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Bach und seine neue Rolle als Olympia-Macher

14.02.2014, 15:45 Uhr | dpa

Bach und seine neue Rolle als Olympia-Macher. Thomas Bach ist in Sotschi auch bei den Wettkämpfen vor Ort.

Thomas Bach ist in Sotschi auch bei den Wettkämpfen vor Ort. Foto: Jean-Christophe Bott. (Quelle: dpa)

Sotschi (dpa) - Thomas Bach nimmt seine ersten Spiele als IOC-Präsident sportlich. Der 60-Jährige wirkt gegen jegliche Art von Kritik am problematischen Großprojekt Sotschi 2014 imprägniert und kostet seine neue Traumrolle als Olympia-Macher sichtlich aus.

Gerne gibt sich der strebsame Franke in Sotschi jovial und großzügig. Nach dem Ende der ersten Wettkampfwoche zog er hochzufrieden ein positives Zwischenfazit. Die Stimmung sei fantastisch, die olympische Atmosphäre durch die knapp 60 000 Sicherheitskräfte nicht gestört. Auch die TV-Bilder kämen spektakulär rüber. "Ich genieße es, weil es hervorragende Bedingungen für Athleten sind", sagte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) der Nachrichtenagentur dpa. "Ich habe bisher noch keine einzige Klage von Athleten gehört."

Bach ist wandlungsfähig. Der Wirtschaftsjurist sieht sich gern als Advokat der Athleten - und ist gleichzeitig Verteidiger der Putin-Spiele. Er preist den Kremlchef sogar, der "mit großem persönlichen Engagement dazu maßgeblich beigetragen hat, dass wir hier diese hervorragenden Bedingungen für die Athleten haben". Durch solche oder ähnliche strategische Aussagen scheint er zu hoffen, einen möglichst reibungslosen Ablauf der politisierten Sotschi-Spiele bis zur Schlussfeier am 23. Februar sicherstellen zu können. Bach will das Hochglanzprodukt Winter-Olympia schützen - genau diesen Pragmatismus legen ihm Gegner als berechnend und unglaubwürdig aus.

Er habe bereits zweimal im olympischen Dorf übernachtet, erzählte er, die Athleten schwärmten von den Weltklasse-Sportstätten. Aber was ist mit der Nachnutzung dieser teuren Anlagen? Kritiker befürchten, nach Olympia werde alles verfallen. Putin schloss nach der 50-Milliarden-Investition für die Erneuerung des Kurorts weitere finanzielle Unterstützung für Sotschi aus.

Im Vergleich zum eisernen Schweigen seines Vorgängers Jacques Rogge in Menschenrechtsfragen, hat Bach in seiner knapp fünfmonatigen Amtszeit Diskriminierungen jeglicher Art bisher stets verurteilt - bei der Eröffnungsfeier in Anwesenheit von Putin sogar vor einem Milliardenpublikum. Diese Rede sorgte international für Furore - eine andere Entscheidung für internationale Empörung. Beharrlich erinnert der Strippenzieher aus Tauberbischofsheim in Sotschi an die olympischen Werte Fair Play, Respekt und Toleranz. Dass sich seine Organisation gerade vor diesem Hintergrund einen schweren sportpolitischen Fehlgriff leistete und vier norwegischen Langläuferinnen ein weltweit kritisiertes Trauerflor-Verbot erteilte, lässt Bach zumindest äußerlich offensichtlich unbeeindruckt.

Das IOC rügte die norwegische Delegation, weil die Athletinnen aus Anteilnahme über den Tod des Bruders ihrer Teamkollegin Astrid Jacobsen im Skiathlon eine schwarze Armbinde trugen. "Das IOC hat große Sympathie und zeigt dieses Mitgefühl dann auch, gerade immer wenn solche Fälle mit Olympia in Verbindung stehen" sagte Bach. "Aber man muss auf der anderen Seite auch sehen, dass der Wettbewerb auch aus Respekt vor den Mitbewerben vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt ist, um private Trauer zum Ausdruck zu bringen. Dafür stehen auch andere Möglichkeiten zur Verfügung." Nicht nur der deutsche Biathlet Erik Lesser, Olympia-Zweiter über 20 Kilometer, schüttelte den Kopf über den vermeintlichen Präsidenten der Athleten. "Ich kann die Argumentation des IOC nicht nachvollziehen", kritisierte der 25-Jährige.

Bach lässt sich nur ungern verbiegen. Den Verzicht prominenter Politiker wie Bundespräsident Joachim Gauck, US-Präsident Barack Obama oder Frankreichs Staatschef François Hollande auf eine Reise nach Sotschi versuchte er herunterzuspielen. "Das frustriert mich nicht", sagte er. Das müsse jeder selber wissen. Dieser nach außen nüchterne Umgang mit unangenehmen Themen steht für Kritiker im Widerspruch zu seinen internen Bemühungen, das IOC reformieren zu wollen. Immerhin animierte er während der 126. IOC-Vollversammlung in der Diskussion um die überfälligen Reformpläne viele seiner in der Vergangenheit meist teilnahmslosen Kollegen zum Reden. Bis zum Jahresende hat er Taten angekündigt.

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