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Olympia 2014: DSV-Athleten tun sich schwer mit neuen Disziplinen

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Olympia 2014  

Die Olympia-Newcomer: DSV-Athleten tun sich schwer

23.02.2014, 12:13 Uhr | dpa

Olympia 2014: DSV-Athleten tun sich schwer mit neuen Disziplinen. Carina Vogt gewann Gold im Skispringen.

Carina Vogt gewann Gold im Skispringen. Foto: Srdjan Suki. (Quelle: dpa)

Sotschi (dpa) - Chic, cool, trendy. Zwölf neue Disziplinen sollten das olympische Programm der Winterspiele in Sotschi aufpeppen. 36 Medaillen waren zu gewinnen - nur drei davon konnten die deutschen Newcomer bei Olympia 2014 holen.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann wollte einen persönlichen Medaillenspiegel für diese Olympia-Neulinge führen. "Die Liste musste ich nicht unbedingt führen, weil sie sehr kurz ist", befand der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). "Das konnte ich mir im Kopf merken."

Deutschland gehört in den Trendsportarten und neuen Disziplinen weiter zu den Entwicklungsländern. Die beiden auf der olympischen Zielgeraden gewonnen Medaillen für Anke Karstens (Silber) und Amelie Kober (Bronze) im Parallel-Slalom der Snowboarder machen etwas Mut. Es waren aber auch die einzigen Medaillen im Bereich Ski-Freestyle und Snowboard. Pech hatte Patrick Bussler, der auf dem Snowboard im Parallel-Slalom als Vierter an Bronze vorbei glitt.

Konkurrenzfähig sind die deutschen Ski-Artisten im Slopestyle oder in der Halfpipe noch nicht, obwohl seit Vancouver 2010 viele Fördermittel investiert wurden. "Diese Sportarten haben sich rasant entwickelt", versichert Hörmann. "Die Zeit, in der ein paar Freaks im Gebirge Freestyle praktiziert haben und dabei Spaß und Gaudi hatten, ist vorbei."

In anderen Ländern wie der Schweiz, wo es Halfpipes in Davos und Laax gibt, wird viel für die Neuen getan. "Es wird nicht leicht sein, den Rückstand aufzuholen", sagt Hörmann. Zumal es in Deutschland keine einzige Halfpipe gibt. "Wenn man in der Weltspitze dabei sein will, braucht man eine Trainingsstätte im eigenen Land." Kostenpunkt: 1,5 bis 2,5 Millionen Euro.

Überhaupt muss man mehr investieren, um zukünftig auch das neue Medaillen-Potenzial zu nutzen. Dies gilt auch für Free- und Slopestyle sowie die Crosser auf dem Snowboard. "Die Kanadier haben für eine der drei Disziplinen so viel Geld wie wir für den ganzen Verband", erklärt der deutsche Snowboard-Präsident Hanns Michael Hölz. Sein Verband verfügt über einen Gesamtetat von 1,3 Millionen Euro pro Jahr.

Es ist aber nicht nur eine Frage des Geldes, wenn es nicht läuft. "Eine klare Ansage. Nur alles auf das Thema Geld zu projizieren, ist mir zu einfach", sagte Hörmann energisch. "Im Ski-Cross liegt es nicht nur am Geld. Da muss man im Team mal in sich gehen." Rang acht für Florian Eigler war die beste Platzierung.

Heli Herdt, Sportlicher Leiter im Deutschen Skiverband für den Bereich Freestyle, glaubt dennoch, dass es Chancen für die Zukunft gibt - auch wenn es bei Olympia nicht gut lief: "Im Bereich Ski-Cross sind wir international auf Augenhöhe mit den Top-Nationen." In Halfpipe und Slopestyle, die kurzfristig ins olympische Programm gehievt wurden, müsse man sich noch etablieren. "Im Bereich Buckelpiste haben wir ein bisschen Nachholbedarf", meinte Herdt.

Chef de Mission Michael Vesper wirbt um Verständnis dafür, dass seit der Freestyle-Premiere in Vancouver 2010 noch nicht alles gelingen konnte: "In vier Jahren kann man nicht in die Weltspitze kommen, aber es ist dennoch viel passiert. Wir sind einen Schritt weiter."

Einen Riesensatz machte in einer klassischen und doch neuen Disziplin Carina Vogt, die bei der Premiere des Frauen-Skisprungs zum Olympiasieg flog. "Das ist auch ein Ergebnis des Förderprojekts, das initiiert wurde", freute sich Vesper über den Ertrag. Ebenso konnten die Rodler im ebenfalls erstmals olympischen Team-Wettbewerb Gold holen. "Wenn es diesen Mannschaftskampf nicht jetzt geben würde, müsste man ihn erfinden", zeigte sich Vesper begeistert vom Rodeln im Kollektiv.

Auch die Eiskunstläufer feierten ihren olympischen Mannschafts-Einstand. "Das Team-Event zu Beginn war einer der emotionalen Höhepunkte der ersten Tage", lobte Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), diese Innovation.

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