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Eisschnelllauf: Keine Medaille für Jenny Wolf zum Abschied

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Nur Platz sechs  

Keine Medaille für Wolf zum Abschied

11.02.2014, 17:01 Uhr | dpa

Eisschnelllauf: Keine Medaille für Jenny Wolf zum Abschied. Jenny Wolf bleibt bei ihren letzten Olympischen Spielen ohne Medaille. (Quelle: dpa)

Jenny Wolf bleibt bei ihren letzten Olympischen Spielen ohne Medaille. (Quelle: dpa)

Glanzloser Olympia-Abschied für Jenny Wolf. Im vorletzten großen Rennen ihrer Karriere ist die "Grande Dame" der Eissprinterinnen bei den Olympischen Winterspielen im Generationen-Duell abgehängt worden. Über 500 Meter musste sich die 35-Jährige, die am Saisonende ihre Laufbahn beendet, mit dem enttäuschenden sechsten Platz begnügen. Die deutschen Kufenflitzer drohen nun erstmals seit 50 Jahren bei Olympia komplett leer auszugehen.

In zwei Läufen von 37,93 und 37,73 Sekunden (75,67 Punkte) trennten Wolf letztlich Welten von den Podestplätzen. Gold ging erwartungsgemäß an Weltmeisterin und Vancouver-Siegerin Lee Sang-Hwa (74,70 Punkte), die in 37,28 Sekunden im zweiten Lauf einen olympischen Rekord aufstellte.

Die Weltrekordlerin aus Südkorea, die in Sotschi das erste Gold für ihr Land holte, verwies 1000-Meter-Weltmeisterin Olga Fatkulina (Russland/75,06) und Margot Boer (Niederlande/75,48) auf die weiteren Medaillenränge. Die Niederländet holten damit bislang acht von zwölf möglichen Medaillen in der Adler Arena.

Problem in der letzten Kurve

Wolf konnte einmal mehr bei Winterspielen nicht ihr Maximum abrufen. Silber in Vancouver bleibt das einzige olympische Edelmetall der Berlinerin bei vier Teilnahmen. Mit fünf Weltmeistertiteln, 61 Weltcupsiegen und diversen Welt- und Bahnrekorden in der Bilanz blickt Wolf dennoch auf eine außergewöhnliche Erfolgskarriere zurück. Wolf wird noch bis Saisonende die Weltcups in Inzell und Heerenveen bestreiten, dann ist endgültig Schluss.

In der Adler Arena hatte Wolf, traditionell eine gute Starterin, im ersten Durchgang die ersten 100 Meter in schnellen 10,37 Sekunden zurückgelegt. Die letzte Kurve lief sie jedoch nicht fehlerfrei und büßte so wertvolle Zeit ein. Im zweiten Lauf lief es viel besser, für den erhofften Sprung aufs Podest reichte es aber nicht mehr. Nach dem Rennen entschied sie, nun doch über 1000 Meter zu starten. "Ich will noch einmal starten, große Erwartungen habe ich nicht", sagte die Sprinterin, die über die längere Strecke ohne Chancen auf eine Medaille ist.

Hesse disqualifiziert

Einen ganz bitteren Wettkampf erlebte die deutsche Meisterin Judith Hesse, die nach zwei Fehlstarts im ersten Durchgang disqualifiziert wurde. Mit den Tränen kämpfend saß die 31-Jährige im Innenraum und wurde von Trainer Stephan Gneupel getröstet.

"Das ist mein großer Pech-Tag heute. Der erste Fehlstart war definitiv mein Fehler. Beim zweiten habe ich versucht, ruhig zu stehen. Das hat sehr lang gedauert. Dann habe ich wohl doch noch mit dem Bein gezuckt. Dabei waren die 500 Meter doch meine große Hoffnung", sagte Hesse. Denise Roth landete auf Platz 21, Gabriele Hirschbichler wurde 34. und damit Letzte.

Verlust von Fördermitteln droht

Der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) droht derweil ein Desaster. Sticht mit Claudia Pechstein über 5000 Meter am 19. Februar auch der letzte Trumpf nicht, dürfte erstmals seit 50 Jahren kein deutscher Eisschnellläufer auf dem Podium bei Winterspielen stehen.

In den Verhandlungen über künftige Fördermittel für den chronisch klammen Verband wäre dies eine schwere Hypothek, es drohen Kürzungen. Der Medaillenkorridor sah zwei bis drei Medaillen vor.

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