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Olympia  

Bob-Debakel hat Nachspiel - "Strukturen überarbeiten"

24.02.2014, 12:21 Uhr | dpa

Bob-Debakel hat Nachspiel - "Strukturen überarbeiten". Cheftrainer Christoph Langen hat für das schlechteste Abschneiden die Verantwortung übernommen.

Cheftrainer Christoph Langen hat für das schlechteste Abschneiden die Verantwortung übernommen. Foto: Tobias Hase. (Quelle: dpa)

Krasnaja Poljana (dpa) - Das Schlimmste steht dem deutschen Bobsport nach dem historischen Olympia-Debakel wohl noch bevor.

"Die Tragweite dieses niederschmetternden Ergebnisses wird uns erst später bewusst werden", sagte der Vizepräsident des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), Rainer M. Jacobus. Cheftrainer Christoph Langen hat für das schlechteste Abschneiden seit 1964 die Verantwortung übernommen, nun muss der Verband handeln. Man müsse "schnellstens die Strukturen überarbeiten und die Versäumnisse der vergangenen Monate aufarbeiten. Olympische Medaillen sind kein Selbstreflex", betonte Jacobus, der den wegen eines Trauerfalls vorzeitig abgereisten Präsidenten Andreas Trautvetter in Sotschi vertrat.

Im deutschen Boblager prallten Anspruch und Wirklichkeit aufeinander. Die im Verband und im Umfeld brodelnden Probleme traten ausgerechnet bei den Winterspielen zutage, dabei waren die Zwistigkeiten Insidern längst bekannt. Was im Eiskanal für die deutschen Bobpiloten folgte, war der sportliche Offenbarungseid. Keine einzige Medaille sprang heraus. "Da tragen mehrere Dinge dazu bei, dass so ein Ergebnis zustande kommt. Die Probleme hatten wir letztes Jahr auch, konnten es aber in der zweiten Saisonhälfte überbrücken und bei der WM in St. Moritz geradebiegen", sagte BSD-Generalsekretär und Sportdirektor Thomas Schwab der Nachrichtenagentur dpa.

Im Zweierbob-Bereich habe man zu lange mit dem Material gehadert, die Damen konnten "bei den Startzeiten nicht mithalten". Der überfällige Umbruch wurde zu spät eingeleitet. "Allerdings überwogen die Verdienste der vergangenen Jahren", betonte Schwab. Der Nachwuchs sei noch zu weit von der Spitze weg. "Da bedarf es eines Komplett-Neuaufbaus."

Entscheidend für die schlechten Resultate sei "das Thema Startzeiten" gewesen, "den Schuh müssen wir uns anziehen", gab Schwab zu. "Wir werden mit Sicherheit das eine oder andere in der Zukunft anders machen müssen. Das wird nicht ausbleiben." Personelle Konsequenzen kündigte er ebenfalls an: "Wir werden generell im Verband einiges umbesetzen, aber im Moment sehe ich nicht die Notwendigkeit, komplett am Trainerteam zu rütteln." In den vergangenen drei Jahren habe es durchaus Erfolge gegeben. "Da haben sie sich auch einen gewissen Bonus erarbeitet."

Jacobus forderte ein strategisches Umdenken von allen Beteiligten. "Wie wollen wir denn nach diesem Abschneiden zu den talentierten Leichtathleten gehen und sagen: kommt zum Bob - da gewinnt ihr prompt eine Olympia-Medaille. Wir müssen jetzt unser komplettes Sichtungssystem überdenken", forderte der BSD-Vize.

Schwerpunkt Nummer eins bei der Aufarbeitung bleibt das Kompetenzgerangel zwischen der Materialschmiede FES und Cheftrainer Langen. "Das steht auf der Agenda ganz oben. Da muss ein ganz anderes Projektmanagement her", forderte Jacobus. Francesco Friedrich, der sich 2013 im FES-Zweierbob zum jüngsten Weltmeister der Bobgeschichte krönte, meinte selbstkritisch: "Wir haben uns verpokert und verzettelt. Nach der zehntbesten Startzeit müssen wir nicht übers Material meckern. Da hat man eine Medaille auch nicht verdient. Wir müssen an uns arbeiten. Das System muss man nicht infrage stellen."

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