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Böhler verpasst Medaille

13.02.2014, 15:13 Uhr | dpa

. Stefanie Böhler belegt im Langlauf über 10 Kilometer klassisch einen hervorragenden sechsten Platz und verbucht damit ihr bestes Karriereergebnis in einem Einzelrennen. (Quelle: dpa)

Stefanie Böhler belegt im Langlauf über 10 Kilometer klassisch einen hervorragenden sechsten Platz und verbucht damit ihr bestes Karriereergebnis in einem Einzelrennen. (Quelle: dpa)

Müde Muskeln, wacher Kopf - nach ihrem olympischen Sturmlauf zum besten Einzelergebnis der Karriere war Stefanie Böhler wie aufgezogen. Bereitwillig beantwortete sie jede Frage, lächelte in die Kameras und ließ sich von den Teamkolleginnen drücken. Der sechste Platz im 10-Kilometer-Klassikrennen war für die Schwarzwälderin Gold wert. Kein Wunder, dass sie ähnlich ergriffen war und deshalb Freudentränen vergoss wie Olympiasiegerin Justyna Kowalczyk, die trotz eines gebrochenen kleinen Fußknochens zu olympischem Langlauf-Gold stürmte. "Das ist eine gefühlte Medaille. Ich bin einfach nur gelaufen und so glücklich", erzählte Böhler mit feuchten Augen.

Vor zwei Jahren war die Sportsoldatin aus Ibach an Schilddrüsenkrebs erkrankt. Ein Schock, der ihr Leben zunächst veränderte. Doch sie stellte sich der Situation und kehrte nach ihrer Heilung in die Loipe zurück. "Für jeden, der in diese Situation gerät, ist es wichtig, dass der Alltag weitergeht. Sonst kommt man ins Grübeln", erzählte sie in Sotschi.

Mühsam und langsam kämpfte sie sich zurück und löste auf den letzten Drücker die Olympia-Fahrkarte. Die Reise in den Kaukasus empfand sie daher als Geschenk. Und am Donnerstag erwachte ihr Kampfgeist. "Ich bin ein kleines Kampfschwein. Wenn ich am Start stehe, will ich auch alles geben", berichtete sie strahlend.

Furios fegte sie bei frühlingshaften Temperaturen im kurzen Rennanzug durch die Loipe. Wegen der Wärme hatte sie, wie ihre chancenlosen Teamkolleginnen Nicole Fessel (23.) und Katrin Zeller (25.), die Ärmel einfach abgeschnitten. "Das war das härteste Rennen, das ich im Leben gelaufen bin. Die Strecke ist gnadenlos hart", sagte Böhler. Sie war in dem Rennen auf tiefem Schnee einen anderen Schliff gelaufen als Fessel und Zeller. "Das war ein Risiko, aber scheinbar hat es funktioniert", stellte Böhler fest.

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