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Sotschi 2014: Homosexualität in Russland: Olympia nur Scheinwelt

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Olympia 2014  

Homosexualität in Russland: Olympia nur Scheinwelt

10.02.2014, 16:23 Uhr | dpa

Sotschi 2014: Homosexualität in Russland: Olympia nur Scheinwelt. Einen Regenbogen über Sotschi kann selbst Kremlchef Putin nicht verhindern.

Einen Regenbogen über Sotschi kann selbst Kremlchef Putin nicht verhindern. Foto: Christian Charisius. (Quelle: dpa)

Sotschi (dpa) - Zwischen Sotschi und dem Rest Russlands liegen Welten - homosexuelle Sportler müssen sich auf dem Olympia-Gelände mit den glänzenden neuen Arenen und Anlagen nicht verstecken.

Kremlchef Wladimir Putin, der sich als Gastgeber des Ringe-Spektakels betont locker zeigt, gibt die Linie vor: Nur keine Diskriminierung. Der 61-Jährige erzählt sogar launig davon, dass er sich eine Reportage über Sotschis einzigen Schwulenclub Majak angesehen habe. Doch im Kernland, außerhalb der Olympia-Region, und in den Staatsmedien geht die Hetze weiter.

Wer die Rechte von Homosexuellen stärke per Gesetz, verstoße gegen die Regeln Gottes und legalisiere die Sünde, donnert etwa der russisch-orthodoxe Patriarch Kirill bei einem Gottesdienst in Moskau. Da hat er gerade seine Reise zu Olympia nach Sotschi hinter sich - hier, wo Russland die Welt zu Gast hat - und eine extrem bunte Gemeinschaft mit vielen bekennenden homosexuellen Sportlern und Trainern.

Gesetze gegen Homosexuelle, wie sie in Russland gelten, seien daher auch keine Diskriminierung, sondern ein Beitrag zur "Rettung der Menschheit", belehrt der Kirchenführer die Gläubigen. Seine Beziehungen zu Putin sind eng. Auch am Eröffnungstag melden schwule und lesbische Aktivisten vier Festnahmen bei einer Demonstration für Toleranz in Putins Heimatstadt St. Petersburg.

Menschenrechtler warnen seit langem davor, sich von Putins Sotschi-Show blenden zu lassen. Als früherer KGB-Offizier und Geheimdienstchef hat es Putin zu tiefsten Sowjetzeiten schon im Grundkurs gelernt, sein Gegenüber zu überzeugen.

Bei einem Treffen mit dem niederländischen Regierungschef Mark Rutte in Sotschi erzählt er, dass in der Majak-Reportage ein Besucher gefordert habe, die Homosexuellen in Ruhe zu lassen. "Ich stimme der Aussage dieses Menschen zu", sagte Putin russischen Agenturen zufolge. "Je weniger Aggression es um diese Fragen gibt, desto besser", betonte er.

Als Olympia-Gastgeber sieht sich Russland seit Monaten mit Protest gegen das Verbot von Homosexuellen-Propaganda konfrontiert. Das Gesetz stellt positive Äußerungen über gleichgeschlechtliches Zusammenleben in Gegenwart von Minderjährigen unter Strafe. Hass und Hetze dagegen werden geduldet - und sind besonders in den Staatsmedien verbreitet. Zwischen dem russischen Alltag und der schillernden Parallelwelt am Schwarzen Meer liegen Welten.

Auf offene Proteste in Sotschi verzichten die Athleten, reagieren allenfalls auf Nachfragen. Die scheinbar überall gültige Strategie: An erster Stelle steht der Wettkampf. "Ich bin hier als Sportlerin", betont die Skispringerin Daniela Iraschko-Stolz aus Österreich. "Ich sage immer, dass ich zusammen bin mit meiner Frau jetzt und habe keine Probleme - nicht in Russland oder mit der österreichischen Vereinigung. Vor zehn Jahren war das anders", sagt sie.

Auch die US-Eiskunstläuferin Ashley Wagner will sich auf den Wettbewerb konzentrieren. "Wir sind alle so konzentriert auf die Aufgabe", sagt sie. Ähnlich äußern sich schwule und lesbische Trainer. Aktivisten, die sich für die Rechte von Schwulen, Lesben und Bi- und Transsexuellen (LGBT) einsetzen, erwarten, dass sich die Aufregung um Russlands Anti-Homosexuellen-Gesetze keinesfalls legt.

Die LGBT-Bewegung All out lobte zu Beginn der Olympischen Winterspiele, dass sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in Sotschi klar gegen Homophobie ausgesprochen habe. Die Organisation bezeichnete es außerdem als Erfolg, dass nun die drei ersten Olympia-Sponsoren in den USA die Anti-Homosexuellen-Politik in Russland verurteilt hätten. All-out-Sprecher Guillaume Bonnet forderte weitere Sport-Sponsoren auf, dem Beispiel zu folgen.

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