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Evi Sachenbacher-Stehle bei Olympia gedopt? Biathlon-Kollegen sind entsetzt

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Doping bei Olympia  

Sachenbacher-Stehle soll bei Olympia gedopt gewesen sein

21.02.2014, 14:30 Uhr | dpa, sid

Evi Sachenbacher-Stehle bei Olympia gedopt? Biathlon-Kollegen sind entsetzt. Evi Sachenbacher-Stehle (Quelle: imago/Bild 13)

Die positive Dopingprobe soll Evi Sachenbacher-Stehle zugeordnet werden können. (Quelle: Bild 13/imago)

Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle ist nach Informationen der Deutschen Presse Agentur (DPA) bei den Winterspielen in Sotschi positiv auf ein verbotenes Mittel getestet worden. Das deutsche Team hatte zuvor ein von der Norm abweichendes Ergebnis der A-Probe bei einem deutschen Olympia-Teilnehmer bestätigt, will aber vor Analyse der B-Probe keinen Namen bekanntgeben.

Sachenbacher-Stehle war zuvor nicht für die Damen-Staffel an diesem Freitag nominiert worden. Die ehemalige Ski-Langläuferin war vor zwei Jahren zum Biathlon gewechselt. Im Massenstart-Wettbewerb von Sotschi lief sie als Vierte knapp an einer Medaille vorbei.

Die 33-Jährige war 2006 am Tag vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Turin wegen erhöhter Blutwerte mit einer fünftägigen Schutzsperre belegt worden und musste sich das Auftaktrennen der Ski-Langläuferinnen von außen anschauen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wollte zunächst keine weitere Stellungnahme zu dem Fall abgeben. Sachenbacher-Stehle war für eine Reaktion vorerst nicht zu erreichen.

Peiffer: "Ich kann es gar nicht glauben"

Die Biathleten reagierten entsetzt auf den positiven Test. "Ich habe es gerade auf dem Handy gelesen. Und kann es gar nicht glauben", sagte der ehemalige Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer. Der für die abschließende Männer-Staffel am Samstag als Schlussläufer vorgesehene Simon Schempp stellte fest: "Ich habe es gerade mitgekriegt. Das ist ein extremer Schock. Mehr kann ich dazu nicht sagen."

Auch Kombinations-Olympiasieger Eric Frenzel konnte die Hiobsbotschaft kaum glauben. "Das ist ein ganz schöner Hammer", sagte der 25-Jährige der ARD. Alle seien überrascht, dass es so etwas in Deutschland geben könne, da das Doping-Kontrollsystem einfach viel zu gut sei. "Von daher hat es einem schon die Füße vom Boden gezogen", erklärte Frenzel, einen Tag nach dem Silbermedaillengewinn mit dem Team der Nordischen Kombinierer.

Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, reagierte hingegen trotz der Hiobsbotschaft relativ gelassen. "Wer sich so lange mit der Dopingproblematik beschäftigt wie ich, ist so leicht nicht mehr zu schockieren. Also ist die Nachricht weder wirklich schockierend noch überraschend", sagte sie. Allerdings müsse man vor einer endgültigen Bewertung abwarten, was die Öffnung der B-Probe ergeben werde.

Vesper war von sauberer Mannschaft überzeugt

Vor der Abreise nach Sotschi hatte der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Michael Vesper noch gesagt, dass er sicher sei, dass die deutsche Mannschaft bei den Winterspielen sauber an den Start gehen würde. "Absolut, das ist unser Ziel", sagte er damals. Es seien nur Sportler nominiert, die nachweislich kontrolliert worden seien. Jeder nominierte Athlet wurde laut Vesper vor den Winterspielen noch einmal unangemeldet getestet, "weil wir nichts unversucht lassen wollen, um für sauberen Sport zu sorgen".

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Das IOC hat bei den Winterspielen in Sotschi die Rekordzahl von 2453 Tests bis zur Schlussfeier am 23. Februar vorgesehen. Ein Großteil der Urin- und Blutkontrollen ist bereits vorgenommen worden. Mehr als 50 Prozent der Tests werden außerhalb der Wettkämpfe durchgeführt. Bei den Winterspielen 2010 in Vancouver gab es einen Doping-Fall.

Die Nationale Anti Doping Agentur NADA fordert eine schnelle und umfassende Aufklärung der Dopingaffäre im deutschen Olympia-Team. "Zum laufenden Verfahren geben wir derzeit keine Bewertung ab. Die Durchführung obliegt dem IOC und seinen zuständigen Kommissionen. Die NADA begrüßt, dass umgehend vor Ort reagiert wurde und erwartet, dass der Fall schnell und umfassend aufgeklärt wird", teilte die NADA mit.

Maas: Haftstrafen für Dopingsünder

Derweil hat Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) nach Bekanntwerden der Dopingaffäre im deutschen Team die Einführung eines strengen Anti-Doping-Gesetzes angekündigt. "Sowohl der Besitz als auch die Anwendung von Doping-Mitteln sollen unter Strafe gestellt werden. Doping-Sündern und Doping-Ärzten drohen dann Haftstrafen von bis zu 5 Jahren", sagte Maas der "Bild"-Zeitung.

In Zusammenarbeit mit dem Innenministerium werde er noch in diesem Jahr einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen, sagte der Minister weiter. "Wir sind es der Mehrheit der ehrlichen Sportler schuldig, endlich zu handeln", sagte Maas. Mit dem Gesetz werde "schon der Besitz geringer Mengen von Doping-Mitteln unter Strafe gestellt". Dies gelte sowohl für die Zeit der Sportwettkämpfe selbst, als auch für die Vorbereitungs- und Trainingszeit: "Es droht gedopten Sportlern also künftig nicht mehr nur die Wettkampfsperre, sondern das Gefängnis."

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