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Olympia 2014 ist vorbei und die Debatte um mehr Geld beginnt

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"Auch den Sport mal retten"  

DOSB-Athletensprecher fordert mehr Geld

24.02.2014, 09:39 Uhr | dpa

Olympia 2014 ist vorbei und die Debatte um mehr Geld beginnt. DOSB-Athletensprecher Christian Breuer (Quelle: dpa)

DOSB-Athletensprecher Christian Breuer (Quelle: dpa)

Topsportler sind Vollprofis und eine adäquate finanzielle Förderung ist ein Schlüssel zum Erfolg. Bei den Winterspielen in Sotschi ist der Ruf nach mehr Geld wieder laut geworden.

Die Wintersport-Nation Deutschland bewegt sich auf dünnem Eis. Statt der erhofften 30 Medaillen sprangen bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi gerade einmal 19 heraus. Nach diesem massiven Einbruch wird der Ruf nach mehr Geld für den Spitzensport und die Athleten immer lauter. "Wir brauchen mehr Geld", forderte Christian Breuer, der Athletensprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). "Wir leisten uns einige Rettungsschirme. Dann kann man auch mal den Sport retten."

Sporttreiben wird immer teurer

Der frühere Eisschnellläufer denkt dabei nicht allein an eine Aufstockung der staatlichen Zuwendungen von rund 130 Millionen Euro, über die nach den Sotschi-Spielen mit dem Bundesinnenministerium verhandelt wird. Vielmehr interessiert ihn, dass die Athleten selbst besser entlohnt werden für das immer intensivere Sporttreiben.

Die Forderung hatte auch der Curler John Jahr erhoben. Ein "vermögender Staat" wie der deutsche sollte in seine Leistungsträger investieren, sagte der 48-jährige. "Ich habe das nicht böse gemeint", erklärte Jahr, "aber ich glaube, ein so großes Land könnte besser fördern." Breuer meint: "Er hat recht."

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe tut, was sie kann. Alle der 153 Athleten des deutschen Olympia-Teams von Sotschi sind im Verlauf ihrer Laufbahn gefördert worden - jeder hat im Karriereverlauf im Schnitt 37.000 Euro bekommen. Erstmals seit 2002 wurden die Prämien für die Plätze eins bis acht bei den Winterspielen angehoben. Für Gold, Silber und Bronze gibt es nun 20.000, 15.000 und 10.000 Euro. 

Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland hinterher

Im Vergleich zu Olympia-Gastgeber Russland, der seine Sotschi-Siegern mit 122.000 Euro belohnte, ist das eher bescheiden. "Zu unserem Gesellschaftssystem passt nicht die Maximierung von singulären Prämien", erklärte der Sporthilfe-Vorstandsvorsitzende Michael Illgner. "Deshalb vergleichen wir uns auch nicht mit Ländern wie Russland." Allerdings ist auch ihm bewusst, dass die Sportförderung in Deutschland nicht mehr den hohen internationalen Anforderungen gerecht wird und die materielle wie immaterielle Unterstützung ausgebaut werden müsse. 

Glücklich können sich die Topathleten schätzen, die nicht nur von der Sporthilfe gefördert werden, sondern auch noch bei der Bundeswehr, der Bundespolizei oder dem Zoll eine Stelle bekommen. Beklagen tun sich deshalb viele der deutschen Winter-Olympioniken nicht. "Ich finde es okay. Die Besten werden honoriert. Wenn man ganz vorne ist, verdient man gut", sagte Andreas Wank, Team-Olympiasieger im Skisprung und Sportsoldat. "Ich will mich nicht beschweren und kann ehrlich Danke sagen." 

Der ideelle Wert des Sports

Optimal unterstützt fühlt sich Rodel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger, die dank Bundespolizei "110 Prozent" ihren Sport ausüben kann: "Für mich ist alles perfekt." Auch die Olympia-Dritte Viktoria Rebensburg ist zufrieden: "Man muss davon leben. Das ist der Fall."

Nicht ganz so üppig kann eine nicht so im Fokus stehende Langläuferin wie Claudia Nystad von den Fördereinkünften leben. "Die finanzielle Unterstützung darf nie die Leidenschaft aufwiegen, mit der Sport begonnen wird", betonte sie den ideellen Wert. 

Es gibt aber auch andere Beispiele, wo mehr Fördergerechtigkeit angemahnt wird. "Die ist ausbaufähig", meinte Heli Herdt, Sportlicher Leiter im Deutschen Skiverband für den Bereich Freestyle. Nach der sportlichen Misere des deutschen Teams in Sotschi dürften die Debatten ums Geld und seine Verteilung jetzt erst recht in Fahrt kommen.

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