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Deutsche Biathletinnen erleben Staffel-Debakel

21.02.2014, 20:35 Uhr | dpa

Deutsche Biathletinnen erleben Staffel-Debakel. Franziska Preuß war nach dem Staffelrennen bitter enttäuscht.

Franziska Preuß war nach dem Staffelrennen bitter enttäuscht. Foto: Kay Nietfeld. (Quelle: dpa)

Krasnaja Poljana (dpa) - Am Ende des bittersten Tages in der deutschen Biathlon-Geschichte war der scheidende Chef-Bundestrainer Uwe Müssiggang geschafft.

Der Doping-Fall Evi Sachenbacher-Stehle, das Debakel der Damen-Staffel mit Platz elf und die verheerende Olympia-Bilanz der Skijägerinnen ohne Medaille waren für ihn schwer zu verkraften. "Für mich was es das letzte Olympia-Rennen, da gehen einem viele Gedanken durch den Kopf. Umso bitterer war es für mich, hier solche Olympische Spiele zu erleben, die wirklich sehr, sehr enttäuschend waren", gab der 62-Jährige zu.

Nach bislang 25 Medaillen gab es zum ersten Mal in der Olympia-Geschichte kein Edelmetall für die deutschen Damen - und dann auch noch der erste Dopingfall eines deutschen Team-Mitglieds bei Olympia. "Die ganze Sache wirft ein echt schlechtes Licht auf den deutschen Biathlonsport, was natürlich vor allem im Moment eine Riesenkatastrophe ist", stellte Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner fest.

Das lähmende Entsetzen nach der positiven Doping-Probe von Sachenbacher-Stehle wenige Stunden zuvor konnten Franziska Preuß, Andrea Henkel, Franziska Hildebrand und Laura Dahlmeier im letzten Damen-Rennen nicht überwinden. Beim ersten Biathlon-Olympiasieg der Ukraine vor Russland und Norwegen landete das Quartett weit hinten. "Wir haben vor dem Rennen versucht, das ein bisschen rauszunehmen. Aber ich glaube nicht, dass man das kann", sagte Müssiggang.

Das Staffel-Desaster passte ins Bild des rabenschwarzen Tages. Schon früh waren im Rennen alle Hoffnungen dahin. Bereits nach dem ersten Anstieg lag Startläuferin Preuß mit gebrochenem Stock im Schnee. "Das hat gelähmt", sagte sie später. Am Schießstand brauchte die 19-Jährige eine gefühlte Ewigkeit, bis sie ihr Gewehr gesäubert hatte. Zwar vermied sie die Strafrunde, aber mehr war nicht drin. "Viel schlimmer geht es nicht. Wir wollten das Podest erreichen. Wenn man dann gleich mit drei Minuten hinten liegt, ist das sehr, sehr bitter", stöhnte Müssiggang.

Preuß war im Ziel in Tränen aufgelöst. "Sie hat viel Trost gebraucht", sagte Franziska Hildebrand. Andrea Henkel nahm die Jüngste im Team in den Arm, auch wenn sich die 36-Jährige selbst ihr letztes Olympia-Rennen anders vorgestellt hatte. "Bei den ganzen Spielen war der Wurm drin", sagte die zweimalige Olympiasiegerin.

Kurz nachdem die deutsche Staffel mit einem Rückstand von 3:41,7 Minuten hinter der Ukraine ins Ziel gelaufen war, bestätigte Sachenbacher-Stehle den positiven Befund und schrieb "vom schlimmsten Albtraum, den man sich vorstellen kann". Da war sie schon auf dem Weg nach Hause.

"Wir waren alle schockiert. Wir haben versucht, den Fokus auf das Sportliche zu lenken", sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig über die schwierige Vorbereitung auf das Rennen. Der Computer sollte ausgestellt bleiben, die Handys zur Seite gelegt werden, nachdem das Team informiert worden war. Sachenbacher-Stehle war für die 4 x 6 Kilometer nicht nominiert worden. "Die Staffel wurde aus rein sportlichen Gründen so aufgestellt", stellte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach klar.

Schon am Vormittag war zu ahnen, das etwas Unangenehmes auf die Biathleten zukommen würde. Herren-Bundestrainer Mark Kirchner und sein Kollege Fritz Fischer bereiteten Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp auf das Staffelrennen am Samstag (15.30 Uhr) vor, als das Handy klingelte. Danach schaute Kirchner nicht mehr fröhlich, rief seine Skijäger zur Mannschaftssitzung. "Ich habe es gerade auf dem Handy gelesen. Und kann es gar nicht glauben", sagte der ehemalige Sprint-Weltmeister Peiffer. Der als Schlussläufer vorgesehene Schempp stellte fest: "Ich habe es gerade mitgekriegt. Das ist ein extremer Schock. Mehr kann ich dazu nicht sagen."

Die Ukrainerinnen liefen indes unbeeindruckt von Gewalt und Chaos in der Heimat zum ersten Gold bei den Sotschi-Spielen. Olena Pidhruschna rief zum Auftakt der Sieger-Pressekonferenz zu einer Schweigeminute für die Todesopfer der vergangenen Tage in ihrer Heimat auf. "Den Sieg widmen wir unserem schönen Land", sagte die Schlussläuferin.

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