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Aljona Savchenko will nach Olympia 2014 ohne Robin Szolkowy weiterlaufen

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Olympia 2014  

Savchenko will ohne Szolkowy weiterlaufen

13.02.2014, 13:52 Uhr | dpa

Aljona Savchenko will nach Olympia 2014 ohne Robin Szolkowy weiterlaufen. Für Aljona Savchenko und Robin Szolkowy endet die gemeinsame Zeit nach der WM in Tokio.

Für Aljona Savchenko und Robin Szolkowy endet die gemeinsame Zeit nach der WM in Tokio. Foto: Christian Charisius. (Quelle: dpa)

Sotschi (dpa) - Aljona Savchenko wurde noch weit nach Mitternacht von Weinkrämpfen geschüttelt. Am Morgen versteckte sie die Ringe unter den Augen hinter einer verspiegelten Sonnenbrille.

"Die Nacht war schrecklicher, als ich gedacht hätte", sagte die unermüdliche Antreiberin in Sotschi und machte sich selbst Mut: "Für mich gibt es noch Olympische Spiele". Mit Robin Szolkowy kam das Energiebündel aus der Ukraine wie vor vier Jahren beim Paarlauf-Krimi in Vancouver auch bei Olympia 2014 in Sotschi nicht über Bronze hinaus - für den nächsten olympischen Zyklus sucht sie einen neuen Partner.

"Robin will ja nicht mehr, aber ich bin noch nicht fertig", sagte Savchenko der Nachrichtenagentur dpa und deutete an, dass sie bis zu den Winterspielen 2018 in Südkorea weiterlaufen wird. Die 30-Jährige will erst noch bei den Weltmeisterschaften im März in Saitama bei Tokio antreten, muss ihren vier Jahre älteren Partner aber noch überzeugen. "So wollen wir die zehn Jahre nicht abschließen", sagte die Wahl-Chemnitzerin nach dem verlorenen Kampf um olympisches Gold. Szolkowy hielt sich nach der schweren Enttäuschung im "Eisberg"-Palast zurück. Wie schon 2010 beim Axel patzte er dieses Mal beim dreifachen Toeloop. "Ich habe nicht den Ansatz einer Erklärung", sagte der Sachse traurig.

Gold wäre auch mit einer fehlerlosen Kür und einem nicht gestürzten dreifachen Wurfaxel fast unmöglich gewesen. Die russischen Olympiasieger Tatjana Wolossoschar und Maxim Trankow waren zu stark. Dennoch haderte Trainer Ingo Steuer mit dem "K.o-Schlag" seines Schützlings. Savchenko monierte zudem die unlauteren Mittel der Gastgeber: "Es war brutal schwer, die Russen waren unfair zu uns." Als einziges Team hätten die Russen eine eigene Kabine gehabt, beim Warmlaufen habe man ihr in letzter Sekunden das Betreten des Eises verweigert. "Sie wollten mich nervös machen."

Steuer suchte in der maßlosen Enttäuschung auch die Schuld in der fehlenden Unterstützung seiner Arbeit: "Bei den Russen steht seit Jahren ein ganzes Team dahinter, ich mache das seit zehn Jahren ganz allein. Das raubt viel Kraft." Die russischen Athleten, immerhin Olympiasieger im Team und Paarlauf, wurden jahrelang finanziell reichlich unterstützt. Steuer suchte sogar noch Sponsoren, damit sein Paar ihn bezahlen kann. "Seit 2006 hat uns das viele Nerven gekostet", bestätigte Savchenko, die ihm auch privat nahe steht.

Steuer will mit ihr weiterarbeiten, hofft aber inständig auf eine Lösung in der Frage der öffentlichen Bezahlung: "Es ist für deutsche Sportler ein Grauen mit mir zu arbeiten, weil sie mich bezahlen müssen." Der Stasi-Belastete darf auf Weisung des Bundesinnenministeriums weiterhin nicht von der Deutschen Eislauf-Union entlohnt werden. "Die Vergangenheit sollte endlich einmal Vergangenheit sein, Ingo war verdammt jung damals", sagte Olympiasiegerin Katarina Witt der dpa: "Seine Arbeit sollte anerkannt werden." Möglicherweise kann Steuer zumindest beim sächsischen Verband eine halbe Stelle bekommen.

Savchenko will trotz aller Widrigkeiten noch einmal die Vier-Jahres-Tortur auf sich nehmen - ein großes Risiko, denn gute Paarläufer sind nicht auf dem Markt. Zudem wird es schwer werden, einen so ausgeglichenen Gegenpart zu finden, der mit der Power von Savchenko und Steuer tagtäglich umgehen kann.

Auch wenn Szolkowy läuferisch meist der Schwächere war, ist der menschliche Anteil an der jahrelangen Zusammenarbeit unschätzbar. "Wir fühlen uns wie Geschwister, eigentlich besser, weil wir uns nicht streiten. Jeder kennt seine Macken, wir sind uns sehr nah", lautete die kleine Liebeserklärung Savchenkos an den treuen Gefährten. So suchte die nur 1,52 Meter kleine blonde Sportlerin auch in der Stunde der Niederlage minutenlang Trost an seiner Brust und nahm sein Gesicht zärtlich in ihre Hände. Privat gehen beide getrennte Wege, Szolkowy will im Sommer seine Schweizer Freundin heiraten.

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