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Olympia 2014: Traum von Denise Herrmann geplatzt

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Olympia  

Herrmanns Traum geplatzt: Aus im Sprint-Halbfinale

11.02.2014, 17:55 Uhr | dpa

Olympia 2014: Traum von Denise Herrmann geplatzt. Auf den letzten Metern fehlte Denise Herrmann die Kraft, als Vierte verpasste sie das Finale.

Auf den letzten Metern fehlte Denise Herrmann die Kraft, als Vierte verpasste sie das Finale. Foto: Armando Babani. (Quelle: dpa)

Krasnaja Poljana (dpa) - Als das letzte Interview bei Olympia 2014 gegeben war, brach sich die Enttäuschung bei Denise Herrmann Bahn. Hemmungslos weinte die 25-Jährige und konnte selbst von Bundestrainer Frank Ullrich nicht getröstet werden.

Einige Minuten zuvor hatte die Oberwiesenthalerin ausgerechnet in ihrem bisher wichtigsten Karriere-Rennen erstmals in dieser Saison ein Sprint-Finale und damit die erhoffte Olympia-Medaille verpasst. "Ich hätte es heute machen können. Ich habe mich von Leuten schlagen lassen, die ich eigentlich im Griff haben müsste", haderte Herrmann nach dem Aus im Halbfinale. Über Langlauf-Gold jubelten die Norwegerin Maiken Caspersen Falla und deren Landsmann Ola Vigen Hattestad.

Dabei schien für Herrmann alles nach Plan zu laufen. Die Qualifikation überstand sie als Achte ohne Mühe. Im Viertelfinale sprintete sie den Topfavoritinnen Kikkan Randall aus den USA und Marit Björgen aus Norwegen, die vor vier Jahren in Vancouver triumphiert hatte, davon. "Das war schon fast wie ein Finale und hat mir Auftrieb gegeben. Aber es sollte nicht sein", stellte Herrmann mit einem gequälten Lächeln fest, nachdem sie den Wettkampf als Achte abgeschlossen hatte.

"Wenn sie so weiterläuft, holt sie eine Medaille", prophezeite Teamkollegin Hanna Kolb, die wie Tim Tscharnke bei den Herren in der ersten K.o.-Runde scheiterte, nach Herrmanns Viertelfinal-Gala. Ihr Wunsch sollte jedoch nicht in Erfüllung gehen, denn im Halbfinale war für die Sächsin Endstation. Auf der Zielgerade fehlten der größten deutschen Langlauf-Hoffnung die nötigen Körner, um sich einen der zwei ersten Plätze zu sichern. "Ich habe mich fit gefühlt, musste in der Kurve aber zu viele Meter außen herum gehen", erzählte Herrmann.

"Wir dürfen nicht vergessen: Der Sprint hat eigene Gesetze", sagte Ullrich. "Wir hätten sie gern im Finale gesehen, sie wollte eine Medaille, vielleicht auch mehr", ergänzte er und fuhr fort: "Sie hat auch hier gezeigt, dass sie eine der weltbesten Sprinterinnen ist." An negative Nachwirkungen hinsichtlich des Team-Sprints glaubt er nicht. "Denise ist zwar jetzt enttäuscht, aber man braucht nicht lange, um sie aus dem Tal zu holen." Herrmann selbst reagierte trotzig: "Jetzt können sich die anderen warm anziehen im Team-Sprint", sagte sie kämpferisch, ehe die Tränen kullerten.

Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), fühlte mit Herrmann und den deutschen nordischen Skisportlern. "Es ist zum Mäuse melken. Diese Medaille hätte allen gut getan. Aber es sollte einfach nicht sein", erklärte der ehemalige Skiverbandspräsident als Augenzeuge im Laura-Skizentrum.

So blieb es ein gebrauchter Tag für die DSV-Läufer. "Ich ärgere mich schon. Das war heute überhaupt nicht mein Tag", klagte Kolb, die in ihrem Viertelfinale nicht über den sechsten und letzten Platz hinausgekommen war. "Ich habe schon am Berg gemerkt, dass ich nicht mithalten kann. Der Körper wollte nicht so wie der Kopf."

Ähnlich erging es Tscharnke, der in seinem Rennen Rang vier belegte und ausschied. "Als die Post abging, habe ich es verschlafen. Der Kreislauf war heute nicht auf meiner Seite", berichtete der Olympia-Zweite im Teamsprint von 2010. Wie alle im Team fühlte er mit Herrmann: "Sie hätte es eigentlich verdient gehabt."

Das Sturz-Drama im Finale erlebte Tscharnke nur als Zuschauer. In der Kurve nach der Abfahrt stürzten der Schwede Marcus Hellner, der Russe Sergej Ustjugow und der Norweger Anders Glörsen. "Die Kurve ist eine Rasierklinge. Die Stelle ist voller Eisplatten und Löcher, die man nicht sieht", berichtete Tscharnke. Lachender Dritter war der Schwede Emil Jönsson, der früh hatte abreißen lassen und sich völlig entkräftet zu Bronze ins Ziel schleppte.

Für den vorher hoch gehandelten Josef Wenzl war bereits in der Qualifikation Schluss. "Das ist einfach nicht meine Strecke. Ich weiß nicht, was ich hätte anders machen sollen", meinte der Läufer aus dem Bayerischen Wald ratlos. Wenzl fehlten auf Platz 31 nur 22 Hundertstelsekunden zum Weiterkommen.

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