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Olympia 2014 - Biathlon: Experte kritisiert deutsche Starter

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Olympia 2014  

Sportwissenschaftler: Training vernachlässigt

21.02.2014, 11:07 Uhr | dpa

Olympia 2014 - Biathlon: Experte kritisiert deutsche Starter. Experte Jürgen Wick hinterfragt die Vorbereitung.

Experte Jürgen Wick hinterfragt die Vorbereitung. Foto: DSV. (Quelle: dpa)

Krasnaja Poljana (dpa) - Als Konsequenz aus dem Olympia-Abschneiden der deutschen Biathleten fordert der Sportwissenschaftler Jürgen Wick mehr "Konzentration aufs Kerngeschäft Training". Darauf und auf der notwendigen Regeneration müsse der Fokus liegen.

Termine bei Partnern und Sponsoren, öffentliche Auftritte oder auch berufliche Verpflichtungen müssten sich danach richten. "Das machen die Einzel-Olympiasieger Darja Domratschewa, Ole Einar Björndalen und Emil Hegle Svendsen beispielhaft vor", sagte der Fachbereichsleiter Ausdauer am Institut für Angewandte Sportwissenschaft (IAT) in Leipzig der Nachrichtenagentur dpa.

Der norwegische Altmeister Björndalen und Svendsen holten in den Bergen von Krasnaja Poljana je zweimal Gold, die Weißrussin Domratschewa sogar dreimal. Das Trio und auch Sprint-Siegerin Anastasiya Kuzmina aus der Slowakei hatten für die Olympia-Vorbereitung gezielt auf Weltcup-Starts verzichtet - und damit von deutschen Erfahrungen profitiert. Vor den Winterspielen 2002 in Salt Lake City hatte das Auslassen des letzten vorolympischen Weltcups in Antholz den deutschen Biathlon-Trainern viel Kritik eingebracht.

Damals bereitete sich die deutsche Olympia-Mannschaft im kanadischen Silver Star in gleicher Höhe auf die Wettkämpfe in Utah vor. In Soldier Hollow gab es dann eine Traumbilanz mit dreimal Gold, fünf silbernen und einer Bronzeplakette.

"Im Nachhinein muss man jetzt hinterfragen, ob vor Olympia unsere beiden Juniorinnen Franziska Preuß und Laura Dahlmeier oder Andrea Henkel nicht auf Weltcup-Starts hätten verzichten sollen. Das haben uns diesmal andere vorgemacht", bemerkte Wick.

Svendsen und Björndalen ließen zwei Weltcups aus, hielten sich in der Zeit lieber auf der Höhe des Olympia-Orts Krasnaja Poljana auf und ersparten sich Reisestrapazen. Der Rekord-Olympiasieger trainierte während des Weltcups im französischen Le Grand Bornand zusammen mit seiner Freundin Darja Domratschewa ohne Stress bei vorweihnachtlicher Stimmung auf der Seiseralm in Südtirol.

Das "Kerngeschäft Training" erfordert nach Wicks Überzeugung auch eine Abkehr von in den letzten Jahren aufgekommenen Trends unter dem Motto "weniger ist mehr", "Qualität statt Quantität" oder "Zeit lassen, um Zeit zu gewinnen". Belastungsverträglichkeit und Ausdauer könne man nur über Trainingsumfänge entwickeln. "Für Biathlon halten wir 8000 Kilometer im Jahr für notwendig, im Langlauf noch 2000 mehr", erklärte Wick.

Diese Umfänge hat schon die goldene Generation um Ricco Groß und Sven Fischer absolviert. Heutzutage müsse man das aber mit noch höheren Geschwindigkeiten schaffen. Das sieht auch Groß so: "Ich habe noch nie erlebt, dass man mit weniger Training besser wird." Genau dieser Trainingsbelastung unterziehen sich die internationalen Asse. Ziel sind Laufgeschwindigkeiten mehr als sieben Meter pro Sekunde und mindestens 95 Prozent Trefferquote beim Schießen.

Voraussetzung dafür ist eine breitgefächerte skisportliche Ausbildung schon in den Kinderjahren. "In den Vereinen müssen die technischen Fertigkeiten gelegt werden", sagte Wick. Er fordert, dass "die bestausgebildeten Trainer beim Nachwuchs eingesetzt werden, damit die demoskopische Entwicklung uns nicht noch mehr Probleme bereitet."

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