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Deutscher Bobpilot Manuel Machata für ein Jahr gesperrt

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"Kufen-Affäre" von Sotschi  

Bob-Pilot Manuel Machata für ein Jahr gesperrt

03.03.2014, 15:51 Uhr | dpa, sid

Deutscher Bobpilot Manuel Machata für ein Jahr gesperrt. Deutschlands Bob-Pilot Manuel Machata ist für seinen Materialhandel mit internationalen Konkurrenten hart bestraft worden. (Quelle: imago/Sven Simon)

Deutschlands Bob-Pilot Manuel Machata ist für seinen Materialhandel mit internationalen Konkurrenten hart bestraft worden. (Quelle: Sven Simon/imago)

Der deutsche Bob-Pilot Manuel Machata ist im Zuge der "Kufen-Affäre" von Sotschi vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) mit einer einjährigen Wettkampfsperre belegt worden. Außerdem muss der Weltmeister von 2011 eine Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro zahlen. Das entschied das BSD-Präsidium in einer finalen Besprechung. Ob der Verband diese Sanktion wirklich durchsetzen kann, ist aber offen.

Es gilt als wahrscheinlich, dass der 29-Jährige gegen das Urteil vor dem BSD-Rechtsausschuss Einspruch einlegen wird. "Diese relativ harte Strafe gegen Manuel Machata soll ein erster Schritt sein, um nationale Interessen zu wahren", sagte BSD-Präsident Andreas Trautvetter und kündigte klarere Regularien für den Materialhandel mit internationalen Konkurrenten an. "Diese Verfahrensweise habe ich schon immer kritisch gesehen."

Machata verleiht Kufen aus seinem Privatbesitz

Machata hätte den Verband im Vorfeld über die Leihgabe ins Ausland informieren müssen, begründete der BSD seine Sanktion in einer Stellungnahme. Ob das "verbandsschädigende Verhalten" als Hauptargument des BSD auch einem Rechtsstreit standhalten würde, ist zumindest fraglich.

UMFRAGE
Ist die Strafe für den deutschen Bob-Piloten Manuel Machata angemessen?

Der nicht für die Olympischen Winterspiele in Sotschi qualifizierte Machata hatte zugegeben, Kufen an den späteren Doppel-Olympiasieger Alexander Subkow weitergegeben zu haben. Es handelte sich dabei um Kufen aus seinem Privatbesitz und nicht um Material aus dem aus Steuergeldern finanzierten Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES), wie Machata betonte. Der BSD hätte es begrüßt, wenn Machata als Mitglied der Nationalmannschaft vorher mit dem Verband "über die Verwendung des Materials" gesprochen hätte.

Machata selbst wollte sich bislang nicht offiziell zu dem Urteil äußern und verwies auf seinen Manager Axel Watter. "Für diese Sperre gibt es keine Rechtsgrundlage. Daher werden wir Rechtsmittel einlegen. Rechtsanwalt Thomas Fleischer wird die Interessen von Manuel Machata vertreten", sagte Watter.

Subkow holt Olympia-Gold auf Machata-Kufen

Auf den Machata-Kufen war Subkow zum Olympia-Abschluss im Vierer zu Gold gefahren, während die deutschen Piloten wie zuvor schon im Zweier nur hinterhergefahren waren. Machata hatte argumentiert, er habe das Material aus der Schweiz nur mit der Zusage erhalten, besagte Kufen an Subkow abzugeben, sollte er selbst nicht für Sotschi starten.

Machata: "Bin kein Verräter"

"Das war kein Material der FES oder des Verbandes. Das haben andere vor mir auch schon gemacht, ich kann die ganze Aufregung nicht verstehen. Ich lasse mich nicht als Verräter hinstellen", hatte Machata kürzlich gesagt. Die an ihm geäußerte Kritik sei nur ein Ablenkungsmanöver, vermutete der Potsdamer. "Vielleicht wollen sie von etwas ablenken, vielleicht brauchen sie einen Buhmann."

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Die Verbands-Verantwortlichen stellten jedoch klar, dass sie zwischen der Kufen-Leihgabe und dem sportlich schlechten Abschneiden des deutschen Bob-Teams in Sotschi (erstmals seit 50 Jahren keine Olympia-Medaille) "keinen Zusammenhang" sehen würden.

"FAZ": Machata ins jamaikanische Bob-Team?

Dennoch sollte augenscheinlich ein Exempel statuiert werden. Die Weitergabe von Material und von Informationen darüber ist in der Szene seit Jahren ein heikles Thema. Sollte Machatas Sperre bestehen bleiben, könnte sie das Ende der Karriere des früheren Siegfahrers bedeuten. Oder wechselt der beim BSD in Ungnade gefallene Pilot nun etwa ins jamaikanische Bob-Team?

Laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hat es ein erstes Gespräch zwischen der Machata-Gruppe und der Mannschaftsleitung von "Jambob" gegeben. "Mir ist das von unserem Trainer eher als lustige Anekdote vermittelt worden", sagte David Vehreschild, der deutsche Manager des Bob-Teams Jamaika.

"Wir werden Machata nicht in ein Loch fallen lassen. Ihm verbleiben dann immer noch drei Jahre, wo er sich mit Leistungen anbieten kann", sagte unterdessen BSD-Sportdirektor Thomas Schwab im Sender Sky Sport News HD.

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