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Kleine Revolution: FIFA-Regelhüter beraten Videobeweis

28.02.2014, 10:10 Uhr | dpa

Kleine Revolution: FIFA-Regelhüter beraten Videobeweis. Der mögliche Einsatz von Video-Zeitlupen steht auf der Tagesordnung der Jahresversammlung der FIFA in Zürich.

Der mögliche Einsatz von Video-Zeitlupen steht auf der Tagesordnung der Jahresversammlung der FIFA in Zürich. Foto: Steffen Schmidt. (Quelle: dpa)

Zürich (dpa) - Die sogenannte Dreifachbestrafung bei Notbremsen wird von den Regelhütern des International Football Association Board (IFAB) auch bei ihrer Jahressitzung in Zürich nicht gekippt.

Der Herzenswunsch der geballten Fußball-Prominenz von Franz Beckenbauer über Joachim Löw bis zu Manuel Neuer und Michel Platini für eine dringende Regeländerung bleibt erstmal unerfüllt. Die Funktionärstagung im FIFA-Hauptsitz könnte aber dennoch eine echte Fußball-Revolution einläuten.

Ganz weit hinten, unter "andere Angelegenheiten", also praktisch im Kleingedruckten der Tagesordnung findet sich ein brisanter Hinweis: "...der mögliche Einsatz von Video-Zeitlupen zur Unterstützung von Schiedsrichtern", so heißt es, werde, wenn auch noch nicht entschieden, dann doch zumindest diskutiert. Nach der Einführung der Torlinientechnologie im Sommer 2012 öffnet sich der Weltverband somit in bislang nicht gekanntem Ausmaß einer Debatte über technische Hilfsmittel im Fußball und rüttelt ganz sanft am Dogma der Tatsachenentscheidung durch die Schiedsrichter.

Mit einer schnellen Regeländerung ist aber nicht zu rechnen. Wahrscheinlich ist, dass die Vertreter der vier britischen Verbände und der FIFA, die das IFAB bilden, das Thema an die neuen Expertengremien zur Beratung weiterreichen. Ein sogenanntes Technik-Panel und ein Fußball-Panel wird künftig dem IFAB zuarbeiten. Das ist die einzig greifbare Neuerung nach der Kritik am IFAB im Zuge der Korruptionsvorwürfe im Weltverband. Beide Panels werden am Wochenende berufen. Debatten könnten aber Jahre andauern - an mögliche Ratschläge wäre das IFAB dann auch nicht gebunden.

Die neuen Regel-Institutionen sollen sich wohl künftig auch mit dem Dilemma der Dreifachbestrafung befassen - so lautet der Vorschlag. Der Dreiklang von Roter Karte, Strafstoß und Sperre nach einer Notbremse im Strafraum hatte zuletzt beim Champions-League-Spiel des FC Bayern beim FC Arsenal wieder einmal für großen Unmut gesorgt. "Diese Regel sollte man mal überdenken", sagte Münchens Schlussmann Manuel Neuer, obwohl der deutsche Rekordchampion von der Roten Karte für Arsenal-Keeper Wojciech Szczęsny profitiert hatte. "Die Regel kann man ändern, da wäre ich dafür", sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

Beckenbauer und Löw gelten schon lange als Gegner des Status quo. Ein klare Forderung kam von UEFA-Chef und FIFA-Vize Michel Platini in dieser Angelegenheit. "Es wäre sehr schön von der FIFA, wenn sie die Stimme der Fußball-Welt hören würde. Die dreifache Bestrafung ist zu viel." Doch die Regelhüter scheuen noch eine Entscheidung - obwohl die UEFA laut Platini einen praktikablen Vorschlag eingereicht hat.

"Das Problem ist schon lange auf der Agenda, aber wir haben noch keine bessere Lösung als die existierende gefunden", sagte der Generalsekretär des walisischen Fußball-Verbandes, Jonathan Ford im Januar. Zur Entscheidung stehen in Zürich andere Themen an. So werden die IFAB-Mitglieder mit großer Wahrscheinlichkeit unter anderem das Verbot von politischen oder religiösen Statements auch auf der Unterwäsche der Spieler und eine Neureglung der Ausführung des Schiedsrichterballs beschließen.

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