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Krim-Krise wirft Schatten: Deutsche Athleten reisen mit "mulmigen Gefühlen" zu den Paralympics

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Krim-Krise wirft Schatten  

Mit "mulmigem Gefühl" zu den Paralympics

03.03.2014, 17:29 Uhr | dpa

Krim-Krise wirft Schatten: Deutsche Athleten reisen mit "mulmigen Gefühlen" zu den Paralympics. Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes: "Das ist eine ungute Situation." (Quelle: imago/Bild13)

Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes: "Das ist eine ungute Situation." (Quelle: Bild13/imago)

Das deutsche Paralympics-Team reist wegen des Konflikts auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim mit zwiespältigen Gefühlen ins russische Sotschi. "Dass einen so etwas nicht kalt lässt, ist vollkommen klar. Das ist eine ungute Situation. Wir fahren alle mit einem mulmigen Gefühl dahin", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann.

Die Sicherheit der Athleten stehe an oberster Stelle. "Man muss die Situation aufmerksam beobachten." Vor Ort laufen derweil unter Hochdruck die Vorbereitungen auf die Weltspiele der Behindertensportler.


Keine 500 Kilometer vom Krisengebiet entfernt

Die Paralympics werden an diesem Freitag eröffnet und bis zum 16. März an der Schwarzmeerküste ausgetragen. An dem Plan, am Dienstagmorgen nach Sotschi zu fliegen, habe sich für das deutsche Team trotz des Konflikts nichts geändert, sagte der Präsident des Deutschen Behindertensport-Verbandes (DBS), Friedhelm Julius Beucher. "Wir haben derzeit keinen Grund, nicht zu fahren." Der Verband halte engen Kontakt mit dem Auswärtigen Amt und mit Personen vor Ort, um über die Sicherheit der Athleten in Sotschi zu sprechen. "Für uns gibt es aufgrund der jetzigen Sicherheitslage keinen Grund zur Sorge", sagte Beucher.

Die Krim liegt rund 450 Kilometer Luftlinie westlich von Sotschi. Die Halbinsel, die auch Sitz der russischen Schwarzmeerflotte ist, steht seit dem Wochenende voll unter Kontrolle moskautreuer Kräfte. Die Spannungen dort verschärften sich seit dem Sturz des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch am 22. Februar dramatisch. In der überwiegend von Russen bewohnten autonomen Republik gibt es Abspaltungsbestrebungen. Die Regierung ist abgesetzt, der moskautreue neue Krim-Regierungschef Sergej Aksjonow bat Kremlchef Wladimir Putin um Beistand.

Englands Prinz Edward sagt den Besuch ab

Ungeachtet dessen laufen die Vorbereitungen für die Paralympics mit Hochdruck weiter. "Wir liegen im Plan, es gibt keine Probleme", sagte der zuständige Vizeregierungschef Dmitri Kosak bei einem Treffen mit Ministerpräsident Dmitri Medwedew. "Wir sind voll davon überzeugt, dass die Paralympics auf demselben hohen Organisationsniveau stattfinden werden wie die Olympischen Winterspiele", sagte Kosak der Agentur Interfax. Bisher seien bereits 38 von insgesamt 45 Mannschaften in Sotschi angekommen.

Großbritanniens Premierminister David Cameron kündigte wegen der Krise an, britische Minister würden nicht zu den Weltspielen der Behindertensportler reisen. Prinz Edward, jüngster Sohn von Queen Elizabeth II. und Schirmherr der britischen paralympischen Vereinigung, sagte seinen Besuch daraufhin ebenfalls ab.

Auch die US-Regierung schickt aus Protest gegen die russische Intervention auf der Krim keine politische Delegation nach Sotschi. Dies sei eine weitere Antwort des Weißen Hauses auf die Situation in der Ukraine, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Caitlin Hayden.

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