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Sotschi 2014: Deutsche Skispringer feiern ihren Olympia-Triumph

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Olympia 2014  

Gold-Adler feiern mit Austria-Fliegern

18.02.2014, 19:40 Uhr | dpa

Sotschi 2014: Deutsche Skispringer feiern ihren Olympia-Triumph. Die Olympiasieger feierten in Sotschi ausgelassen ihren Triumph.

Die Olympiasieger feierten in Sotschi ausgelassen ihren Triumph. Foto: Robert Schlesinger. (Quelle: dpa)

Krasnaja Poljana (dpa) - Um 4.30 Uhr knipsten die deutschen Gold-Adler nach einer zünftigen Party das Licht in der Bar des Österreich-Hauses aus.

Bis in die frühen Morgenstunden begossen Severin Freund, Andreas Wellinger, Marinus Kraus und Geburtstagskind Andreas Wank mit den silbernen Austria-Fliegern ihren größten Triumph bei Olympia 2014, der das Startsignal für einen neuen Schanzen-Boom in Deutschland geben soll.

"Ich denke, dass wir ein Rad in Schwung gebracht haben, dass ähnlich wie in der Nordischen Kombination immer wieder junge Leute oben anklopfen werden. Davon wird der Skisprung die nächsten zehn Jahre profitieren", stellte Bundestrainer Werner Schuster am Dienstag müde, aber zufrieden fest.

DOSB-Chef Alfons Hörmann war sich der Dimension des Erfolges bewusst. "Wir wissen, was an dieser Medaille hängt. Das Skispringen prägt den Wintersport ganz entscheidend. Deshalb war das Gold nicht nur emotional, sondern auch wirtschaftlich sehr wertvoll", sagte der langjährige Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV).

Sechs Jahre hatte Schuster auf diesen Moment hingearbeitet. In der Stunde des Triumphes zog er sich wie einst Franz Beckenbauer nach dem Gewinn des WM-Titels 1990 kurz zurück und ließ den Film der langen Reise an seinem geistigen Auge vorbeilaufen. Mit dem "Kaiser" wollte er sich jedoch nicht auf eine Stufe stellen lassen: "Der Franz ist eine ganz andere Hausnummer."

Einen Vergleich zur schönsten Nebensache der Welt zog er dann aber doch. "Man kann in unserem Sport den Erfolg nicht einkaufen wie im Fußball. Wenn eine Mannschaft mal schlecht spielt, können sie ein paar Millionen in die Hand nehmen. Bei uns muss eine nationale Ausbildungsschiene geschaffen werden", sagte Schuster.

Das tat er mit Erfolg. "Die Hauptweichenstellung haben wir im ersten Jahr getroffen, indem wir das Kadersystem wieder eingeführt haben. Und ganz entscheidend war die Kontinuität, dass das Konzept nicht umgeschmissen wurde", analysierte der Österreicher. "Ich bin dem Verband dankbar, dass ich die Zeit bekommen habe, diese Strukturen aufzubauen."

Als Vater des Erfolges darf er sich also allemal fühlen. "Er ist ein überragender Trainer. Es ist gar nicht hoch genug zu loben, wie großartig er das Team geleitet hat", würdigte Hörmann die Verdienste des 44 Jahre alten Familienvaters.

Der DSV wünscht sich daher eine Zusammenarbeit über 2015 hinaus. Solange gilt der Vertrag von Schuster, den der Sportliche Leiter Horst Hüttel vor sechs Jahren in einer Nacht- und Nebelaktion für die Aufgabe in Deutschland begeistert hatte.

Der "historische Sieg", wie Hörmann das erste Skisprung-Gold seit zwölf Jahren einordnete, trieb auch Hüttel die Freudentränen in die Augen. "Das war nach den Jahren der Aufbauarbeit überfällig, ich habe geweint", berichtete er und bekräftigte: "Wir wollen gemeinsam mit Werner Schuster das System weiter aufbauen und voranbringen. Dazu würde ich mir wünschen, dass er auch nach 2015 bleibt. Jetzt ist er für die getane Arbeit belohnt worden, aber es ist erst der Anfang."

Für den "Reiseleiter", wie Schuster sich schmunzelnd selbst bezeichnete, und seine Schützlinge ist der Trip also längst nicht zu Ende. "Unsere Mannschaft hat unheimlich viel Potenzial", schwärmte Schlussspringer Freund. "Das war sicher nicht der letzte Schritt. Der Weg geht weiter." Immerhin ist Startspringer Wank, dem beim kurzen Abstecher ins Deutsche Haus ein nächtliches Geburtstagsständchen gesungen wurde, mit 26 Jahren der Älteste im Team. "Es gibt noch einiges zu tun", verdeutlichte Freund.

Nächstes Ziel ist eine Einzelmedaille bei Großereignissen, um endgültig in eine Reihe mit den früheren Schanzen-Helden wie Jens Weißflog, Sven Hannawald oder Martin Schmitt aufzurücken. "Wir stehen noch vor dem Schritt, dass ein Athlet über die Türschwelle geht und das Einzelgeschehen dominiert. Bisher hat sich noch keiner getraut von den Jungs. Das wird hoffentlich noch kommen in den nächsten zwei, drei Jahren", formulierte Schuster den Anspruch. Die Voraussetzungen seien gegeben: "Diese junge Mannschaft hat das Zeug, das internationale Geschehen in den nächsten Jahren zu bestimmen."

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