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Felix Neureuther freut sich auf Slalom bei Olympia 2014

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Olympia 2014  

Auch Rückschläge ohne Ende stoppen Neureuther nicht

21.02.2014, 13:45 Uhr | dpa

Felix Neureuther freut sich auf Slalom bei Olympia 2014 . Felix Neureuther fühlt sich bedeutend besser.

Felix Neureuther fühlt sich bedeutend besser. Foto: Michael Kappeler. (Quelle: dpa)

Krasnaja Poljana (dpa) - Nach einer turbulenten und schmerzhaften Winterspiel-Woche soll Felix Neureuther eine große Sehnsucht stillen. Zwei Jahrzehnte nach Gold von Markus Wasmeier wünschen sich die deutschen Alpinen wieder eine Herren-Medaille bei Olympia 2014.

"Ich freue mich sehr auf den Slalom. Da stehen die Uhren wieder auf Null und ich mache das, was ich am besten kann: schnell Slalom fahren - und dann passt das scho'", versicherte der Skirennfahrer in Krasnaja Poljana. Eine Woche nach seinem Autounfall auf der Olympia-Anreise nimmt er beim letzten Alpin-Rennen der Spiele in Russland eine wichtige Erkenntnis mit ins Starthaus. "Ich weiß, der Körper hält, von dem her kann der Neureuther auch am Samstag funktionieren."

Was war das für eine Woche! Autounfall, Arztbesuch, Anreiseverschiebung - und Behandlungen ohne Ende. Der erste Lohn für die Kämpfernatur: Ein Start im Riesenslalom, den er als Achter beendete. Im Torlauf soll es ein bisschen mehr sein. "Wer immer eine Medaille gewinnen will, der muss erstmal an unseren Dreien vorbei", betonte Herren-Cheftrainer Karlheinz Waibel.

Auch Ski-Queen Maria Höfl-Riesch traut dem früheren Kindergarten-Freund einen Olympia-Tag der Extraklasse zu. "Felix ist im Moment in der Form seines Lebens", erklärte die 29-Jährige mit Blick auf die starken Weltcup-Auftritte des Partenkirchener Vereinskollegen. Vielfach wurde schon "vom besten Neureuther aller Zeiten" gesprochen, er selbst sieht sich eher "als den reifsten Felix aller Zeiten".

Drei Weltcupsiege in dieser Saison, in sieben Slalom-Rennen viermal auf dem Podest und das trotz wiederholter Rückschläge. Ob die missglückte Sprunggelenks-OP, der Bänderanriss, eine Hand- und Rückenverletzung oder der schmerzbedingte Verzicht auf die Olympia-Generalprobe. Wo andere gescheitert wären, konnte Neureuther bis dato nichts auf dem Weg zu seinem Torlauf-Traum stoppen. Auch nicht der Autounfall.

"Felix fährt immer gute Rennen, wenn eine Vorgeschichte da ist", erklärte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. Und anders als andere Sportler, die floskelhaft fabulieren, um bloß keine große Erwartungshaltung zu schüren, wünscht sich Neureuther für den vielleicht größten Tag seiner drei Olympia-Teilnahmen "so viel Druck wie möglich auf meinen Schultern", wie er gestand.

"Umso mehr Druck, umso besser, umso emotionaler wird es. Unser Sport lebt von Emotionen. "Was wäre Fußball ohne Elfmeterschießen, wo die Drucksituation am größten ist. Das ist die absolute größte Herausforderung." Und größer als bei der WM vor einem Jahr in Schladming, als Neureuther hinter Topfavorit Marcel Hirscher (Österreich) Zweiter wurde, kann der Druck nach Ansicht von Neureuther sowieso nicht sein.

"Ich mache nichts anderes als letztes Jahr und letztes Jahr hat es gut funktioniert", sagte der durch seinen Unfall allerdings immer noch angeschlagene Neureuther. "Ich funktioniere am besten, wenn ich Sachen genießen kann und probiere ich auch in Sotschi." Und wer zwei Tage nach einem Autounfall und mit einem Schleudertrauma schon wieder so rumscherzen kann wie Neureuther, dem fliegen nicht nur die Herzen der Wintersport-Fans zu, einem solchen Sonnyboy nimmt man Aussagen über die Vorfreude besonders gerne ab.

Auch die Familie freute sich in Sotschi. Zum einen, dass der Autounfall nicht schwerwiegender endete. Zum anderen, dass ihr Felix starten konnte. Vor den Augen von Eltern und Schwester verbuchte Neureuther Rang acht im Riesenslalom. Das selbe Ergebnis landete er in Vancouver 2010. Eine Slalom-Nullnummer 2010, zuvor gleich zwei Nackenschläge des noch ungestümen Felix 2006 in Turin.

"2006 war Olympia definitiv nicht zum Genießen. Ich hatte die Olympia-Quali nicht geschafft, bin zweimal ausgeschieden, habe richtig auf die Rübe bekommen und danach haben sich mein Papa und ich Gedanken gemacht. Und diese Gedanken waren unglaublich wichtig für mich", betonte er im dpa-Gespräch einen "Hallo-Wach-Effekt" für seine Laufbahn. "Ich glaube, dass speziell dieser Moment bei den Olympischen Spielen im Nachhinein für meine Karriere brutal geholfen hat."

Wie lange diese Karriere noch andauern wird, ist offen. Der 29-Jährige liebäugelt damit, sich irgendwann mal eine Auszeit zu nehmen. Er sprach schon einmal davon, mal als Guide beim Heliskiing zu arbeiten oder mit dem Rucksack durch Australien zu reisen. Im Detail stehe der Plan noch nicht. "Aber ich möchte einfach mal eine Auszeit nehmen, mir eine Pause gönnen und rausgehen und mir Gedanken über meine Zukunft machen. Wo das sein wird, weiß ich nicht." Eins ist aber klar: Urlaub hat er sich nach dieser Saison wie kein Zweiter verdient.

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