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WM 2022 in Katar: Indien beklagt Hunderte Todesopfer auf WM-Baustellen

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Fußball-WM 2022 in Katar  

Indien beklagt Hunderte Todesopfer auf WM-Baustellen

18.02.2014, 10:25 Uhr | sid, AFP

WM 2022 in Katar: Indien beklagt Hunderte Todesopfer auf WM-Baustellen. Bauarbeiter warten auf einer WM-2022-Baustelle in Doha (Katar) vor den Bussen zur Rückfahrt in ihr Camp. (Quelle: dpa)

Für die WM 2022 in Katar schuften viele Menschen unter schlechten Arbeitsbedingungen. (Quelle: dpa)

Katar ist als Gastgeber der WM 2022 erneut in die Kritik geraten. Dieses Mal sorgen zahlreiche Todesopfer aufgrund der Arbeitsbedingungen für Aufsehen. Nach Angaben der indischen Botschaft in Katar sind in den beiden vergangenen Jahren insgesamt über 450 indische Arbeitskräfte in Katar gestorben.

So sterben auf den Baustellen in Katar jeden Monat im Schnitt 20 Arbeiter aus Indien. Die indische Botschaft in Katar veröffentlichte am Montag entsprechende Angaben zu Todesfällen für die Jahre 2012 und 2013. Demnach kamen 2012 insgesamt 237 indische Arbeiter ums Leben, im vergangenen Jahr bis Anfang Dezember 218. Die indische Botschaft gab allerdings keine Details an, unter welchen Umständen die indischen Arbeitskräfte umgekommen waren.

Katar, Ausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2022, steht wegen unzumutbarer Arbeitsbedingungen auf den Baustellen massiv in der Kritik. Die britische Zeitung "Guardian" hatte im September von 44 Toten auf einer Baustelle allein von Juni bis August berichtet. Nepals Botschaft meldete fast 200 Todesfälle von nepalesischen Gastarbeitern allein im vergangenen Jahr, von denen viele an Herzversagen gestorben sein sollen.

WM 2022 könnte neu vergeben werden

Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger, Mitglied im Exekutivkomitee des Weltfußballverbands FIFA, hatte in der vergangenen Woche vor dem Menschenrechtsausschuss der Europäischen Union in Brüssel zur Lage in Katar gesagt, "man kann in Katar keine Prachtbauten erstellen und dann müssen dort Menschen unter unzumutbaren Bedingungen ihre Arbeit verrichten". Dennoch habe Katar die Chance verdient zu zeigen, "dass sie es wirklich ändern".

Die Welt am Sonntag hatte hingegen berichtet, dass die FIFA über eine Neuvergabe der WM-Endrunde 2022 nachdenke. Es sei eine 'ernstzunehmende Option', dass die WM beim Kongress im Frühjahr 2015 neu vergeben werde. Dies soll ein hochrangiger Mitarbeiter des Weltverbandes gesagt haben. Eine Entscheidung solle auf der letzten Sitzung des Exekutivkomitees im Jahr 2014 herbeigeführt werden.

Katar kündigt Verbesserungen an

Erst in der vergangenen Woche hatte Katar verkündet, neue Arbeitsrichtlinien, die internationalen Standards entsprechen sollen, in die Tat umzusetzen. Das WM-Organisationskomitee kündigte zuvor "Normen für das Wohlergehen der Arbeiter" an. So sollen Arbeitgeber die Löhne direkt auf Konten überweisen und dem Komitee Einsicht gewähren, damit die Beschäftigten "gut und pünktlich bezahlt werden". Auch für die Gastarbeiterunterkünfte sollen Mindeststandards gelten, etwa bei der Bettenzahl pro Zimmer und Hygieneregeln. Die Internationale Arbeitsorganisation soll die Lebens- und Arbeitsbedingungen demnach überwachen dürfen.

Amnesty International und der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) hatte bereits die Arbeitsbedingungen in Katar mehrfach angeprangert. Teilweise sollen die Arbeiter dort wie Sklaven behandelt worden sein. "Katar wählt offenbar den Weg, die moderne Sklaverei fortzusetzen. Dies ist die Wurzel für die unglaublich hohe Todesrate bei den Arbeitern", teilte IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow AFP in einer Erklärung mit.

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