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Severin Freund hofft auf Team-Medaille im Skispringen bei Olympia 2014

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Olympia 2014  

Frustrierter Freund hofft auf Team-Medaille

17.02.2014, 16:24 Uhr | dpa

Severin Freund hofft auf Team-Medaille im Skispringen bei Olympia 2014. Severin Freund rutschte aus den Medaillenrängen.

Severin Freund rutschte aus den Medaillenrängen. Foto: Daniel Karmann. (Quelle: dpa)

Krasnaja Poljana (dpa) - Nach seinem zweiten olympischen Alptraum erhielt der völlig frustrierte Severin Freund zu mitternächtlicher Stunde Trost vom Bundestrainer.

Während Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch von seinen Teamkollegen auf Schultern durch den Auslauf getragen wurde und Skisprung-Opa Noriaki Kasai mit der japanischen Flagge in der Hand sein Sensationssilber bejubelte, nahm der gefasst wirkende Werner Schuster seinen sichtlich mitgenommenen Musterschüler mitfühlend in die Arme. "Ein vierter Platz ist immer bitter, vor allem bei einem Großereignis", sagte Freund nach Blech statt Bronze, das ihm der Slowene Peter Prevc wegschnappte.

In der Nacht der großen Emotionen lag Freund nach der nur um 2,6 Punkte verpassten Medaille noch lange wach. "Was ich in dem Moment gedacht habe, sage ich auf keinen Fall laut", schilderte er den Moment, als der Traum vom ersten deutschen Einzel-Edelmetall seit dem Silber-Gewinn von Sven Hannawald 2002 brutal geplatzt war. "Ich werde mich noch ein wenig ärgern und meinen Frust rauslassen, dann beginnt die Vorbereitung auf die Mannschaftsentscheidung. Irgendwann stehe ich auch mal auf dem Podest", erklärte Freund trotzig, nachdem er bereits beim Wettkampf von der kleinen Schanze gestürzt war und damit die erste Medaillenchance vergeben hatte.

Am Montag nimmt er mit dem Team einen erneuten Anlauf. "Da wollen wir nach oben, da gehören wir nach oben", sagte Freund kämpferisch. Und Marinus Kraus, der mit Platz sechs ein glänzendes Olympia-Debüt feierte, versicherte nach seiner atemberaubenden Aufholjagd: "Wir lassen nicht locker. Wenn jeder brav springt, dann wird das was."

Im Finale war der 23-Jährige von Rang 24 weit nach vorne gesprungen. "Das war ein Wahnsinnsgefühl. Ich habe in der Leaderbox ein wenig vor mich hingeträumt. Es gibt nichts Schöneres, als wenn man dort 15 Nummern zuschauen darf, wie die anderen runterkommen", berichtete Kraus.

Richard Freitag, der als 21. erneut enttäuschte, fand den Ausgang fast schon tragisch. "Für den Sevi ist das echt ärgerlich. Er gehört auf das Podest wie kein anderer." Keine Worte hatte Andreas Wellinger, der nach Rang 45 wie ein Häufchen Elend in der Kabine saß. "Für ihn ist heute eine Welt zusammengebrochen. Seit ich ihn kenne, habe ich ihn noch nie so enttäuscht gesehen", berichtete Schuster.

Dem Bundestrainer blieben nur 24 Stunden, um seine Schützlinge wieder aufzubauen. Denn die Konkurrenz im Mannschaftswettbewerb ist hart und die erhoffte Medaille kein Selbstläufer. "Zwischen Platz eins und sechs ist alles drin", sagte Schuster. Freitag musste seinen Platz für das Teamspringen nach einer internen Ausscheidung am Sonntag an Andreas Wank abtreten.

Nachdem das Ziel von zwei Medaillen bereits verfehlt wurde, geht es zumindest um Schadensbegrenzung. 1992 blieben die Skispringer bei Olympia letztmals ohne Edelmetall. An dieses Szenario mag niemand denken. "Für den Teamwettbewerb erwarte ich, dass Leistung und Quäntchen Glück in der Kombination zu finden sind, dass es zu einer Medaille reicht. Wir warten sehnlichst auf diesen Erfolg", sagte DOSB-Boss Alfons Hörmann.

Schuster ist sich der Gefahr bewusst, dass die jahrelange Aufbauarbeit bei einem neuerlichen Misserfolg infrage gestellt werden könnte. Erste kritische Nachfragen, ob den DSV-Springern der nötige Killerinstinkt fehle, bügelte er unwirsch ab. "Es ist ein bisschen respektlos wenn man sagt, wir sind nicht kaltschnäuzig genug. Alle anderen trainieren auch hart und forschen auf allen Ebenen. Man muss auch die Größe haben, sich in solch einem Moment zu beugen", sagte der Österreicher.

Einmal in Rage, legte er gleich nach. "Es wird viel hineininterpretiert. Alle Medaillengewinner sind toll, alle anderen sind Deppen. Ich kann damit nicht viel anfangen", kritisierte er die seiner Ansicht nach unfaire öffentliche Wahrnehmung. Umso mehr schmerzte ihn der Ausgang des spannenden Wettbewerbes, in dem sich Freund nicht viel vorzuwerfen hatte. "Jedem ist im Leben eine andere Rolle zugedacht. Momentan ist Severins Rolle, dass er schon zum dritten Mal auf die Probe gestellt wird mit seinem vierten Platz", stellte Schuster fest.

Schon bei der Skiflug-WM 2012 und der nordischen Ski-WM im Vorjahr war Freund jeweils Vierter geworden. "Die Chance war groß, dass es ein Happy End gibt. Gab es aber nicht. Wir müssen jetzt alle zusammenstehen, um die Chance im Team beim Schopf zu packen."

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