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Olympia 2014: Biathlon-Cheftrainer Müssiggang kündigt Abschied an

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Nach Biathlon-Debakel  

Müssiggangs Ankündigung sorgt für Verstimmung

12.02.2014, 17:14 Uhr | dpa

Olympia 2014: Biathlon-Cheftrainer Müssiggang kündigt Abschied an. Blick in die Zukunft: Uwe Müssiggang hat seinen Abschied angekündigt. (Quelle: dpa)

Blick in die Zukunft: Uwe Müssiggang hat seinen Abschied angekündigt. (Quelle: dpa)

Uwe Müssiggang will nach Olympia nicht mehr: Einen Tag nach dem schwächsten Rennen einer deutschen Damen-Mannschaft bei Winterspielen sorgte der Chef-Bundestrainer mit seiner Rücktrittsankündigung zum Saisonende für zusätzliche Verunsicherung im deutschen Biathlon-Team. Thomas Pfüller, Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes (DSV) reagierte verwundert und verstimmt.

"Wir sind hier bei Olympia, und ich habe es schon immer so gehalten, dass ich während der Spiele keine Personaldiskussionen führe", sagte Pfüller. Und weiter: "Wir haben hier andere Aufgaben zu lösen."

"Weit weg" von den Sportlern

Müssiggangs Vorstoß in der "Welt" kommt zur Unzeit, auch wenn er sich schon vor längerer Zeit in diese Richtung geäußert hatte. Er habe gemerkt, dass er "deutlich weiter weg" von den Sportlern sei als früher. "Es war eine tolle Zeit, aber in jedem Leben kommt dann mal der Moment, wo man sagt: Es reicht dann auch mal", sagte er. Die tägliche Arbeit leisten ohnehin längst andere: Gerald Hönig und Ricco Groß bei den Frauen, Mark Kirchner und Fritz Fischer bei den Männern.

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Die Einschränkung des Cheftrainers "Offiziell ist noch nichts" taugt bestenfalls als Bemühung um Schadensbegrenzung. Das Debakel der Damen im Verfolgungsrennen mit den Plätzen 27, 29, 30 und 40 war bereits das vierte medaillenlose Rennen der Deutschen in Sotschi.

Aufmunterung verliert an Wirkung

Der 62 Jahre alte Müssiggang stand bislang für die erfolgreichste Zeit des deutschen Biathlons. Er ist das Gesicht und Sprachrohr des deutschen Trainerteams. "Ich hatte unglaublich schöne Jahre mit großen Momenten und unvergessenen Erinnerungen", sagte Müssiggang, einer der erfolgreichsten deutschen Wintersport-Trainer überhaupt.

Vor dem Hintergrund seines zeitnahen Aufhörens verlor sein aufmunternder Appell an die Mannschaft an Wirkung. Der 62-Jährige versuchte, den Motivator zu spielen. "Wir wollen weiter um Medaillen kämpfen. Das Vermögen dazu haben wir", erklärte er mutig.

Mit den weit hinter den Erwartungen gebliebenen Skijägerinnen um die achtmalige Weltmeisterin Andrea Henkel gab es am Tag nach der Enttäuschung erst einmal Einzelgespräche. "Wir haben versucht, die Mädels an ihre Stärken zu erinnern, an das, was wir trainiert haben, um einfach das Selbstbewusstsein wieder aufzubauen", sagte er.

Es fehlt der Mittelbau

Auch die ehemaligen Stars machten den Skijägerinnen Mut. Der dreimalige Olympiasieger Michael Greis warnte in seinem Blog vor "Schwarzmalerei", Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner stellte mit Blick auf die nächsten Rennen fest: "Die Karten werden neu gemischt."

Doch nach dem frühen Karriereende von Neuner, Doppel-Olympiasiegerin von 2010, fehlt den Skijägerinnen der Mittelbau. "Die anderen aus der Generation Neuner, mindestens drei bis fünf Jahrgänge, haben den Anschluss an die Weltspitze nicht geschafft", beschrieb Müssiggang das Dilemma.

Während es früher ein echtes Gerangel um die Plätze in der Frauen-Staffel gab, stellt sich das Sotschi-Quartett diesmal schon fast von alleine auf. Auch Miriam Gössner wird vermisst. Sie musste wegen einer Rückenverletzung ihren Olympia-Verzicht erklären. Immerhin verkündete sie: "Ich bin erst 23. In vier Jahren ist wieder Olympia. Da werde ich dabei sein."

"Wir werden weiter kämpfen"

Dann wird Andrea Henkel als letzte der großen deutschen Biathlon-Damen längst ihre Laufbahn beendet haben. Gesundheitlich angeschlagen, quält sich die 36 Jahre alte Thüringerin bei ihren letzten Winterspielen und kann die ihr zugedachte Rolle als Anführerin nicht ausfüllen. "Ich habe jetzt aber trotzdem nicht vor, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir haben noch weitere Rennen und wir werden weiter kämpfen", meinte die Doppel-Olympiasiegerin von 2002.

Mut sollen nun vor allem die deutschen Herren am Donnerstag im Klassiker über die 20 Kilometer machen. Andreas Birnbacher, Daniel Böhm, Simon Schempp und Erik Lesser wollen für die ersehnte erste Medaille sorgen. Viele Diskussionen könnten dadurch vielleicht verstummen.

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