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Doping-Affäre um Sachenbacher-Stehle: DOSB erstattet Anzeige

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Mentaltrainer involviert?  

Doping-Affäre um Sachenbacher-Stehle: DOSB erstattet Anzeige

23.02.2014, 16:07 Uhr | dpa

Doping-Affäre um Sachenbacher-Stehle: DOSB erstattet Anzeige. Die Doping-Affäre um Evi Sachenbacher-Stehle wird zum Justizfall. (Quelle: dpa)

Die Doping-Affäre um Evi Sachenbacher-Stehle wird zum Justizfall. (Quelle: dpa)

Strafanzeige gegen unbekannt, Hausdurchsuchungen, verdächtige Teebeutel und ein mysteriöser Mentaltrainer: Die Doping-Affäre von Evi-Sachenbacher-Stehle bei den Winterspielen wird zum Fall für die Justiz. Während die von den Sotschi-Spielen ausgeschlossene Biathletin in der Heimat von ihrem Mann und Manager betreut wird und sich einen Rechtsbeistand genommen hat, stellte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) Strafanzeige gegen unbekannt.

"Damit wollen wir sicherstellen, dass das gesamte Umfeld ausgeleuchtet wird und die Hintermänner erwischt und vor Gericht gestellt werden", sagte Chef de Mission Michael Vesper.

DOSB sichert Staatsanwaltschaft volle Kooperation zu

Sachenbacher-Stehle war der Einnahme eines im Wettkampf verbotenen Stimulanzmittels überführt und auf die Heimreise geschickt worden. "Es soll ein spezifisches Stimulans sein, dass durch Nahrungsergänzungsmittel oder wie auch immer in den Körper gelangt ist", erklärte Vesper.

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Glauben Sie, dass Sachenbacher-Stehle vorsätzlich gedopt hat?

Der DOSB werde der Münchner Schwerpunktstaatsanwaltschaft alle ihm vorliegenden Informationen zur Verfügung stellen, hieß es in der Mitteilung. Die bayerische Behörde hatte bereits den Bundesstützpunkt der Athletin in Ruhpolding und zwei private Unterkünfte durchsucht.

Doping-Experte Sörgel poltert gegen Vesper

Heftige Kritik am DOSB übte Dopingexperte Fritz Sörgel. "Kurz vor Ende der Winterspiele lässt der längst nicht mehr tragbare Herr Vesper seinen üblichen Kracher bei Großveranstaltungen los", sagte Sörgel. Er vergleiche das Stimulanzmittel Methylhexanamin mit Heroin und komme zu der "beglückenden Feststellung für den deutschen Sport", dass der Energieriegel ja doch nicht so schlimm sei wie Heroin. "Man mag solche Vergleiche am primitivsten Stammtisch hören, aber von einem Topfunktionär des deutschen Sports?", kritisierte er.

Die Strafanzeige gegen unbekannt, die der DOSB im Fall Sachenbacher-Stehle gestellt hat, und dessen Ankündigung, der Staatsanwaltschaft München alle Informationen zur Verfügung zu stellen, hält er für Unfug. "Was soll das nun wieder. Die ermitteln bereits. Vom DOSB werden sie nicht viel Verwertbares brauchen. Er hat bereits versagt, als er Evi Sachenbacher-Stehle nicht um die Schachtel mit dem Inhalt von was auch immer bat", sagte der Pharmakologe. "Die Verbände haben schon immer gemauert."

DSV verspricht Unterstützung

Licht in das Dunkel des Falls will auch der Deutsche Skiverband (DSV) bringe. "Wir werden uns in den nächsten Tagen zusammensetzen und in Ruhe besprechen, wie es mit ihr weitergeht", sagte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach. "Die Hauptaufklärungsarbeit muss die Evi leisten." Der Verband werde sie soweit es ginge unterstützen.

Über eine Sperre der ehemaligen Langläuferin entscheidet der Biathlon-Weltverband. "Aber letztendlich ist nicht nur das Strafmaß der IBU entscheidend, sondern auch die Untersuchungsergebnisse von LKA, von WADA und von allen anderen Behörden, die sich mit dem Fall beschäftigen", erklärte Schwarzbach.

Hat der Mentaltrainer seine Finger im Spiel

Wenn die Nachforschungen ergeben, dass bei ihr keine Absicht zum Doping vorlag, könnte dies zu einer Minderung der Höchststrafe von zwei Jahren Sperre führen oder sie sogar mit einer Abmahnung davonkommen lassen. "Es wird nichts an der Bewertung und dem Eindruck zu dem Thema ändern", sagte Alfons Hörmann, Präsident des DOSB.

Fest steht: Die Nahrungsergänzungsmittel von Sachenbacher-Stehle stammten nicht vom deutschen Team. "Es war ihre private, persönliche Entscheidung. Sie hat gesagt, dass sie mit einem Mentaltrainer zusammenarbeitet, von dem sie die Produkte bekommen hat", sagte Vesper. Möglicherweise könnte das verbotene Mittel namens Methylhexanamin auch in einem Gute-Laune-Tee gewesen sein, wie die "Bild"-Zeitung berichtete.

Laborleiter bezweifelt bewusstes Doping

Bei den Nahrungsergänzungsmitteln soll es sich um vier bis sieben Produkte gehandelt haben, von denen einige im Institut für Biochemie in Köln auf verbotene Substanzen überprüft wurden. "Hat sie bewusst gedopt? Das glaube ich sicherlich nicht", sagte Wilhelm Schänzer, Leiter des Kölner Labors, dem Fernsehsender Phoenix.

"Es ist die große Frage, ob es Dummheit oder Naivität war. Das müssen die Untersuchungen zeigen", so Vesper. DSV-Präsident Franz Steinle vermutet eher "Blauäugigkeit" als "vorsätzlichen Betrug". Im ZDF stellte er aber auch klar: "Das ist ein Dopingvergehen."

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