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Trauerflorverbot des IOC verärgert norwegisches Team

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"Unerhört, unverständlich, unfassbar"  

Trauerflorverbot des IOC verärgert norwegisches Team

10.02.2014, 15:34 Uhr | dpa

Trauerflorverbot des IOC verärgert norwegisches Team. Marit Björgen (Quelle: AP/dpa)

Der Trauerflor von Marit Björgen und dem norwegischen Team (am linken Arm) sorgt für Wirbel. (Quelle: AP/dpa)

Das Trauerflorverbot durch das IOC bringt das Olympia-Team Norwegens auf die Palme. Mit Wut und Trotz reagierten Athleten, Funktionäre und frühere Sport-Idole auf die offizielle Rüge, die das IOC gegen die Langlauf-Mannschaft der Skandinavier in Sotschi ausgesprochen hatte, weil sie mit einer schwarzen Armbinde des verstorbenen Bruders ihrer Teamkollegin Astrid Jacobsen gedacht hatten.

"Unerhört, unverständlich, unfassbar. So darf man nicht reagieren", sagte Langlauf-Legende Oddvar Bra. "Das ist völlig umnachtet, eine Riesendummheit", beschwerte sich die frühere Langläuferin Anette Boe: "Da fällt mir nichts mehr ein. Sehr traurig." Marit Björgen, die im betroffenen Skiathlon am Samstag die Goldmedaille gewonnen hatte, gab sich unterdessen trotzig. "Das war es wert", sagte die 33-Jährige. "Ich weiß, dass es eine Verwarnung gab. Ich finde das traurig, aber wir waren darauf vorbereitet."

Das IOC bezog sich auf sein Regelwerk: die Olympische Charta. Die Regel 50.3 verbietet dort "jede Demonstration oder politische, religiöse oder rassische Propaganda" an den olympischen Stätten, Austragungsorten oder in anderen olympischen Bereichen. Nichts, aber auch gar nichts soll Olympia in die Quere kommen.

"Nicht der richtige Ort für Trauer"

IOC-Sprecherin Emmanuelle Moreau verteidigte in einer Stellungnahme gegenüber der norwegischen Zeitung "VG" die Vorgehensweise: "Wir haben tiefstes Mitgefühl für Familie, Freunde und Teamkollegen, die jemanden verloren haben, den sie geliebt haben. Wir respektieren ihren Wunsch, desjenigen zu gedenken. Doch wir glauben, dass die Wettkampfstätten, in denen die Atmosphäre festlich ist, nicht der richtige Ort für Trauer sind."

Rückendeckung erhielten die Athleten von ihrem Verband. Generalsekretärin Inge Andersen sagte der Zeitung "Aftenposten": "Das war eine ganz natürliche Reaktion der norwegischen Langlaufmannschaft." Jacobsens Bruder war am Freitag unerwartet gestorben. Nachdem Superstar Björgen Gold im Skiathlon gewonnen hatte, hatte das gesamte norwegische Team im Zielraum geweint. Jacobsen selbst will am Dienstag wie geplant im Sprint starten.

Keine Disqualifikation

Immerhin reizte das IOC seine rechtlichen Möglichkeiten nicht voll aus. In den Durchführungsbestimmungen zu Regel 50 heißt es: "Jeder Verstoß gegen die Vorschriften dieser Klausel kann die Disqualifikation der betroffenen Person nach sich ziehen."

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