer. (Quelle: dpa)

Sotschi (dpa) - Die Splitter des Tages von den Olympischen Winterspielen in Sotschi.

OLYMPIA IN DER KASERNE: Auch die russische Armee soll mit den Athleten des Gastgeberlandes fiebern. Das Verteidigungsministerium richtete in mehreren Kasernen zum Beispiel in Sibirien und am Ural spezielle "Sportbars" ein, in denen die Soldaten die Wettkämpfe in Sotschi verfolgen könnten, wie Armeesprecher Jaroslaw Roschtschupkin der Agentur Itar-Tass sagte. Es gebe auch Preise für den "besten Schlachtruf". Die Bewirtung mit belegten Broten sei gratis. "Im Angebot haben wir aber nur Tee - keinen Alkohol", betonte er.

FEIER: Der Tiroler Biathlet Dominik Landertinger hat mit seiner Silber-Medaille im Sprint für einen Traumstart und rot-weiß-rote Euphorie bei den Olympischen Winterspielen in Russland gesorgt. Gefeiert wurde aber auch ein Olympiaheld von damals im Austria Tirol House in den Bergen über Sotschi: Egon Zimmermann gewann vor genau 50 Jahren seine Gold-Medaille bei der Olympiaabfahrt in Innsbruck und zelebrierte in Sotschi seinen 75. Geburtstag.

AUSBRECHER: Nach einer Dusche in seinem Zimmer im olympischen Dorf war US-Bobfahrer Johnny Quinn plötzlich im Bad eingesperrt - und musste zu roher Gewalt greifen. "Die Tür war verklemmt oder verschlossen", twitterte der bullige Texaner. Für den früheren American-Football-Profi mit seinen knapp 100 Kilo kein Problem: Quinn rammte sich einfach in die Freiheit. Zum Beweis twitterte der 1,88-Meter-Mann ein Foto der völlig zerstörten Tür.

VIRTUOS: Bei den Winterspielen in Sotschi wird Vanessa Mae nicht die erste Geige spielen. Aber die Star-Violinistin, die bei den Alpinen in der zweiten Woche im Slalom starten will, durfte in Sotschi auch schon auf die Bühne. Bei einem Sponsorentermin sprach sie auch über ihre Ziele für Sotschi. "Hier kommen absolute Sportgrößen zusammen. Aber ich möchte nicht gegen sie antreten, ich bin hier, um mit den Besten anzutreten und das ist der wahre olympische Geist und die Botschaft dieser Bewegung", sagte die für Thailand startende Berühmtheit.

KRANKMELDUNG: Am Samstagmittag hatte das slowakische Eishockey-Team den nächsten Ausfall zu beklagen. Verteidiger Lubomir Visnovsky sagte seine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen wegen noch fehlender Fitness nach einer im Oktober erlittenen Gehirnerschütterung ab. Wenige Stunden später stand der 37 Jahre alte Routinier in der NHL mit seinen New York Islanders auf dem Eis - beim 2:5 gegen die Colorado Avalanche steuerte Visnovsky ein Tor und eine Vorlage bei.

KUFEN-MEKKA: Die Gäste des traditionsreichen Kufenstüberls hoffen am Sonntag beim Rodel-Einsitzer der Männer auf das erste Gold im Eiskanal. Zum siebten Mal hat der frühere Rodler Rudi Größwang sein zünftiges Kufen-Mekka bei Winterspielen geöffnet. Diesmal dürfen sich die Eiskanal-Fans im Kufenstüberl, das ans Deutsche Haus in Krasnaja Poljana angegliedert ist, unter anderem auf mehr als 2500 Brezn, 500 Kilo Leberkäs, 350 Kilo Weißwürste und 2700 Liter Weißbier freuen. Die Sotschi-Eröffnungsfeier genossen so am Freitag unter anderem Rodel-Legende Georg Hackl sowie die zweimalige Olympiasiegerin Sylke Otto.

POSTERBOY: Der französische Eisschnellläufer Benjamin Mace stellt sich auf seiner Webseite und via Twitter mit freiem Oberkörper und in die Luft gestreckten Schlittschuhen vor. "Ich habe das Foto-Shooting genossen. Ich wollte den Menschen zeigen, dass Eisschnelllauf ein echter Sport ist. Ich habe bisher nur positive Rückmeldungen." Mace wechselte 2010 vom Shorttrack zum Eisschnelllauf und geht in Sotschi über 1000 und 1500 Meter an den Start.

AUSRÜSTUNG: Der amerikanische Eiskunstläufer Jason Brown hat mit der Einkleidung für Olympia seine Schuh-Auswahl mehr als verdoppelt. Der 19-Jährige besaß vorher drei Paar, hinzu kamen vier nagelneue. "Ich war einfach geschockt, als ich realisierte, dass ich ein Olympionike bin", sagte der amerikanische Vizemeister. Um ihn live in Sotschi zu sehen, sind 18 seiner Verwandten angereist.

DURST: Die Langläufer leiden bei ihren Wettkämpfen unter den Bedingungen in Krasnaja Poljana. Die Höhenluft und die hohen Temperaturen erfordern mehr Flüssigkeitsaufnahme bei den Rennen als normal. "Ich muss einen Tag vor dem Wettkampf fünf bis sechs Liter trinken, sonst stehe ich es nicht durch", sagte Nicole Fessel aus Oberstdorf, die 14. im Skiathlon geworden war und dabei unter Krämpfen litt.

KRAFTMEIEREI: Aksel Lund Svindal stellte seine enormen Kräfte diesmal nicht auf der Piste unter Beweis. Das norwegische Skifahr-Ass trug die Landesfahne bei der Eröffnungsfeier einhändig ins Olympiastadion. Damit war das Kraftpaket eine Ausnahme unter den meist beidhändigen Fahnenschwenkern, auch wenn ihm das nicht jeder zugetraut hatte. Das norwegische Eishockey-Team bot ihm an, die Fahne zu übernehmen, falls er müde werde und eine Pause brauche, berichtete der dreifache Medaillengewinner von Vancouver 2010. Da musste Svindal martialisch werden: "Ich sagte sowas wie, ich bringe euch um und trage die Flagge einhändig", berichtete der Sonnyboy am Samstag.

PRAKTIKANT: Das Olympia-Abenteuer des finnischen Torhüters Niko Hovinen wird noch vor dem ersten Bully in Sotschi zu Ende sein. Der 25-Jährige wurde nur als Trainingsgoalie eingeladen, für die Spiele sind drei NHL-Profis vorgesehen. "Ich hatte nicht erwartet, überhaupt kommen zu dürfen", sagte der KHL-Profi aus Wladiwostok. Am Mittwoch, dem Tag vor dem Spiel der Suomis gegen Österreich, muss Hovinen seine Akkreditierung wieder abgeben.

STAATSBESUCH: Hohen Besuch hatten die weißrussischen Biathletinnen beim Abschlusstraining am Samstag. Staatspräsident Alexander Lukaschenko verschaffte sich persönlich bei der letzten Übungseinheit von Darja Domratschewa, der größten Goldhoffnung seines Landes, einen Eindruck von deren Form. Auswahltrainer Claus Siebert konnte zufrieden feststellen, dass die derzeitige Zweite im Gesamtweltcup sehr konzentriert, treffsicher und selbstbewusst zu Werke ging.

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