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Olympia 2014: Skispringerin Carina Vogt ist am Ziel ihrer Träume

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"Mama war überglücklich"  

Skisprung-Olympiasiegerin Carina Vogt am Ziel ihrer Träume

12.02.2014, 14:46 Uhr | dpa

Olympia 2014: Skispringerin Carina Vogt ist am Ziel ihrer Träume. Carina Vogt feiert und genießt ihre olympische Goldmedaille im Skispringen. (Quelle: imago/Action Plus)

Carina Vogt feiert und genießt ihre olympische Goldmedaille im Skispringen. (Quelle: Action Plus/imago)

Nach ihrem Olympiasieg im Skispringen der Damen war Carina Vogt im Dauerstress. So richtig realisieren konnte sie den Triumph auch am Tag danach noch nicht. In der aufregendsten Nacht ihres Lebens machte die junge Deutsche kein Auge zu. Bis in die frühen Morgenstunden feierte die erste Skisprung-Olympiasiegerin der Geschichte mit Trainern und Teamkolleginnen ihren sensationellen Triumph, und auch danach fand die 22-Jährige keine Ruhe. (Alle Entscheidungen bei uns im Live-Ticker)

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Die Überraschungssiegerin hat aber auch etwas Mitleid mit der Zweitplatzierten. Video

"Wir haben zusammen angestoßen. Der Schlafmangel liegt aber eher daran, dass der Adrenalinspiegel noch relativ hoch war und ich versucht habe, das Ganze zu verarbeiten", berichtete Vogt mit müden Augen.

"Mama war überglücklich und sehr, sehr stolz"

Der Triumph auf der Normalschanze löste auch in der Heimat ein riesiges Echo aus. "Die Anzahl der Glückwünsche habe ich nicht im Kopf, ich kann sie wahrscheinlich auch gar nicht alle zählen. Mein Handy hat die ganze Zeit nicht stillgestanden, das war unglaublich", erzählte die Bundespolizistin.

"Ich habe dann noch mit den wichtigsten Leuten telefoniert. Vor allem meine Mama war überglücklich und sehr, sehr stolz."

Erstsprung mit sechs Jahren

Seit die kleine Carina im Alter von sechs Jahren erstmals von einer Schanze sprang, war ihr die Unterstützung ihrer Mutter gewiss. "Ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen", betonte Vogt.

Von einem Olympiasieg habe sie damals und auch später aber nie geträumt. "Es war ja zunächst nicht abzusehen, dass es olympisch wird. Und in diesem Winter habe ich mal von einer Medaille geträumt, aber nicht davon, dass ich ganz oben stehe", sagte Vogt.

Schwieriger Weg zu Olympia-Gold

Ihr Weg an die Spitze verlief nicht geradlinig, denn vor fünf Jahren hätte sie die Ski fast in die Ecke gestellt. "Ich hatte mit 17 ein kurzes Tief. Ich wollte damals schauen, wie es ohne den Sport geht, habe dann aber gemerkt, dass es nicht das Wahre für mich ist. Ich habe dann schnell die Freude und den Spaß am Skispringen wiedergefunden", erzählte sie.

In den vergangenen zwei Jahren kam dann der große Schub. Bundestrainer Andreas Bauer und Heimcoach Christian Bruder formten sie zu einer Klassespringerin, die in diesem Weltcup-Winter regelmäßig auf dem Podest stand. "Sie haben mehr an mich geglaubt als ich selber und haben das aus mir herausgeholt, wo ich heute bin. Dafür bin ich extrem dankbar", sagte Vogt.

"Bodenständiger Typ"

"Sie ist ein sehr bodenständiger Typ und kann ihr Selbstvertrauen, das sie mittlerweile gewonnen hat, nicht so nach außen hin zeigen", beschrieb Bauer seine introvertierte Musterschülerin.

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Die konnte die Dimension ihres Erfolges, mit dem sie sich sportlich unsterblich gemacht hat, auch am Tag danach noch nicht erfassen. "Da ich noch gar nicht realisiert habe, dass ich gewonnen habe, fällt dieser Gedanke noch schwerer. Ich denke, das braucht noch seine Zeit, bis ich das alles begriffen habe", sagte sie fast schüchtern.

Kein Vergleich zur Männerwelt

Von hoch dotierten Werbeverträgen, durch die ihre einstigen Vorbilder Sven Hannawald und Martin Schmitt zu Millionären wurden, kann Vogt nur träumen. Da sie bis 2015 einen fest dotierten Sponsorenvertrag besitzt, kann sie das Olympia-Gold zunächst nicht versilbern.

Immerhin gibt es vom Deutschen Skiverband (DSV) und der Deutschen Sporthilfe insgesamt 45.000 Euro an Prämien. Viel Geld für Vogt, die sich darüber aber noch keinen Kopf gemacht hat. "Was das für Spuren nach sich zieht, kann ich nicht abschätzen."

Bundestrainer wünscht sich Mixed-Wettbewerb

Der Bundestrainer hat dagegen klare Vorstellungen über die Auswirkungen des Erfolges - abseits des Monetären. "Die Perspektiven sind da. Ich vergleiche das immer ein wenig mit dem Frauen-Biathlon, der 1992 olympisch geworden und heute eine tolle Fernsehsportart ist. Eine ähnliche Entwicklung kann das Damen-Skispringen nehmen", erklärte er und fügte hinzu: "Der Olympiasieg war da sicher ein Meilenstein."

Für 2018 wünscht er sich die Aufnahme des Mixed-Wettbewerbes in das Olympia-Programm: "Das wäre ein guter Schritt nach vorne."

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