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Böses Erwachen für deutsche Skeleton-Pilotinnen bei Olympia 2014

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Olympia 2014  

Böses Erwachen für deutsche Skeleton-Pilotinnen

13.02.2014, 13:53 Uhr | dpa

Böses Erwachen für deutsche Skeleton-Pilotinnen bei Olympia 2014. Bei Anja Huber ist noch Luft nach oben.

Bei Anja Huber ist noch Luft nach oben. Foto: Tobias Hase. (Quelle: dpa)

Krasnaja Poljana (dpa) - Die deutschen Skeleton-Pilotinnen haben zum Start von Olympia 2014 ein böses Erwachen erlebt. Nach zwei von vier Durchgängen besitzt das Trio um Anja Huber auf der Eisbahn im Sanki Sliding Center kaum noch Medaillenchancen.

Die frühere Weltmeisterin liegt als Siebte bereits 1,41 Sekunden hinter der führenden Weltcup-Gesamtsiegerin Elizabeth Yarnold aus Großbritannien. Für Wirbel sorgt zudem eine Debatte um das Material im deutschen Team, weil einige Fahrerinnen in der Olympia-Saison den Schlitten gewechselt haben.

Dies nutzte Huber in Krasnaja Poljana jedoch wenig. "Mit Aufholjagden kenne ich mich ja aus", meinte sie zu ihrem Halbzeitresultat. Vor vier Jahren bei den Winterspielen von Vancouver hatte sie erst im letzten Lauf den Sprung auf den Bronzerang geschafft. Auf die drittplatzierte Russin Jelena Nikitina fehlen Huber aber schon mehr als acht Zehntelsekunden. Zweite vor den beiden Finalläufen am Freitag war Noelle Pikus-Pace aus den USA. Sophia Griebel kam auf Rang neun, Marion Thees belegte Platz zehn.

Ihren Optimismus hat die Berchtesgadenerin Huber aber nicht verloren. "Flucht nach vorne ist das einzige, was man machen kann", sagte sie und hoffte für den zweiten Tag auf kältere Temperaturen. "Die Wärme kommt mir und meinem Gerät nicht so entgegen - aber das soll keine Ausrede sein. Man sieht, dass die anderen Fehler machen, nach vier Läufen wird abgerechnet." Zudem setzt sie auf Patzer ihrer Kontrahentinnen: "Erstmal müssen auch alle über die Nacht drüber, auch wenn sie jetzt noch cool sind, da kann sich auch noch einiges tun."

Nach dem mäßigen Start sind auch die anspruchsvollen Zielvorgaben der Skeletonis gleich außer Sichtweite geraten. Immerhin wollte das Team von Bundestrainer Jens Müller nach den zwei Medaillen von Vancouver erneut zwei Plaketten - davon eine aus Gold - holen. "Das die Russen hier stark fahren, darüber müssen wir nicht reden, die haben vielleicht 500 Fahrten hier gemacht. Die kennen hier jeden Millimeter und Zentimeter aus dem Effeff", meinte Huber.

Dem deutschen Team steht unterdessen verbandsintern Ärger bevor. Das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin reagierte verwundert auf den Schlittenwechsel einiger Fahrerinnen wie Huber. Diese hatte in Zusammenarbeit mit der TU München sowie den deutschen Cheftechnikern Wolfram Schweizer und Bundestrainer Müller ein Parallel-Projekt namens S/M entwickelt.

"Ich möchte mich dazu öffentlich nicht äußern", sagte FES-Direktor Harald Schaale der Nachrichtenagentur dpa. Er verwies auf den laufenden Kooperationsvertrag seines vom Bundesministeriums des Innern finanzierten Instituts mit dem Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD). Pikant zudem: "Finanziert wurde das Projekt von Anja Hubers Partner Red Bull", teilte die TU München in einer Pressemitteilung mit.

Die Berliner FES-Techniker, die immerhin die Kufen beim Münchner Schlitten stellen dürfen, wurden nach dpa-Informationen nicht von dem Projekt in Kenntnis gesetzt und sind nicht amüsiert. Bei der jahrelangen, engen Partnerschaft hätten sich die Berliner eine Bündelung der Kräfte gewünscht, damit man gemeinsam einen optimalen Schlitten aufs Eis bringt.

"No risk, no fun. Es ging mir darum, dass wir etwas Neues probieren und ich mich wohler fühle auf dem Schlitten", sagte Huber in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Wir haben ein ganzes Jahr an dem Schlitten gearbeitet, und ich fahre jetzt seit vier Monaten mit dem neuen Material. Es war eine große Umstellung, aber jetzt passt es."

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