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Sotschi 2014: Bob-Frauen schwach: Verspielte Medaillenchance

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Olympia 2014  

Bob-Frauen schwach - Kiriasis verspielt Medaillenchance

18.02.2014, 19:49 Uhr | dpa

Sotschi 2014: Bob-Frauen schwach: Verspielte Medaillenchance. Für Sandra Kiriasis und Franziska Fritz wird es in Sotschi wohl nichts mit einer Medaille.

Für Sandra Kiriasis und Franziska Fritz wird es in Sotschi wohl nichts mit einer Medaille. Foto: Fredrik Von Erichsen. (Quelle: dpa)

Krasnaja Poljana (dpa) - Die letzte Olympia-Mission für Bobpilotin Sandra Kiriasis hat mit einem Fehlstart begonnen. Einen Tag nach der historischen Pleite der deutschen Männer hatte auch die erfolgreichste Pilotin der Welt im Eiskanal ihre Probleme.

Kiriasis steuerte den Zweierbob "208" nicht fehlerfrei und verspielte schon frühzeitig ihre Medaillenchancen im Sliding Center Sanki. Dort hatte sie im Vorjahr die olympische Generalprobe gewonnen.

Nach zwei von vier Durchgängen hatte die Olympiasiegerin von 2006 1,14 Sekunden Rückstand auf die führende Amerikanerin Elena Meyers, die in 57,26 Sekunden Bahnrekord und Startrekord (5,12) hinlegte. Zweite ist Olympiasiegerin und Weltmeisterin Kaillie Humphries aus Kanada vor der US-Pilotin Jamie Greubel. Kiriasis vom Bob-Club Stuttgart Solitude hat mit Anschieberin Franziska Fritz als Fünfte vor den beiden abschließenden Läufen am Mittwoch 0,58 Sekunden Rückstand auf Bronze - fast aussichtslos.

Die Oberbärenburgerin Cathleen Martini liegt mit Christin Senkel auf Platz acht. Die Erfurterin Anja Schneiderheinze ist mit Stephanie Schneider Neunte. Damit droht den deutschen Bob-Assen das erste medaillenlose Abschneiden bei Olympia seit 50 Jahren.

Vor dem Rennen hatte Kiriasis betont, sie sei nur zufrieden mit dem Abschluss ihrer einzigartigen Karriere ist, "wenn ich eine fehlerfreie Partie abliefere", doch schon im ersten Lauf legte sie mit Franziska Fritz nur die 13. Startzeit hin und leistete sich zwei schwere Patzer in der Eisrinne.

In Kurve fünf hatte sie Probleme und Ausfahrt Kurve 15 stand ihr Schlitten namens "Iwanuschka" plötzlich total quer. "Ich habe verkackt. Es war einfach alles schlecht. Andere fahren auch schlecht, aber die verlieren keine Zeit. Das ist frustrierend", meinte die 39-Jährige restlos bedient.

Grobe Fehler vor allem im zweiten Lauf leistete sich auch Ex-Weltmeisterin Martini, die endlich ihre erste Olympia-Medaille gewinnen wollte. In Vancouver stürzte sie im Finallauf auf Platz drei liegend spektakulär. Doch die Achterbahnfahrten der Oberbärenburgerin hatten sich schon in der Weltcup-Saison angedeutet. In diesem Winter fuhr sie nur beim zweiten Platz in St. Moritz aufs Podest. "Olympische und Spiele und Martini, das passt einfach nicht zusammen. Ich bin sprachlos", sagte die 31-Jährige zur Halbzeit.

In den zwei abschließenden Rennen können die Deutschen nur noch auf Angriff fahren. Der ehemalige Frauen-Bundestrainer Wolfgang Hoppe glaubt nicht an eine Besserung der Situation im deutschen Boblager. Nach der Pleite der Männer übte der ehemalige Weltklassepilot harsche Kritik am Verband.

"Das schlechte Abschneiden im Bobsport ist hausgemacht. 20 Jahre Arbeit von Raimund Bethge liegen am Boden. Dem Schlittenbauer FES kann man nicht allein die Schuld geben, wenn man selbst nicht die richtigen Ideen einbringt", sagte der Doppel-Olympiasieger von 1984 in einer Kolumne für die "Thüringer Allgemeine".

Zudem prangerte der Nachwuchs-Bundestrainer "eine falsche Personalpolitik" an. Die Trainer kämen direkt von der Schulbank, der Sporthochschule Köln. "Erfahrene Trainer wie Matthias Trübner wurden außen vorgelassen", machte sich der Thüringer für den ehemaligen Erfolgstrainer von André Lange stark. Trübner arbeitet als Heimtrainer von Maximilian Arndt weiter am Oberhofer Olympiastützpunkt, reist aber nicht im Weltcup- und Olympia-Team mit.

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