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Olympia 2014: Deutsche Bobfrauen ohne Medaillechancen

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Debakel im Eiskanal  

Auch deutsche Bobfrauen desolat

18.02.2014, 19:04 Uhr | sid

Olympia 2014: Deutsche Bobfrauen ohne Medaillechancen. Triste Aussichten: Cathleen Martini und Co-Pilotin Christin Senkel haben keine Chance mehr auf eine Medaile. (Quelle: dpa)

Triste Aussichten: Cathleen Martini und Co-Pilotin Christin Senkel haben keine Chance mehr auf eine Medaile. (Quelle: dpa)

Der Alptraum geht weiter. Einen Tag nach der historischen Pleite im Zweierbob der Männer bei Olympia in Sotschi boten auch die deutschen Frauen-Teams am Start und im Eiskanal eine desolate Leistung. Zur Halbzeit liegen die Schlitten aus Deutschland bereits abgeschlagen ohne Medaillenchance zurück. Bundestrainer Christoph Langen raufte sich angesichts der Leistungen völlig frustriert die Haare und blickte konsterniert drein.

Auch Rekord-Weltmeisterin Sandra Kiriasis unterliefen im letzten Wettbewerb ihrer Karriere unerklärliche Fehler, die nicht alleine auf den augenscheinlich nicht konkurrenzfähigen Olympiaschlitten "208" zurückzuführen sind. Mit Anschieberin Franziska Fritz ist die erfolgreichste Bobfahrerin der Geschichte vor den beiden finalen Durchgängen am Mittwoch nur Fünfte mit einem Rückstand von 0,58 Sekunden auf den Bronzerang.

"Fahrt war scheiße - ich bin scheiße drauf"

"Das ist frustrierend. Ich habe völlig verkackt, das Wetter ist scheiße, die Fahrt war scheiße und ich bin scheiße drauf", schimpfte Kiriasis, die sogar hinter der Belgierin Elfje Willemsen rangiert. Noch schlechter waren Ex-Weltmeisterin Cathleen Martini, die nach einem groben Fahrfehler im zweiten Durchgang auf Rang acht liegt, und Anja Schneiderheinze als Neunte im Sanki Sliding Center unterwegs. Schneiderheinze, 2006 als Anschieberin von Kiriasis Olympiasiegerin, twitterte nur fünf Minuten vor dem Rennen: "Let the show begin." Es wurde aus deutscher Sicht eine Horrorshow.

Im Kampf um Gold sicherte sich die Amerikanerin Elana Meyers die Führung vor der kanadischen Olympiasiegerin Kaillie Humphries (0,23 Sekunden zurück) und ihrer Landsfrau Jamie Greubel (0,56). Die Entscheidung fällt in den zwei Durchgängen am Mittwoch.

Probleme beim Start und in Kurve 15

Vor allem die Startleistungen von Kiriasis und Martini, die auf die Spitze mehr als zwei Zehntelsekunden pro Lauf verloren, waren indiskutabel. Zudem hatten die Pilotinnen mit dem Ausgang aus Kurve 15 ihre Probleme. "Ich bin sprachlos. Martini und Olympische Spiele passen einfach nicht zusammen", sagte Martini, die vor vier Jahren im letzten Lauf gestürzt war, unter Tränen. Neben den Fahrfehlern und der geringen Anschubkraft war aber auch das Material wieder ein negativer Faktor. Das hatte sich bereits am Montag beim schlechtesten Olympia-Abschneiden der Zweierbob-Männer seit 1956 angedeutet.

Die Bob-Männer hatten daraufhin das Material stark kritisiert und einen seit langer Zeit hinter den Kulissen ausgetragenen Materialstreit zwischen Ingenieuren und Trainern aufgedeckt. "Ich habe nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen, aber ich habe in meiner Karriere alle meine Bobs selber entwickelt und gebaut. Es gibt Sachen aus der Praxis, die wir gerne umgesetzt gehabt hätten", sagte Bundestrainer Langen und kritisierte, dass seine Ideen vom Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) nicht immer verwirklicht worden seien.

Die FES-Verantwortlichen hielten sich mit Vorwürfen zurück und verwiesen auf ein Auswertegespräch mit dem Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) nach Olympia. Hinter vorgehaltener Hand ist aber zu hören, dass die Ingenieure über manche Vorschläge aus dem Sport höchst verwundert waren und die Kommunikation mit Trainern und Athleten äußerst schwierig war.

Kritikpunkt: Schlitten zu spät geliefert

Langen gab die Differenzen offen zu: "Die FES schimpft über uns, und wir schimpfen über die FES, aber das gehört dazu. Vor allem, wenn man mit dem Rücken zur Wand steht." Das ist in Sotschi definitiv der Fall. Ohne Olympia-Medaille waren deutsche Bobteams zuletzt vor 50 Jahren in Innsbruck geblieben.

UMFRAGE
Welchen Platz belegt das deutsche Team am Ende der Spiele im Medaillenspiegel?

Dabei war der Schlitten mit viel Vorschusslorbeeren im Oktober präsentiert worden. Und selbst Langen hatte damals orakelt: "Mit diesem Schlitten werden wir technisch und sportlich weit vorne sein." Doch Bauchschmerzen hatte der zweimalige Olympiasieger schon zu jener Zeit gehabt, weil der auf ein völlig neues Fahrverhalten ausgelegte Schlitten erst spät angeliefert wurde. Die Verzögerung war Langens größter Kritikpunkt. Während einer laufenden Weltcupsaison ist das Testen des Materials schwierig, auch deshalb fuhren die deutschen Piloten im kleinen Schlitten regelmäßig hinterher.

In der Königsdisziplin Vierer zum Abschluss am Sonntag dürfte der Materialnachteil deutlich geringer sein, weil der Schlitten auf dem alten, erfolgreichen System basiert. Und trotz der derzeitigen Probleme will der Verband an der Kooperation mit dem staatlich geförderten Institut festhalten. "Die FES ist unser Sportgerätepartner, wir werden die Zusammenarbeit nicht infrage stellen", betonte Verbands-Generalsekretär Thomas Schwab.

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